Wien (OTS) – Krämpfe bei der Regel, Schmerzen beim Sex, ungewollt
kinderlos. Die
Liste der Symptome ist lang und zeigt den Frauen nicht direkt auf,
was die Ursache ihrer Probleme ist – eine Endometriose. In Österreich
wird die Zahl der Betroffenen auf bis zu 300.000 geschätzt, die
Dunkelziffer ist hoch. Unter Endometriose versteht man eine
gutartige, oft chronisch verlaufende Erkrankung. Dabei tritt Gewebe,
das normalerweise die Innenseite der Gebärmutterhöhle auskleidet (
Endometrium), an anderen Stellen des Körpers auf. Der Endometriose-
Tag am 29. September soll auf diese chronische Erkrankung aufmerksam
machen. Der Wiener Gesundheitsverbund setzt sich mit spezialisierten
Endometriose-Ambulanzen für eine umfassende Diagnostik, Therapie und
Betreuung von Patientinnen ein und bietet darüber hinaus ein breites
Spektrum an Leistungen rund um die Frauengesundheit.
Zwtl.: Warum Endometriose schmerzt
Die Endometriose tritt am häufigsten im Bereich der Eierstöcke,
der Scheide, des Darms, in oder auf der Harnblase auf und verhält
sich dort ähnlich wie die Schleimhaut innerhalb der Gebärmutter: Sie
wächst und blutet unter dem Einfluss der weiblichen Hormone. Dies
führt oft zu starken Schmerzen, die typischerweise ab der Pubertät
vor und während der Regelblutung oder beim Geschlechtsverkehr
auftreten. In Abhängigkeit vom Sitz der Endometrioseherde kann es
auch zu Schmerzen in anderen Bereichen kommen. Die Leitsymptome der
Endometriose sind 6 Monate in Folge auftretende starke
Regelschmerzen, Schmerzen beim Harnlassen und Stuhlgang und eventuell
ein unerfüllter Kinderwunsch. Denn rund 20-40 Prozent der
Endometriose-Patientinnen haben Fertilitätsprobleme. „Wenn
Patientinnen zu uns kommen orientieren wir uns gezielt an den
sogenannten 4 Ds –
–
Dysmenorrhoe: Schmerzen während der Periode,
–
Dyspareunie – Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
–
Dyschezie – Schmerzen beim Stuhlgang und
–
Dysurie – Schmerzen beim Wasserlassen.
Diese Leitsymptome sind ein wichtiges diagnostisches Raster und
geben uns wertvolle Hinweise, ob es sich tatsächlich um eine
Endometriose handeln könnte und wo sie sich befinden könnte,“ so Sara
Pempelfort, Oberärztin der Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung
und Co-Leiterin des Endometriose-Zentrums an der Klinik Ottakring.
„Eine chirurgische Behandlung ist natürlich nur dann notwendig, wenn
endometriosebedingte Schmerzen, ein unerfüllter Kinderwunsch oder
eine mögliche Organschädigung vorliegen.“
Überweisungen in die Endometriose-Ambulanzen können durch
Gynäkolog*innen oder auch bei Hausärzt*innen erfolgen. Die
Terminvereinbarung erfolgt telefonisch in der Endometriose-Ambulanz.
„Die effektivste Therapieoption in der Therapie bei Endometriose
ist die Chirurgie, denn nur operativ können die Herde vollständig
entfernt werden“, so Pempelfort. Die Operation erfolgt in der Regel
minimalinvasiv mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie). Der
Eingriff ist für die Patientinnen besonders schonend und hinterlässt
nur kleine Narben. Im Wiener Gesundheitsverbund erfolgt die Betreuung
von Endometriose-Patientinnen im Rahmen von interdisziplinären Teams.
Neben den Gynäkolog*innen arbeiten insbesondere die Chirurg*innen,
Radiolog*innen und Urolog*innen eng zusammen. „Nach der Operation
werden Patientinnen mit einer spezialisierten Ernährungsberatung,
Physiotherapie und wenn notwendig Psychotherapie weiter begleitet, um
eine optimale Regeneration zu fördern. Dieses interdisziplinäre
Vorgehen garantiert eine individuell angepasste, ganzheitliche
Therapie und trägt entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität
der Betroffenen bei,“ ergänzt die Ärztin. Der Aufenthalt im
Krankenhaus nach einer OP beträgt je nach Ausmaß der Operation 2-7
Tage.
Alternativ zur Operation gibt es auch die Möglichkeit der
hormonellen Therapie bei Endometriose. Ziel ist es das Wachstum der
endometriumähnlichen Zellen durch eine Beeinflussung des
Hormonhaushalts zu hemmen. Dabei wird der Östrogenspiegel gesenkt und
der Einfluss von Gestagenen erhöht. Die hormonelle Behandlung kann
die Beschwerden lindern, ein weiteres Wachstum verhindern und
Rezidive nach Operationen reduzieren.
Endometriose-Ambulanzen im Wiener Gesundheitsverbund:
Klinik Ottakring
Klinik Floridsdorf
AKH