Wiener Ringstraße neu – ÖAMTC präsentiert 360-Grad-Verkehrskonzept mit Zwei-Richtungs-Radhighway

Wien (OTS) – Die Ringstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen
in Wien. Doch
steigende Bevölkerungszahlen und Jahr für Jahr zunehmender Tourismus
erhöhen den Nutzungsdruck – und die Unfallzahlen. Am 26. Februar 2026
präsentierte der ÖAMTC ein innovatives Konzept für eine Neugestaltung
der rund vier Kilometer langen Prachtstraße. „Unser 360-Grad-
Verkehrskonzept ‚Platz für alle am Ring‘ sieht eine konsequente
Trennung von Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr vor. Herzstück ist ein
baulich getrennter Zwei-Richtungs-Radhighway“, erklärt ÖAMTC-Direktor
Ernst Kloboucnik.

Das Konzept des Mobilitätsclubs bringt mehr Qualität und
Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer:innen. „Mit unserem
Lösungsvorschlag schaffen wir eine klare und eindeutige
Verkehrsführung, die Unfällen und Konflikten vorbeugt und zugleich
eine effiziente Nutzung des vorhandenen Raums ermöglicht“, so
Kloboucnik, der weiters betont: “Unser Konzept ist der beste Beweis
dafür, dass die Ringstraße ausreichend Platz bietet, um den
Bedürfnissen aller Mobilitätsformen gerecht zu werden – und das ohne
Fahrverbote oder Spurreduktionen für den Kfz-Verkehr.”

Zwtl.: Steigende Unfallgefahr durch Überlastung und komplizierte
Verkehrsführung erfordert neues Konzept

An der Wiener Ringstraße, die verkehrstechnisch aktuell
überlastet ist, befindet sich der meistbefahrene Radweg der Stadt:
Seit 2014 hat der Radverkehr dort stetig zugenommen – allein 2024
wurden an den Zählstellen am Opernring knapp 1,8 Mio. Radfahrten
registriert, an Spitzentagen waren es um die 10.000. „Der Rad- und
Fußverkehr am Ring ist ein Durcheinander mit verwirrendem ‚Zickzack-
Kurs‘ für Radfahrende und Fußgänger:innen“, sagt ÖAMTC-
Verkehrsexperte Matthias Nagler. Zudem sind die Kreuzungsbereiche mit
Autoverkehr und Öffis eine große Gefahrenquelle für Unfälle. Das
belegen auch die Zahlen: Allein 2024 kam es am Ring zu 73
Verkehrsunfällen mit Personenschaden unter Beteiligung von
Radfahrenden – das ist ein Anstieg von 97 Prozent seit 2018. Die
Umgestaltung und Neuorganisation der Ringstraße laut ÖAMTC-Konzept
brächte hier deutliche Verbesserungen.

Zwtl.: Moderne Radschnellverbindung mit Verteilungsfunktion,
Flaniermeile für Fußgänger:innen, mehr begrünte Flächen

„Unsere Lösung stellt das sichere Miteinander aller
Verkehrsteilnehmenden in den Fokus und beseitigt Gefahrenquellen, die
häufig zu Unfällen führen“, erklärt Matthias Nagler. Ein zentraler
Bestandteil des ÖAMTC-Konzepts „Platz für alle am Ring“ ist eine Zwei
-Richtungs-Radfahranlage der höchsten Qualitätsstufe: „Der Rad-
Highway verfügt über eine durchschnittliche Breite von vier Metern.
Die bauliche Trennung ermöglicht eine durchgängige
Radschnellverbindung, die das Konflikt- und Unfallrisiko um ein
Vielfaches reduziert“, erläutert der ÖAMTC-Experte und führt weiter
aus: „Durch die Möglichkeit der einfachen Anbindung an andere Fahrrad
-Langstrecken könnte der Ring so auch im Radverkehr seiner
Verteilungsfunktion endlich gerecht werden.“

Dank der neuen Platzierung der Radfahranlage an der Innenseite
des Rings stehen dem Radverkehr rund 17.000 m2 an Fläche zur
Verfügung – und das exklusiv. Mögliche Konflikte zwischen ein- oder
aussteigenden Fahrgästen und Radfahrenden im Bereich von Öffi-
Haltestellen werden durch die getrennte Führung des Radverkehrs
unterbunden. Die andere Seite der Ringstraße wird zu einer
Flaniermeile mit attraktiven Aufenthaltsbereichen für
Fußgänger:innen. Natürlich bleiben die herkömmlichen Gehsteige
entlang der Gebäude bestehen, werden aber durch Bäume, Grünflächen
und diverse Verkehrssicherheitsmaßnahmen aufgewertet.

„Die konsequente Trennung von Fuß- und Radverkehr bringt Vorteile
für alle: Mehr Sicherheit und Klarheit in der Verkehrsführung,
schnelles Vorankommen, gute Sichtbarkeit und keine Verwirrung mehr,
wer welche Fläche benützen darf“, unterstreicht Nagler die Benefits
des ÖAMTC-Konzeptes. Darüber hinaus sieht die Lösung auch eine
konsequente Abtrennung des Kfz-Verkehrs vor, was das Unfallrisiko
noch weiter verringert.

Das 360-Grad-Verkehrskonzept des Mobilitätsclubs ist auch eine
optische Neugestaltung des Rings, die den gesamten Straßenraum
aufwertet. Die zusätzliche Begrünung einiger öffentlicher Flächen
rundet den Gestaltungsvorschlag ab.

Zwtl.: ÖAMTC-Konzept “Gemeinsam mehr bewegen – Ideen mit Plan für
die Wiener Verkehrspolitik”

Mit „Gemeinsam mehr bewegen“ hat der ÖAMTC auch ein nachhaltiges
Verkehrskonzept für ganz Wien entworfen, das im Jahr 2025 adaptiert
wurde. Kern des umfangreichen Plans sind klar definierte
„Lebensnetze“, auf denen Rad- und Autoverkehr gebündelt fließen
können. Darüber hinaus enthält das Verkehrskonzept konkrete
Planungsprojekte, wie z. B. „Platz für alle am Ring“, und klare
Vorschläge zum Ausbau von zahlreichen Öffi-Verbindungen, zur
Erweiterung von P&R-Anlagen, zur Schaffung eines S-Bahn-Rings sowie
innovative Lösungen zur Aufwertung des öffentlichen Raums. Nähere
Infos zum ÖAMTC-Konzept „Gemeinsam mehr bewegen“ unter
wienbewegen.oeamtc.at .

Aviso an die Redaktionen: Ein Video zum ÖAMTC-Konzept „Platz für
alle am Ring“ steht unter www.oeamtc.at/platz-fuer-alle-am-ring zur
Verfügung, Bild- und Grafikmaterial zum Konzept gibt es im ÖAMTC-
Presseportal ( www.oeamtc.at/presse ) zum Download. Alle Fotos der
Pressekonferenz stehen in der APA-Fotoservice-Galerie zur Verfügung.

Weitere Bilder in der APA-Fotogalerie