WKÖ-Schultz: Vorläufige Anwendung des Mercosur-Abkommens stärkt Österreichs Exportchancen

Wien (OTS) – Das Interimsabkommen über den Handel zwischen der
Europäischen Union
und den Mercosur-Staaten wird am 1. Mai 2026 vorläufig angewendet.
„Mit der vorläufigen Anwendung des Abkommens verbessern sich für
österreichische Unternehmen die Rahmenbedingungen im Mercosur-Raum.
Von niedrigeren Zöllen und einfacheren Marktzugängen können
mittelfristig gerade auch KMU profitieren“, betont WKÖ-Präsidentin
Martha Schultz.

Aktuelle geopolitische Entwicklungen – vom Konflikt im Nahen
Osten bis zur US-Zollpolitik – zeigen, wie wichtig es ist, sich
wirtschaftlich auf breitere Beine zu stellen. Das gilt sowohl für
Exportmärkte als auch für die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen.
Mit rund 270 Millionen Einwohner:innen bilden die Mercosur-Länder den
sechstgrößten Handelsblock der Welt. Die EU ist der erste Partner,
mit dem ein Abkommen mit dem Mercosur-Raum zur Anwendung kommt. „Für
unsere Betriebe bedeutet das Abkommen einen Wettbewerbsvorteil
gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder Asien. Gerade für
exportorientierte Betriebe zählt jeder Prozentpunkt Zoll“, erklärt
Schultz.

Voraussichtlich 88 Mio. Euro weniger Zölle pro Jahr für
österreichische Exporte

Kern des Abkommens ist der schrittweise Abbau der Zölle, die in
den Mercosur-Ländern bisher hoch sind. Aktuell liegen die Zölle in
Brasilien beispielsweise bei Maschinen zwischen 14 und 20 Prozent,
bei Transportmitteln sogar zwischen 14 und 35 Prozent. Wie bei
anderen Abkommen werden diese in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf
0 gesenkt. Derzeit exportieren rund 1.100 heimische Unternehmen Waren
und Dienstleistungen in den Mercosur-Raum. Durch das Abkommen sollen
die Zölle für Exporte aus Österreich um geschätzte 88 Mio. Euro pro
Jahr gesenkt werden.

In den vergangenen zehn Jahren konnten die heimischen Unternehmen
ihre Exporte in den Mercosur-Raum um 64 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro
steigern. Das zusätzliche Exportpotenzial wird auf rund eine
Milliarde Euro geschätzt. Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ sieht
Chancen in zahlreichen Bereichen: Von Umwelttechnologien über den
Ausbau der Verkehrsinfrastruktur – insbesondere im Eisenbahnbereich –
bis hin zu Automatisierung, Zulieferungen in der Luftfahrt und
Autoindustrie sowie Pharma, Medizintechnik und
Lebensmittelwirtschaft. Auch im Dienstleistungsbereich und bei
öffentlichen Ausschreibungen ergeben sich neue Marktchancen.

Kostenlose Beratung für Unternehmen durch WKÖ-
AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires & São Paulo

Die WKÖ stellt umfassende Informationen zum Abkommen online zur
Verfügung ( www.wko.at/eu-mercosur ). Um die heimischen Unternehmen
zu unterstützen, richtet die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA den Fokus auf
die Mercosur-Länder: Von Wirtschaftsmissionen über Veranstaltungen
bis hin zu Webinaren finden Unternehmen alle Informationen auf
www.wko.at/mercosur .

Zudem bieten die AußenwirtschaftsCenter São Paulo und Buenos
Aires kostenlose individuelle „Zollsatz-Checks“ an. Dabei wird
geprüft, ob ein Produkt unter das Abkommen fällt, und wenn ja, über
wie viele Jahre der Zollabbau erfolgt. „Wir unterstützen
österreichische Unternehmen dabei, die neuen Chancen im Mercosur-Raum
rasch und konkret zu nutzen“, betont Schultz abschließend. (PWK196/ST
)