Wissenschaftliche Auswertung des ORF-„Dok 1“-Experiments „Drei Wochen Handy-Entzug“ mit Lisa Gadenstätter

Wien (OTS) – ACHTUNG: SPERRFRIST FÜR ALLE MEDIEN (FERNSEHEN, RADIO,
INTERNET,
TELETEXT UND PRINT) BIS MITTWOCH, 10. SEPTEMBER 2025, 15.00 UHR
BEACHTEN!

69 Jugendliche. 3 Wochen. 0 Smartphones. Was passiert, wenn man
Jugendlichen das Einzige nimmt, das immer da war und da ist – das
Smartphone? Eine „Dok 1“-Ausgabe mit Lisa Gadenstätter, die am
Mittwoch, dem 10. September 2025, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF
ON zu sehen ist, wagte ein außergewöhnliches Experiment: 69
Jugendliche eines Oberstufen-Gymnasiums in Gänserndorf verzichten
drei Wochen lang auf ihr Handy. In der Schule – und in der Freizeit.
Keine sozialen Medien, keine Nachrichten, kein Snapchat, kein TikTok,
keine Kommunikation. Eine Generation, die nicht weiß, wie es ist,
ohne Smartphone zu leben, wird in eine Zeit zurückgeworfen, die es
einmal gab.

„Dok 1: Drei Wochen Handy-Entzug – das Experiment“ wurde
wissenschaftlich begleitet – von einer der führenden Suchtkliniken
Europas, dem Anton Proksch Institut, und der Sigmund Freud
PrivatUniversität in Wien. Untersucht wurde, wie sich ein
dreiwöchiger Handy-Verzicht auf Schlafqualität, Stress und
Wohlbefinden auswirkt.

Die wichtigsten Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung im
Überblick:

1. Steigerung des psychischen Wohlbefindens durch Smartphone-Verzicht
von ca. 30 Prozent
2. Steigerung stärker als zwei Wochen Ferien
3. Reduktion depressiver Symptomatik um ein Drittel
4. Durch den Versuch hat sich die Bildschirmzeit bei 25 Prozent der
Teilnehmer:innen nachhaltig reduziert
5. 77 Prozent aller Schüler:innen weisen im Fragebogen zum
Problematischen Internetgebrauch Short CIUS (Short Compulsive
Internet Use Scale) Werte über dem Cut-Off Wert auf
6. 29 Prozent der am Versuch teilgenommen habenden Personen gaben an,
in der ersten Woche unter Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen,
Unruhe, Schlaflosigkeit und Gereiztheit gelitten zu haben
7. Genau ein Drittel jener Schüler:innen, die den Versuch
durchgehalten haben, gaben an, neue Hobbys und Tätigkeiten für sich
entdeckt zu haben

Mag. Lisa Gadenstätter, ORF-Journalistin und „Dok 1“- Moderatorin:

„Mein erstes Gespräch mit Dr. Scheibenbogen hätte eigentlich ‚nur‘
zum Thema Entzugserscheinungen bei Handy-Entzug sein sollen. Aber als
ich ihm die Details – 69 Jugendliche, 3 Wochen, 24/7 – geschildert
habe, war sein Interesse sofort geweckt, dieses Experiment
wissenschaftlich zu begleiten. Denn in diesem Ausmaß wurde ein Handy-
Entzug in Österreich noch nie untersucht. In dem Moment ist mir erst
so richtig klar geworden, welche Herausforderung die Schülerinnen und
Schüler hier vor sich haben. Ich möchte ihnen für ihren Mut danken,
dass sie diese Herausforderung angenommen haben. Die Zusammenarbeit
zwischen den Verantwortlichen des Konrad-Lorenz-Gymnasiums, dem Anton
Proksch Institut, der Sigmund Freund PrivatUniversität und dem ORF
war für mich beispielgebend. Öffentlich-rechtliche Berichterstattung
im besten Sinne.“

Dr. Oliver Scheibenbogen, Leiter der Ambulanz Treffpunkt 1050 und der
Akademie des Anton Proksch Instituts:

„ORF goes Science – erst durch die Mitwirkung des ORF-‚Dok-1‘-Teams
war es möglich, aus einem kleinen lokalen Schulexperiment eine
wissenschaftliche Studie mit höchster Relevanz für die psychische
Gesundheit von Schülerinnen und Schülern durchzuführen. Das Anton
Proksch Institut, Europas größte Suchtklinik, das Institut für
Sozialästhetik und psychische Gesundheit an der Sigmund Freud
PrivatUniversität, das unermüdliche Engagement eines AHS-Lehrers und
der ORF konnten in diesem Experiment eindrucksvoll zeigen, was alles
möglich ist, wenn sich Wissenschaft, Lehre und Medien zusammen tun.
Die ‚Third Mission‘ von Universitäten – die gezielte Nutzung von
wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Gesellschaft – kann nur
gelingen, wenn Medien diesen Prozess unterstützen. So kann Neues
Wissen einer breiteren Öffentlichkeit nicht nur zugänglich, sondern
auch erlebbar und spürbar gemacht werden.“

Prof. Dr. Michael Musalek, Vorstand des Instituts für Sozialästhetik
und Psychische Gesundheit der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien:

„Was wir wirklich brauchen, ist eine sozial-ästhetische Kompetenz im
Umgang mit digitalen Medien. Wir müssen lernen, wie wir digitale
Medien einsetzen, aber wir brauchen unbedingt die andere Seite, die
unmittelbaren, analogen Begegnungen mit Menschen. Das müssen wir
pflegen und kultivieren. Sonst werden wir in der echten Welt nicht
bestehen können, weil wir keine Bindungen mit anderen Menschen mehr
eingehen können. Im Netz gibt es nur pseudo-Begegnungen, wirkliche
Beziehungen können dort nicht aufgebaut werden, weil vor allem die
non-verbale Kommunikation fehlt – der Blickkontakt zum Beispiel. Um
sozial-ästhetische Kompetenzen entwickeln zu können, braucht es genau
solche Studien bzw. Experimente wie sie das ORF-‚Dok-1‘-Team gemacht
hat.“

Mag. Lisa Totzauer, ORF-Chefredakteurin Magazine und
Servicesendungen:

„Mit dieser ‚Dok 1‘ und der anschließenden Diskussion setzten wir ein
Zeichen: Als Chefredakteurin ist es mir wichtig, dass wir uns trauen,
zu experimentieren, Inhalte zu schaffen, die nicht nur Fernsehen
sind, sondern eben auch gesellschaftlich relevant. Zusammen mit
unseren wissenschaftlichen Partnern sind wir da, um Forschung der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen und jungen Menschen Raum für
Erfahrungen zu bieten. Das gibt uns allen die Möglichkeit, unsere
digitale Gegenwart kritisch zu hinterfragen. Und ist genau unser
öffentlicher Auftrag: Orientierung zu bieten, Debatten zu eröffnen
und unsere demokratische Bildung zu stärken.“

Details zu „Dok 1: Drei Wochen Handy-Entzug – das Experiment“ mit
Lisa Gadenstätter bzw. „Wir müssen reden! Der Talk nach dem Handy-
Experiment“ sind unter presse.ORF.at abrufbar.

Die komplette Public-Value-Studie „21 Tage ohne Handy“ ist ab 15.00
Uhr auf dem ORF-Public-Value-Online-Auftritt zukunft.ORF.at abrufbar.