LESACHTAL (OTS) – Seit Donnerstag 21.21 Uhr wird gegen den gewaltigen
Waldbrand im
Lesachtal angekämpft. Inzwischen konnte er auf 110 Hektar eingegrenzt
werden, hieß es heute, Sonntag, von der Einsatzleitung.
Zuversichtlich zeigt man sich, dass man im Laufe der Woche das „Brand
aus“ vermelden wird können. Feuerwehr- und Katastrophenschutzreferent
Landeshauptmann Daniel Fellner machte sich heute persönlich ein Bild.
Er informierte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Leiter
des behördlichen Einsatzstabes, Hermagors Bezirkshauptmann Heinz
Pansi, Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin,
Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann, dem Lesachtaler
Bürgermeister Bernhard Knotz und Einsatzleiter Gerd Guggenberger über
die aktuelle Lage. Von allen wurde großer Dank an die im Einsatz
stehenden Kräfte, auch aus anderen Bundesländern kommt Unterstützung,
ausgesprochen.
Fellner teilte mit, dass heute der Feuerwehr-KAT-Zug aus Spittal
im Lesachtal eingesetzt wird. Für morgen, Montag, seien die KAT-Züge
aus St. Veit und Feldkirchen mit 100 Personen vorgesehen. Er richtete
einen Appell an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Feuerwehrleute
hier in den Einsatz gehen zu lassen: „Wir brauchen sie dringend. Mein
größter Respekt an alle, die hier so hervorragende Arbeit leisten.“
200 Euro pro Person und Tag gebe es vom Land als
Entschädigungszahlung, abgewickelt werde dies über das
Katastrophenschutzreferat. Der Landeshauptmann hob die große
Hilfsbereitschaft in ganz Kärnten und darüber hinaus hervor. So helfe
die Bevölkerung vor Ort tatkräftig bei der Versorgung der
Einsatzkräfte mit. Gerätschaften seien aus Niederösterreich, Wien,
Steiermark, Tirol und Salzburg gekommen – aus Tirol und der
Steiermark auch Mann- und Fraustärke.
Von Italien seien die Canadair-Löschflugzeuge angeboten worden,
so Fellner weiter. „Wir haben uns aber aus rein rechnerischen Gründen
dagegen entschieden“, sagte er. Mit den aktuell sieben eingesetzten
Hubschraubern – drei vom Bundesheer, vier von der Polizei – schaffe
man einen gigantischen Umlauf: „In fünf Minuten sind es rund 6.000
Liter Wasser.“ Die Canadair-Maschinen würden für die selbe Menge eine
halbe Stunde benötigen, außerdem müssten bei ihrem Anflug die
Hubschrauber aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben.
Der Landeshauptmann erklärte außerdem, dass bei Waldbränden ab 30
Hektar der Bund die Kosten für den Einsatz übernehme. „Wir haben der
Gemeinde angeboten, ihr als Land Kärnten die hier eingesetzten Mittel
vorzustrecken. Dann werden wir alles mit dem Bund in guter
Gemeinschaft abrechnen“, so Fellner.
Bezirkshauptmann Pansi hob das „Konzert der Zusammenarbeit“
zwischen allen eingesetzten Kräften hervor. Neben der Feuerwehr, dem
Bundesheer, der Flugpolizei und den Rettungskräften sei nun auch die
Bergrettung hier, um den bald beginnenden Bodeneinsatz zu
unterstützen. „Es ist uns gelungen, Gefahren für Leib und Leben
abzuwehren“, so der Bezirkshauptmann, der betonte, dass es beim
bisherigen Einsatz auch keine Verletzten gab. Bedarf an Hubschraubern
werde man durch die enorme Größe der betroffenen Fläche weiterhin
haben, das sei auch schon mit Bundesheer und Flugpolizei besprochen
worden. Bisher gebe es auch kein Wasserproblem.
Landesfeuerwehrkommandant Robin hob das ausgezeichnete Training
und die gute Vorbereitung der Kärntner Feuerwehrleute auf das
Szenario Waldbrand hervor. So sei kürzlich auch der Brand auf dem
Tabor beim Faaker See schulbuchmäßig abgearbeitet worden. Im
Lesachtal beginne jetzt die „Knochenarbeit der Bodentruppen“, so
Robin. Über die KAT-Züge würden kärntenweit insgesamt 1.500 speziell
ausgebildete Personen mit jeweils einem Tag Vorlaufzeit zur Verfügung
stehen. Für 15. Mai kündigte er eine große Übung auf der Soboth an.
Bürgermeister Knotz, er ist erst seit 13. März im Amt, sprach von
einer persönlichen „Feuertaufe“. Das Lesachtal sei noch immer von den
schweren Schäden durch das Sturmereignis Vaia im Jahr 2018 und den
anschließenden Käferbefall des Schadholzes betroffen. Der nunmehrige
Waldbrand sei existenzgefährdend für die Bäuerinnen und Bauern. Knotz
dankte allen Einsatzkräften, den Nachbargemeinden, Bürgerinnen und
Bürgern sowie dem örtlichen Nahversorger für die Unterstützung. Er
sagte, dass gestern, Samstag, auch LHStv. Martin Gruber vor Ort war
und seine Unterstützung als Agrar- und Straßenbaureferent zugesagt
habe.
Bezirksfeuerwehrkommandant Zimmermann bilanzierte, dass seit
Donnerstag 980 Feuerwehrleute im Lesachtal im Einsatz standen. Gleich
nach Alarmierung sei von den örtlichen Wehren eine 400 Meter lange
Löschleitung im steilen Gelände verlegt worden. Er sprach von einer
gewaltigen Leistung aller eingesetzten Kräfte. Bisher seien von den
Hubschraubern insgesamt 1,14 Millionen Liter Wasser geflogen worden.
„Es ist aber noch nicht vorbei, der Brand wird uns noch ein paar Tage
beschäftigen“, so Zimmermann.
Einsatzleiter Guggenberger schilderte, wie den Feuerwehrleuten am
Donnerstag drei bis vier Meter hohe Flammen entgegenschlugen. „Wir
sind aber gut geschult und wissen, die richtigen Entscheidungen zu
treffen.“ Um die Mannschaft zu schützen seien daher in der Nacht auf
Freitag die Arbeiten im steilen, schwer zugänglichen und vom
drehenden Wind betroffenen Gelände eingestellt worden. Auch
Guggenberger richtete seinen großen Dank an Bundesheer und
Flugpolizei, ohne die der Einsatz nicht zu bewerkstelligen wäre. Nun
werde man am Boden von zwei Flanken aus zugreifen. Der Einsatz aus
der Luft laufe natürlich ebenfalls weiter.
Von Landeshauptmann Fellner gab es einen besonderen Dank an
Guggenberger und dessen Familie. Er musste wegen des Einsatzes die
Firmung seiner Tochter verschieben.
(Schluss)