younion: Kindergarten-Diskussion nicht auf reine Zahlen reduzieren

Wien (OTS) – Die Ergebnisse des Wiener Stadtrechnungshofs zur
Kostentransparenz in
städtischen Kindergärten sorgen für Diskussionen – leider auch auf
Kosten des Personals.

Manfred Obermüller, Vorsitzender der Hauptgruppe 1 in der younion
_ Die Daseinsgewerkschaft: „Unsere Kolleg:innen müssen sich nun
rechtfertigen, warum sie mehr verdienen, als in privaten
Einrichtungen – das ist nicht fair. Öffentliche Kindergärten bieten
mehr Inklusion, haben längere Öffnungszeiten und bieten
Sprachförderung. Da ist eine höhere Bezahlung nur selbstverständlich.
Dafür haben wir uns als Gewerkschaft auch immer stark gemacht.“

Obermüller verweist in diesem Zusammenhang auch auf die privaten
Kindergärten, die in der Vergangenheit schließen mussten, unter
anderem wegen Fördergeldmissbrauchs: „Es waren die Mitarbeiter:innen
der Magistratsabeilung 10 und in den öffentlichen Kindergärten, die
diese Schlamassel ausbaden mussten.“

Die höhere Bezahlung ist kein Skandal, sondern ein Zeichen von
Qualität und Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten und den
Familien in Wien. Obermüller: „Obwohl es nur zu einem Drittel
öffentliche Kindergärten gibt, bilden sie mehr als 90 Prozent der
Inklusionskinder aus. Darum sage ich es klar und deutlich: Wer an den
Gehältern des Kindergartenpersonals den Rotstift ansetzen will, muss
erst an uns vorbei.“

Appell an die Politik

younion _ Die Daseinsgewerkschaft fordert die Politiker:innen in
der laufenden Diskussion auf, nicht über das Ziel zu schießen. Die
Empfehlungen des Stadtrechnungshofs sind konstruktiv umzusetzen –
ohne die Beschäftigten unter Druck zu setzen oder die Qualität der
Kinderbildung zu gefährden. „Die Leitung der Magistratsabteilung 10
hat unser vollstes Vertrauen. Sie hat schon bisher schwierige
Situationen gemeistert. Die Mitarbeiter:innen sind das Herzstück der
Kindergärten. Sie verdienen Respekt, faire Bezahlung und gute
Rahmenbedingungen – und keine politischen Schuldzuweisungen“, so
Obermüller abschließend.