WKÖ-Prettner nach Autogipfel in Deutschland: „Transformation geht nicht von heute auf morgen“

Wien (OTS) – „Die Fahrzeugindustrie in Österreich und ganz Europa
steht unter
Druck. Es gilt, keine Zeit zu verlieren“, sagt Roland Prettner,
Obmann des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Auf dem Weg hin zur
Elektromobilität hat Europa mit Wettbewerbs- und Standortnachteilen
zu kämpfen. Hinzu kommen eine schwächelnde Nachfrage, große
internationale Konkurrenz, höhere Zölle für US-Importe, hohe EU-
Auflagen, die auf verschärfte Klimaziele und regulatorische Hürden
treffen. Aufgrund dieser aktuellen Lage hat heute, Donnerstag, in
Deutschland ein Autogipfel stattgefunden. Dazu hatte Bundeskanzler
Friedrich Merz Vertreterinnen und Vertreter von Fahrzeugherstellern,
Zulieferern und Interessenvertretungen geladen.

„Aufgrund der engen wirtschaftlichen Verbindungen mit der
österreichischen Fahrzeugindustrie sind die Entscheidungen in Berlin
für uns von höchstem Interesse“, sagt Österreichs Branchensprecher
Prettner. „Die heutigen Entscheidungen haben große Auswirkungen für
Österreich. Die Initiativen in Deutschland sind ein wichtiges Signal
für unsere Wirtschaft. Weder das Überwinden der angespannten Lage
noch die Transformation geht von heute auf morgen“, hält er fest.

Nationale Maßnahmen mit europäischen Lösungen kombinieren

Branchensprecher Prettner unterstreicht die Notwendigkeit,
nationale Maßnahmen mit europäischen Lösungen zu kombinieren. „Um die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich und Europa nachhaltig
zu sichern, muss eine konsequente Entbürokratisierung ebenso
vorangetrieben werden wie die dringend erforderlichen Anpassungen im
EU-Beihilferecht.“

Technologieoffenheit als großer Hebel zum Erreichen der
Klimaziele

Ein zentrales Thema des Treffens war das für das Jahr 2035
geplante Verbot von Verbrennungsmotoren. WKÖ-Fachverbandsobmann
Roland Prettner sieht einen großen Hebel zum Erreichen der Klimaziele
in der technologieoffenen Berücksichtigung aller Antriebsarten, die
zu einer Reduktion des CO₂-Ausstoßes beitragen können. Dabei dürfe
weder der Beitrag von Fahrzeugen, die mit CO₂-neutralen Kraftstoffen
betrieben werden – sogenannten CNF-Fahrzeugen – noch jener von
Hybridfahrzeugen unterschätzt werden. „Der Plug-in-Hybrid hat – bei
richtiger Nutzung – großes Potenzial, den CO₂-Ausstoß wirksam zu
verringern. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass diese
Technologie nicht durch ideologisch motivierte EU-Regelungen
ausgebremst wird.“ (PWK422/JHR)