Wien (OTS) – Zwei neue Initiativen zur Attraktivierung des
europäischen
Kapitalmarktes hat die Europäische Kommission vorgestellt. In einer
Empfehlung an die Mitgliedstaaten plädiert sie für die Einführung
eines europaweit harmonisierten sogenannten Spar- und
Investitionskontos. Dadurch sollen Geldanlagen in europäische Aktien,
Anleihen oder Fonds erleichtert werden, sodass europäischen Firmen
mehr Kapital zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollen Sparerinnen und
Sparer in der Europäischen Union höhere Erträge erzielen können.
Darüber hinaus wurde eine Strategie zur Förderung der Finanzkompetenz
präsentiert. Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank
und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), begrüßt die
Aktivitäten und Pläne Brüssels, wenn damit auch die nationalen
Rahmenbedingungen verbessert werden: „Als Teil einer europäischen
Spar- und Investitionsunion sollen die beiden Vorstöße Finanzwissen
und Investitionsmöglichkeiten miteinander kombinieren und somit die
langfristige Vermögensbildung von Kleinanlegern fördern und das
wirtschaftliche Wachstum in Europa begünstigen.“
Anreize sollen Kleinanleger motivieren, Teile ihrer finanziellen
Mittel in Anlagen mit höherer Rendite zu transferieren
Im Mittelpunkt der von der EU-Kommission vorgelegten Blaupause
für ein Spar- und Investitionskonto stehen eine steuerliche
Begünstigung und mehr Flexibilität. Diese Anreize sollen
Kleinanleger:innen die Entscheidung erleichtern, einen Teil ihrer
finanziellen Mittel in Wertpapiere oder andere Anlageformen mit einer
höheren Rendite als Sparkonten sie bieten können, zu investieren.
„Dass attraktivere Rahmenbedingungen für produktive und
diversifizierte Investitionen geschaffen werden, ist positiv zu
sehen“, betont der Branchensprecher. Gleichzeitig müsse aber auch
dafür gesorgt werden, dass bewährte und verlässliche Produkte von
Banken, Fonds, Versicherungen und Pensionskassen auf nationaler Ebene
im Sinne eines fairen Wettbewerbs von einer steuerlichen und
administrativen Verbesserung im selben Ausmaß profitieren, wie das
beim europäischen Spar- und Investitionskonto vorgesehen ist. Diese
günstigeren Rahmenbedingungen müssen im gleichen Maße auch für das
Anlageuniversum heimischer Anbieter zur Anwendung kommen,
unterstreicht Franz Rudorfer.
Und weiter: „Richtige Investitionsentscheidungen erfordern
finanzielle Kompetenz und Bewusstsein für Chancen und Risiken auf den
Finanzmärkten“, ruft der Branchensprecher in Erinnerung. Laut
„Eurobarometer“ zeigen sich beide Aspekte in der EU aber noch relativ
unterentwickelt. „Diese im Vergleich etwa zu den USA eingeschränkte
Investitionskultur und die Fragmentierung des Kapitalmarkts stellen
für Europa einen erheblichen Wettbewerbsnachteil dar und hemmen die
Mobilisierung privaten Kapitals zur Finanzierung wichtiger
Schlüsseltechnologien und Zukunftsbranchen“, so der Geschäftsführer
der WKÖ-Bundessparte Bank und Versicherung. (PWK404/JHR)