WKÖ-Chefverhandler Trefelik: Lohnerhöhungen müssen wirtschaftlich verkraftbar bleiben

Wien (OTS) – „Das Gesprächsklima war in bewährter
sozialpartnerschaftlicher Art
und Weise sehr konstruktiv und die Arbeitnehmervertreter:innen
zeigten durchaus Verständnis für unsere Argumente. Allerdings ist
nicht allen bewusst, dass die nun schon fünf Jahre währende
Dauerkrise noch nicht vorbei ist und dass diese Tatsache Folgen für
die Lohnverhandlungen haben muss“, erklärt Rainer Trefelik, Obmann
der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ),
nach dem heutigen Auftakt der diesjährigen
Kollektivvertragsverhandlungen für die Angestellten und Lehrlinge im
österreichischen Handel. So wie in verschiedensten Branchen derzeit
der Fall, müsse dieses schwierige Umfeld auch im Handels-KV
abgebildet werden.

„Das kleine reale Umsatzplus, das wir im ersten Halbjahr
verzeichneten, ist zu wenig, um den Unternehmen tatsächlich Spielraum
zu verschaffen. Dazu kommt, dass in den Monaten danach schon wieder
Umsatzrückgänge folgten und die Unternehmen darüber hinaus mit
enormen Kostensteigerungen bei Energie, Mieten etc. konfrontiert
sind. In der Realität kämpfen viele Unternehmen ums Überleben. Das
zeigen die hohe Anzahl an Insolvenzen und Schließungen sowie die
stark steigenden Arbeitslosenzahlen im Handel. Wir müssen daher Maß
und Ziel bewahren“, sagt Trefelik.

Da man am frühen Abend des ersten Verhandlungstages noch weit
auseinander war, wurden die weiteren Gespräche auf die nächste KV-
Verhandlungsrunde am 13. November 2025 vertagt. Bis dahin werden auch
mögliche Anpassungen im Rahmenrecht durchgerechnet.

Arbeitsplätze sichern und gemeinsam aus der Krise kommen

Fest steht für Trefelik aber, dass es darum geht, das gemeinsame
Ziel im Auge zu behalten: „Das heißt, wir müssen die Arbeitsplätze im
Handel sichern und verhindern, dass es zu noch mehr Insolvenzen und
Schließungen kommt. In Zeiten wie diesen braucht es eine gemeinsame
Kraftanstrengung, um aus der Krise zu kommen“, betont der
Chefverhandler der Arbeitgeber:innen. Die Unternehmen zu überfordern
und damit Jobs zu gefährden, könne schließlich auch nicht im Sinne
der Gewerkschaft sein. (PWK458/DFS)