Warum wir bei der Pflegekrise den Rettungsdienst dringend mitdenken müssen

Linz (OTS) – Bei der Debatte zur Pflegkrise übersieht Österreich eine
der größten
Personalreserven im Gesundheitssystem: den Rettungsdienst. Jedes Jahr
verlieren wir tausende engagierte und für den Gesundheitsbereich
affine Mitarbeiter:innen, weil es keine Entwicklungsperspektiven,
keine Einsatzmöglichkeiten in anderen Gesundheitseinrichtungen oder
Bildungsbrücken in andere Gesundheitsberufe gibt.

Dabei bringen Sanitäter:innen genau jene Kompetenzen mit, die
dringend gebraucht werden: Erfahrung mit Schichtdienst, Umgang mit
älteren, multimorbiden Personen und Arbeiten unter Druck. Trotzdem
ist der Rettungsdienst in Österreich strukturell eine Sackgasse. Die
meisten verlassen das System nach 2-5 Jahren und wer aussteigt,
verlässt auch das Gesundheitssystem.

Jährlich werden 10.000 Rettungsdienstmitarbeiter:innen aus- und
fortgebildet, um sie kurze Zeit später zu verlieren. Gleichzeitig
werden mit viel Aufwand „neue Zielgruppen“ für die Pflege gesucht.
Naheliegend wäre, zuerst jene mitzudenken und ihnen Perspektiven zu
schaffen, die schon heute mitten im System stehen.

Wir brauchen mehr Durchlässigkeit: moderne Ausbildungswege,
anrechenbare Qualifikationen und klare Übergänge zwischen
Rettungsdienst, Pflege und anderen Gesundheitsberufen. Wer die Pflege
sichern will, muss den Rettungsdienst mitdenken.