WKO Gastronomie und Hotellerie: Herkunftskennzeichnung – Wahlfreiheit statt Verordnung

Wien (OTS) – Anlässlich des heute vom Verein „Land schafft Leben“
präsentierten
Reports „Landwirtschaft, Lebensraum und Tourismus“ unterstreichen
Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie, und Georg
Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ), die Bedeutung der Landwirtschaft für den
österreichischen Tourismus: „Österreich und der österreichische
Tourismus haben der Landwirtschaft viel zu verdanken. Sie schafft
unsere Kulturlandschaft. Gleichzeitig profitiert auch die
Landwirtschaft vom Tourismus. Gastronomie und Hotellerie sind dabei
nicht nur ein Absatzkanal für landwirtschaftliche Produkte, sondern
verlässliche Partner, die mit ihrer Investitionskraft lokale
Infrastruktur stärken und Wertschöpfung generieren.“

Hinsichtlich der Debatte um Herkunft, Qualität und Transparenz
von Lebensmitteln fordern beide Obleute eine sachliche, datenbasierte
Grundlage für jegliche politische oder mediale Schlussfolgerungen und
plädieren klar für Wahlfreiheit: sowohl für die Konsumentinnen und
Konsumenten als auch für die Unternehmerinnen und Unternehmer.

Wesentliche Klarstellung zur Datengrundlage

„Die vorgelegten Zahlen basieren ausschließlich auf
Großhandelsdaten — viele unserer Betriebe beziehen heute ihre
Produkte jedoch direkt aus der Region und arbeiten dabei
partnerschaftlich mit lokalen Produzentinnen und Produzenten
zusammen. Diese zahllosen direkten, regionalen Lieferbeziehungen
fehlen in der Betrachtung. Pauschale Schlagzeilen, die nur auf einem
Datensatz beruhen, verfälschen das Bild und gefährden Vertrauen und
Partnerschaften vor Ort“, so Gastro-Obmann Alois Rainer und
Hotellerie-Obmann Georg Imlauer.

Verweis auf bereits vorhandene, freiwillige Initiativen

Gastronomie und Hotellerie betonen, dass es in den Bundesländern
bereits heute zahlreiche freiwillige Kennzeichnungsinitiativen gibt,
die zu einer immer größeren Beteiligung in der Branche führen. Damit
hat der Gast schon heute die Wahl, welche Art von Betrieb er
aufsuchen möchte. Die Verbände unterstützen diese Praxis und arbeiten
an der Stärkung von konkreten, praxisnahen Instrumenten, mit denen
Betriebe ihre Transparenz bei der Herkunft sichtbar machen können —
freiwillig, umsetzbar und ohne bürokratische Zusatzbelastung.

„Die einer Symbiose gleichende Beziehung zwischen Landwirtschaft
und Tourismus ist gelebte Praxis und steht so nicht in
Großhandelsstatistiken. Auch wir stehen für Transparenz — nicht aber
für bürokratische Verpflichtungen, die regionale Besonderheiten und
saisonale Verfügbarkeiten ignorieren. Regulierung darf nicht aus
Schlagzeilen entstehen, sie muss auf geprüften Daten und fairen
Vergleichen basieren“, so Imlauer und Rainer abschließend. (PWK357/SR
)