Wien (OTS) – Die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für das Hotel- und
Gastgewerbe
sind heute ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
„Die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich die Branche
befindet, ist ein Faktum. Darüber können wir uns als Verhandler nicht
hinwegsetzen. Auch ist 2026 nun das erste Jahr, in dem die
finanziellen Auswirkungen des neuen Rahmenkollektivvertrags für
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Betriebe, spürbar
werden. Dennoch haben wir unser Angebot nochmals deutlich
nachgebessert und mit durchschnittlich 3 % einen mehr als fairen
Vorschlag auf den Tisch gelegt“, erklären Alois Rainer und Georg
Imlauer, Obmänner und Chefverhandler der gastgewerblichen
Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
Zwtl.: Wirtschaftliche Lage der Branche
Steigerungen bei Nächtigungszahlen und nominellen Umsätzen sind
nicht mit steigenden realen Umsätzen oder gar steigenden
Betriebsergebnissen gleichzusetzen. Das wird von der Gewerkschaft
negiert.
Denn die Kosten für Vorleistungen wie Energie, Lebensmittel- und
auch Mitarbeiter:innen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen,
und nur jeder zehnte Betrieb kann diese Kostensteigerungen über
Preisanpassungen weitergeben. Die Folge: Die Betriebsergebnisse
stagnieren seit 2019 oder sind rückläufig – sowohl in der Gastronomie
als auch in der Hotellerie.
Ebenso ist die reale Bruttowertschöpfung in den letzten beiden Jahren
gesunken: 2024 um 0,3 %, für 2025 liegt die Prognose bei einem Minus
von 0,6 %.
Zusätzlich belastet die aktuelle geopolitische Lage die Branche
sehr, denn einerseits ist mit keinen Erleichterungen bei den
Energiekosten zu rechnen, andererseits besteht die Gefahr, dass es
auch auf Nachfrageseite zu weiteren Einbrüchen kommt.
Zwtl.: Deutliche Verbesserungen für Mitarbeiter:innen in den
letzten Jahren: Höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen
„In dieser Situation sind KV-Abschlüsse mit Augenmaß das Gebot
der Stunde. Insbesondere, da die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in
den letzten Jahren, trotz Corona- und darauffolgender Energiekrise,
kontinuierlich und erheblich in ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
investiert haben“, so die beiden Obmänner.
So wurden unter anderem die Mindestlöhne und -gehälter im Vorjahr, im
Unterschied zu vielen anderen Branchen, deutlich – um einen
Prozentpunkt – über der Inflation angehoben. Insgesamt betrug die
Steigerung der Mindestlöhne und -gehälter in den letzten vier Jahren
27,1 Prozent und lag damit deutlich über der Inflation.
Zusätzlich ist in den letzten beiden Jahren stufenweise ein neuer
Rahmenkollektivvertrag in Kraft getreten, der neben weiteren
deutlichen Reallohnerhöhungen – durch erhöhte Sonderzahlungen,
ausgeweitete Nachtarbeitszuschläge und Anrechnung von Vordienstzeiten
– zahlreiche weitere Anliegen der Arbeitnehmerseite berücksichtigt
und massive strukturelle Verbesserungen für Arbeitnehmer:innen mit
sich bringt.
„Unsere Betriebe haben in den letzten Jahren Verantwortung für
ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernommen und hart an besseren
Rahmenbedingungen gearbeitet, denn wir wissen, dass die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Herzstück unserer Betriebe
sind“, betonen die Obleute und weiter: „Für viele Unternehmen waren
diese zusätzlichen Kosten angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage
eine enorme Herausforderung. Umso unverständlicher ist es, dass diese
Leistungen von den Gewerkschaften negiert werden.“
„Wir appellieren an unsere Sozialpartner, im Sinne der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch der Unternehmerinnen und
Unternehmer, unser Angebot nochmals umfassend zu bewerten, sodass wir
zum Wohle der gesamten Branche einen Lohn- und Gehaltsabschluss
erzielen können“, so Rainer und Imlauer abschließend. (PWK143/ES)