Wien (OTS) – Der seit 1. Juli im Rahmen der EU-Zollrechtsreform
geltende
Pauschalzoll von drei Euro auf Warensendungen aus Drittstaaten an
europäische Verbraucher zeigt erste positive Auswirkungen. Mit dieser
Maßnahme wurde eine langjährige Forderung der Bundessparte Handel der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) nach faireren
Wettbewerbsbedingungen im europäischen Onlinehandel umgesetzt.
„Erste Zahlen aus der Branche und von Versanddienstleistern
deuten auf einen deutlichen Rückgang der Warensendungen aus
Drittstaaten an europäische Verbraucher hin. Demnach sind die
Sendungsmengen teilweise um bis zu 40 Prozent zurückgegangen“, sagt
Alexander Smuk, Berufsgruppensprecher des Versand- und
Internethandels in der WKÖ. „Damit ist der neue Zoll ein wichtiger
erster Schritt für mehr Fairness im Onlinehandel. Er trägt dazu bei,
die Flut an Billigpaketen, insbesondere aus dem asiatischen Raum,
einzudämmen und somit Wettbewerbsverzerrungen zulasten europäischer
Händler zu reduzieren.“
Zusätzlich soll ab November eine EU-weite Bearbeitungsgebühr für
Warensendungen aus Drittstaaten erhoben werden. Auch diese Maßnahme
würde insbesondere niedrigpreisige Direktimporte aus Drittstaaten
erfassen und damit einen weiteren Beitrag für fairere
Wettbewerbsbedingungen leisten.
Massive Kritik an nationaler Paketsteuer bleibt aufrecht
So positiv die ersten Auswirkungen der Maßnahmen auf europäischer
Ebene aus Sicht des österreichischen Handels zu bewerten sind, so
deutlich bleibt die Kritik der Branche an der geplanten
österreichischen Paketsteuer. „Die EU-Zollrechtsreform zeigt, dass
bei einem globalen Thema wie dem E-Commerce nur ein einheitliches
Vorgehen auf europäischer Ebene sinnvoll ist. Nationale Alleingänge
wie die geplante Paketsteuer in Österreich konterkarieren hingegen
die Bemühungen, unsere Händler zu stärken und faire
Wettbewerbsbedingungen zu schaffen“, sagt Berufsgruppensprecher Smuk.
Die nationale Paketsteuer soll ab 1. Oktober 2026 gelten. Im
Gegensatz zu den europäischen Maßnahmen gegen Direktimporte aus
Drittstaaten würde sie allerdings auch heimische Händler und
Konsumenten belasten. „Wir brauchen im Onlinehandel europäische
Lösungen, die gezielt dort ansetzen, wo Wettbewerbsverzerrungen
entstehen. Zusätzliche nationale Belastungen für österreichische
Unternehmen sind der falsche Weg“, betont Alexander Smuk
abschließend. (PWK374/JHR)