Winzig: Bargeld schützen und Souveränität stärken

Brüssel (OTS) – „Mit diesem neuen Gesetzespaket schützen und stärken
wir die
Verfügbarkeit und die Akzeptanz von Bargeld und führen zusätzlich mit
dem digitalen Euro eine neue europäische Bezahloption ein. Bislang
flossen jährlich rund 14 Milliarden an Transaktions- und
Zahlungsverkehrsgebühren an außereuropäische Anbieter wie Visa und
Mastercard. Der digitale Euro kann nun dazu beitragen, mehr
Wertschöpfung und Souveränität im europäischen Zahlungsverkehr zu
sichern“, erläutert Angelika Winzig, stv. Delegationsleiterin und
Wirtschaftssprecherin der ÖVP im Europaparlament nach der heutigen
Abstimmung im Wirtschaftsausschuss über ein neues Gesetzespaket zum
Schutz von Bargeld und der Einführung des digitalen Euros.

„Das wirkliche Novum des digitalen Euro ist seine Offline-
Funktionalität: Zahlungen können auch ohne Internetverbindung sicher
und unmittelbar durchgeführt werden – ähnlich wie mit Bargeld.
Dadurch wird die Resilienz des europäischen Zahlungsverkehrs gestärkt
und die Nutzbarkeit auch in Ausnahmesituationen oder bei technischen
Störungen sichergestellt. Besonders innovativ ist dabei, dass
Zahlungen direkt von Wallet zu Wallet erfolgen können, ohne dass für
jede einzelne Transaktion ein Zahlungsdienstleister
zwischengeschaltet werden muss“, erklärt Winzig.

Sie fährt fort: “Die Online-Funktion des digitalen Euro ähnelt in
ihrer Anwendung der heutigen Kartenzahlung: Zahlungen werden bequem
und in Echtzeit abgewickelt, sowohl im Geschäft als auch online.
Gleichzeitig bietet der digitale Euro das Potenzial, die
Transaktionskosten zu senken, da weniger Abhängigkeit von
internationalen Kartenanbietern besteht. Davon könnten insbesondere
unser Handel und heimische Unternehmen durch geringere Gebühren und
mehr Wettbewerb im Zahlungsverkehr profitieren.”

„Gleichzeitig wurde sichergestellt, dass Bargeld auch in Zukunft
seinen festen Platz im Zahlungsverkehr behält. Mit dem neuen
Gesetzespaket wird eine generelle Annahmepflicht von Bargeld
normiert, mit nur sehr wenigen Ausnahmen. So wird sichergestellt,
dass niemand von der Teilnahme am Zahlungsverkehr ausgeschlossen
wird“, sagt Winzig.

„Der Schutz der Privatsphäre war ein zentrales Anliegen bei der
Ausgestaltung des digitalen Euro. Offline-Zahlungen bieten ein
Datenschutzniveau, das jenem von Bargeld sehr nahekommt, da weder die
EZB noch Zahlungsdienstleister Einblick in die Transaktionsdaten
haben. Auch bei Online-Zahlungen werden die Daten so verarbeitet,
dass die EZB und die nationalen Zentralbanken keine Nutzerinnen und
Nutzer identifizieren oder individuelle Zahlungsgewohnheiten
nachvollziehen können“, erläutert Winzig.

Haltelimits für den digitalen Euro sowie ein Kompensationsmodell
sollen mögliche Auswirkungen auf die Einlagenbasis und die
Ertragslage der Banken begrenzen, gleichzeitig ist mit einem
erheblichen technischen und organisatorischen Umsetzungsaufwand zu
rechnen. „Die Vorbehalte der Banken gegenüber dem digitalen Euro sind
daher durchaus nachvollziehbar“, betont Winzig. „Umso wichtiger wird
es sein, die Banken bei diesem Transformationsprozess bestmöglich zu
unterstützen.“ (Schluss)