Vorschläge der Kommission zum Bürokratieabbau bei der Entwaldungsverordnung enttäuschen

Wien (OTS) – Im Dezember 2025 hatten sich die Europäische Kommission,
der
Europäische Rat und das Europäische Parlament darauf verständigt, die
Anwendung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) um zwölf Monate auf
Jänner 2027 zu verschieben sowie auf das äußerst aufwändige
Weiterleiten von Referenznummern entlang der gesamten Lieferkette zu
verzichten. Zudem wurde die Kommission beauftragt, bis zum 30. April
2026 weitere Vereinfachungen der EUDR zu prüfen und entsprechende
Vorschläge dem Parlament vorzulegen.

Zwtl.: Vorschläge der Kommission unzureichend

„Bei der Entwaldungsverordnung konnte zum Jahresende der
Bürokratie-GAU verhindert werden“, fasst Dr. Erlfried Taurer, Obmann
des Fachverbands der Holzindustrie Österreichs, zusammen und ergänzt:
„ In der angepassten EUDR ist es dennoch notwendig, Präzisierungen
vorzunehmen, um unnötigen Verwaltungsaufwand zu reduzieren und
Rechtssicherheit zu gewährleisten. Leider fehlen der Kommission Mut
und Wille, den Verordnungstext erneut zu überarbeiten. Sie verweigert
kleine, aber wichtige Schritte zur rechtssicheren Entlastung der
Unternehmen. Ambitionsloser geht es kaum. “ Die Kommission stellte
stattdessen weitere Begleitdokumente (Leitlinien und FAQs) zur
Anwendung der EUDR vor, die zwar auf einige offene Fragen eingehen,
jedoch nicht die notwendige Rechtssicherheit bieten.

Zwtl.: Wirksame Entlastungen rechtssicher umsetzen

„Europa drohen angesichts der Iran-Krise die nächste
Inflationswelle und eine erneute Rezession. Gerade jetzt ist spürbare
Entlastung wichtig, und Bürokratieabbau ist das kostengünstigste
Konjunkturprogramm. Seit Monaten wird in Brüssel über Bürokratieabbau
und Wettbewerbsfähigkeit gesprochen, doch den Worten folgen keine
Taten; die EUDR ist dafür nur ein Beispiel“, kritisiert Taurer und
appelliert an den Europäischen Rat und das Europäische Parlament, die
Kommission zu entschlossenem Handeln zu drängen.

„ Rat und Parlament sollten die Kommission zu mehr Elan beim
Bürokratieabbau anhalten und sie daran erinnern, dass viele kleine
und mittelständische Unternehmen das Rückgrat der europäischen
Wirtschaft bilden. Unsere Unternehmen wollen und müssen sich auf das
Kerngeschäft konzentrieren. Endlose EU-Papiere zu lesen und Zettel
auszufüllen, gehört nicht dazu. Sollte die Kommission keine
praxistaugliche und rechtssichere Lösung für die EUDR finden, ist sie
ersatzlos zu streichen “, fordert Taurer.

Zwtl.: Europas Wälder bleiben geschützt

Im Zusammenhang mit der EUDR wird häufig eine vermeintliche
Abschwächung des Waldschutzes behauptet. Dies weist Taurer klar
zurück und betont: „ Wirksame Forstgesetze, vielfältige
Umweltschutzregelungen und besonders verantwortungsbewusste
Waldeigentümer sorgen dafür, dass die Wälder in Österreich und Europa
seit Jahrzehnten wachsen. Großflächige Entwaldung ist in Europa kein
Thema. Zudem sind Holzimporte in die EU bereits durch die EU-
Holzhandelsverordnung (EUTR) reguliert. “

Zwtl.: ÜBER UNS

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs vertritt die
Interessen von mehr als 1.300 holzverarbeitenden Unternehmen in der
Bauprodukt-, Möbel-, Platten-, Säge- und Skiindustrie sowie in
weiteren holzverarbeitenden Betrieben wie der Palettenherstellung.
Die Unternehmen der Holzindustrie stellen mit rund 25.600
Beschäftigten Produkte im Wert von 9,28 Milliarden Euro her und
erwirtschaften einen Außenhandelsüberschuss von 1,39 Milliarden Euro.
Innerhalb der Wertschöpfungskette Holz ist die Holzindustrie ein
Schlüsselsektor und Ausgangspunkt für viele weitere
Verwendungsmöglichkeiten für Holz. Entlang der Wertschöpfungskette
Forst- und Holzwirtschaft sind mehr als 320.000 Menschen beschäftigt,
besonders in den ländlichen Regionen. Die Holzindustrie ist ein
unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Wirtschaft.