Wien (OTS) – Anlässlich des morgigen Welt-Amazonas-Tages macht die
Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) auf den
dringend notwendigen Schutz des Amazonas-Regenwaldes aufmerksam. Denn
die Zerstörung dieses artenreichen Lebensraums schreitet dramatisch
voran. „In den vergangenen 50 Jahren wurde eine Fläche an Regenwald
zerstört, die rund der zehnfachen Größe Österreichs entspricht – mit
fatalen Folgen für die Artenvielfalt” , sagt WWF-Artenschutz-Experte
Axel Hein. Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen der Zerstörung bei
einer Schlüsselart: Der Jaguar hat bereits die Hälfte seines
Lebensraums verloren. Weltweit gibt es nur noch 33 Jaguar-
Populationen. 90 Prozent davon leben im Amazonas-Becken. „Jaguare
sind ein Gradmesser für den Zustand ihres Lebensraums, denn sie
stehen an der Spitze der Nahrungskette. Geht es dem Jaguar gut, geht
es dem Regenwald gut – leider ist das Gegenteil der Fall”, sagt Hein
vom WWF.
Um diese Entwicklung aufzuhalten, setzt sich der WWF zum Schutz
der Großkatzen und ihres Lebensraums ein – so auch im peruanischen
Amazonas-Gebiet, wo allein in den vergangenen fünf Jahren 150.000
Hektar an Waldfläche zerstört wurden – eine Fläche etwa viermal so
groß wie Wien. Schuld daran ist vor allem die Abholzung zur Gewinnung
landwirtschaftlicher Flächen sowie für Siedlungen und illegalen
Bergbau. Auch die Wilderei und Konflikte mit Menschen sind eine
ständige Gefahr für die Großkatzen. „Wir arbeiten an mehreren
Fronten, um die Jaguare zu schützen. Klar ist: Nur wenn es uns
gelingt, ihren Lebensraum zu erhalten, haben sie eine Chance”, sagt
Axel Hein vom WWF.
Umso erfreulicher ist daher die jüngste Entwicklung: Ende August
wurde die Errichtung des Schutzgebiets Monte Carmelo in Bolivien
offiziell bekannt gegeben. Es soll 87.173 Hektar Wald, Wasserquellen
und wichtigen Lebensraum für den Jaguar in der Region Pantanal-Chaco
(PACHA) schützen. „Das ist ein historischer Schritt, der eine
wichtige Lücke im regionalen Naturschutz schließt. Er verbindet zwei
große Schutzgebiete und indigene Territorien in Bolivien, Brasilien
und Paraguay mit einer Fläche eineinhalbmal so groß wie Österreich.
Damit bildet dieses Gebiet den größten Naturschutzblock in
Südamerika”, sagt Axel Hein vom WWF.
Rosa Flussdelfine unter Hitzestress
Der Amazonas beheimatet auch die seltensten Säugetiere der Welt:
Flussdelfine. Auch sie leiden unter der Zerstörung, Verbauung und
Verschmutzung ihres Lebensraums sowie unter Überfischung und Beifang.
Zusätzlich ist die voranschreitende Klimakrise eine massive
Bedrohung: „In den vergangenen Jahren gab es zunehmende
Dürreperioden, die zu Hitzestress und folglich zu einem Massensterben
rosaroter Flussdelfine im Amazonas geführt hat – ein herber
Rückschlag für den Erhalt dieser seltenen Art”, sagt WWF-Experte Axel
Hein. Klimaschutz ist daher eine essenzielle Maßnahme für den Erhalt
der Art. Um weitere Bedrohungen, wie etwa den Beifang, zu verringern,
arbeitet der WWF zudem erfolgreich an Projekten zum Anbringen kleiner
Schallgeräte an Fischernetzen .
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