Wien (OTS) – Die Naturschutzorganisation WWF bewertet den vom
Umweltminister
vorgelegten Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans als
„lückenhaft und wenig ambitioniert“. „Der Entwurf bleibt deutlich
hinter dem Anspruch eines ambitionierten Renaturierungsplans zurück.
Die Bundesregierung muss daraus gemeinsam mit den Ländern rasch ein
finanziell abgesichertes Umsetzungsprogramm machen“, sagt WWF-Experte
Joschka Brangs . Der WWF fordert deutliche Nachschärfungen bei den
geplanten Maßnahmen, Fristen und Budgets.
Der enge Fokus auf bestehende Programme greift aus fachlicher
Sicht viel zu kurz. „Ohne zusätzliche Maßnahmen, klare
Verantwortlichkeiten und neue Finanzierungszusagen droht der
Wiederherstellungsplan zu einem Papiertiger zu werden. Damit vergeben
Bund und Länder die Chance, Österreich besser vor Hitze, Dürre und
Hochwasser zu schützen“, kritisiert Brangs. Naturnahe Wälder,
Feuchtgebiete und gesunde Böden stärken zugleich die heimische Land-
und Forstwirtschaft und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen
die Klimakrise.
Der WWF fordert Bund und Länder auf, ausreichend zweckgebundene
Mittel für die Umsetzung bereitzustellen. Die Finanzierung dürfe
nicht allein auf die EU abgeschoben werden. „Der Schutz der
biologischen Vielfalt ist in Österreich seit Jahren unterfinanziert.
Die Bundesregierung muss Renaturierung im nächsten Budget angemessen
absichern und zugleich natur- und klimaschädliche Subventionen
konsequent abbauen“, fordert Brangs.
Österreichs Natur in schlechtem Zustand
Wie groß der zusätzliche Handlungsbedarf ist, zeigt der schlechte
Zustand der Natur: Rund 80 Prozent der europarechtlich geschützten
Arten und Lebensräume sind in keinem günstigen Erhaltungszustand,
mehr als die Hälfte der Fließgewässer verfehlt den guten ökologischen
Zustand. Rund 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen sind bereits
verloren, bei zwei Drittel der verbliebenen Moore ist der
Wasserhaushalt gestört. Auch beim Bodenschutz besteht großer
Nachholbedarf: Laut WWF-Bodenreport hat bisher kein einziges
Bundesland ein verbindliches quantitatives Ziel zur Senkung des hohen
Bodenverbrauchs beschlossen.