Wien/Tirol (OTS) – Österreich, aber auch Europa befinden sich an
einem industriellen
Wendepunkt. Kostendruck, Fachkräftemangel und globaler
Innovationswettbewerb fordern heimische Produktionsbetriebe heraus –
und verlangen entschlossenes Handeln. Dass dieses Handeln gelingen
kann, zeigt ein Tiroler Beispiel: Handl Tyrol. Bei einer
Pressekonferenz in Haiming demonstrierte Geschäftsführer Karl
Christian Handl gemeinsam mit Fraunhofer Austria, wie die Verzahnung
von Industrie und Forschung die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und den
Standort absichert. Fraunhofer Austria nutzte diesen Anlass, um ihre
Strategie 2035 der Öffentlichkeit vorzustellen.
Zwtl.: Aus Forschung einen echten Wettbewerbsvorteil generieren
Gemeinsam haben die beiden Projektpartner eines der modernsten
Werke der fleischverarbeitenden Branche geschaffen. Alles begann
bereits 2014 mit dem Projekt »Masterplan 2020«. Gewachsene
Strukturen, Fachkräftemangel, aber auch die zunehmende Globalisierung
der Märkte hatten eine intensive Auseinandersetzung mit
zukunftsfähigen Strukturen und Abläufen für das Unternehmen
erforderlich gemacht. Schnell war klar: Moderne Strukturen brauchen
einen neuen, innovativen Ansatz – und einen starken
Forschungspartner, der diesen Wandel aktiv mitgestaltet.
Zwtl.: Umsatz um 100 Mio. Euro gesteigert
In mehreren strategischen Planungsschritten gestalteten die
Projektpartner eine innovative und auf die Zukunft ausgerichtete
Fabrik mit über 20.000 Quadratmetern Nutzfläche. Bestehende Prozesse,
Abläufe, Strukturen und Technologien wurden genau hinterfragt und
smart neu gedacht. Basierend auf der Analyse künftiger Märkte und
Mengen erfolgte eine datenbasierte Fabrikplanung, in die von Anfang
an ein gezieltes Technologie- und Innovationsmanagement sowie eine im
Rahmen des Projekts entwickelte Strategie einflossen. Das Ergebnis:
ein zukunftsfähiges Werk, das zu den modernsten Produktionen Europas
zählt – und ein konkretes Beispiel dafür, wie Fraunhofer Austria
Unternehmen dabei hilft, aus Forschung echten Wettbewerbsvorteil zu
machen. Um es in Zahlen auszudrücken: Handl Tyrol erzielte 2025 einen
Gesamtumsatz von 218 Millionen Euro. In den letzten 10 Jahren ist das
ein Umsatzzuwachs von 100 Millionen Euro. Der Verbund Handl Tyrol und
Fraunhofer Austria zeigt, was Industrie und Forschung gemeinsam
voranbringen können.
Karl Christian Handl, Geschäftsführer Handl Tyrol , sagt: „Die
Zusammenarbeit mit Fraunhofer Austria war für uns ein unverzichtbarer
Schritt auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Gemeinsam haben wir
unsere Produktionsprozesse analysiert, neue Technologien bewertet und
konkrete Innovationsprojekte umgesetzt. Dadurch konnten wir unsere
Effizienz steigern, digitale Lösungen erfolgreich integrieren und
unsere Organisation langfristig weiterentwickeln.“
Sebastian Schlund, Geschäftsführer Fraunhofer Austria: „Heute
haben wir bei Handl Tyrol – einem der modernsten
Lebensmittelproduzenten Europas – die abgeschlossene Fabrikplanung
präsentiert und dabei erstmals auch unsere Strategie 2035
vorgestellt. Ein passender Rahmen: Handl Tyrol steht als
Vorzeigebetrieb genau für das, was diese Strategie antreibt –
Forschung, die dort wirkt, wo sie gebraucht wird. Unser Anspruch ist
es, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur zu entwickeln, sondern
sie gemeinsam mit Unternehmen in die Praxis zu bringen. Die
Globalisierung, wie wir sie kennen, ist vorbei. Und gerade in
herausfordernden Zeiten zeigt sich, dass diejenigen besser dastehen,
die frühzeitig in Innovation und Zukunftsfähigkeit investieren – und
genau dabei wollen wir Unternehmen in ganz Österreich unterstützen.“
Dass das Beispiel Handl Tyrol nicht nur in Österreich, sondern in
ganz Europa als Inspiration und Leitbild dienen kann, betont Mathias
Rauch, Generalbevollmächtigter Europäischer Forschungsraum,
Fraunhofer Gesellschaft e.V.: „Was hier in Tirol gelungen ist, soll
kein einzelner Fall bleiben – es ist ein Modell. Ein Modell dafür,
wie Innovation, industrielle Stärke und angewandte Forschung
erfolgreich zusammenwirken können. Genau deshalb muss es auch als
Vorbild verstanden werden. Nicht nur andere Regionen Österreichs
können sich hier Inspiration holen – auch für den gesamten
europäischen Raum zeigt dieses Beispiel, wie Unternehmen durch
Technologie, Kooperation und langfristiges Denken wettbewerbsfähig
und krisenfest bleiben können.“
Die Welt wartet nicht. Lieferketten werden neu geordnet,
Produktionsstandorte hinterfragt, Märkte digitalisiert – und
Österreichs Unternehmen stehen mittendrin. Die Frage ist also nicht
mehr, ob sich etwas verändern muss. Die Frage ist, wer diese
Veränderung gestaltet – und wer Unternehmen dabei an die Hand nimmt.