Wien, Mainz (OTS) – In Rheinland-Pfalz geht heute das digitale
Hochwasser-Vorsorgesystem
»HydroZwilling RLP« für Bürgerinnen und Bürger online. Es ermöglicht
erstmals landesweit in Rheinland-Pfalz, die Auswirkungen von
Hochwasser und Starkregen adressgenau und dreidimensional zu
simulieren und so die eigene Gefährdung besser einzuschätzen. Die
technologische Grundlage dafür stammt aus Österreich: Entwickelt
wurde sie vom Wiener Forschungszentrum VRVis auf Basis der
Hochwassersimulationssoftware scenarify®.
Zwtl.: Weiterwachsender digitaler Zwilling durch kommunales Wissen
Die Simulationssoftware scenarify wird von VRVis seit über 15
Jahren für die Analyse von Hochwasser- und Starkregenszenarien
entwickelt und in Projekten der Klimawandelanpassung eingesetzt. Mit
HydroZwilling RLP gehen das Land Rheinland-Pfalz und VRVis nun
gemeinsam einen Schritt weiter: Neben hydrologischen Grunddaten
fließt fortlaufend auch örtliches Wissen aus den Kommunen in die
Simulationen ein. So können etwa aktuelle bauliche Gegebenheiten,
neue Gebäude oder Durchlassmaße berücksichtigt werden. Dadurch wird
der digitale Zwilling kontinuierlich präziser und für Planung und
Vorsorge immer besser nutzbar. Der HydroZwilling RLP unterstützt
damit sowohl die kommunale Planung als auch den präventiven
Katastrophenschutz und trägt zugleich zur Eigenvorsorge der
Bevölkerung bei.
» Ziel bei der Entwicklung von scenarify war es von Anfang an,
komplexe hydrodynamische Daten für Menschen nutzbar zu machen «, sagt
Gerd Hesina, Geschäftsführer des VRVis. » Der HydroZwilling RLP zeigt
sehr eindrücklich, wie dieser Ansatz der kommunalen Nutzung und
Weiterentwicklung nicht nur die Hochwasservorsorge auf ein neues
Level hebt, sondern auch Kommunen und Bevölkerung mit ins Boot holen
kann. «
Zwtl.: Verständliche Visualisierung stärkt Vorsorge und
Eigenverantwortung
Der HydroZwilling RLP richtet sich nicht nur an Fachstellen,
sondern bewusst auch an die Bevölkerung. Durch die anschauliche,
dreidimensionale Darstellung von Gefahren wird die eigene
Betroffenheit greifbarer und das Gefahrenbewusstsein gestärkt.
Rheinland-Pfalz verfolgt dabei einen »Dreiklang im Hochwasserschutz«
aus allgemein zugänglicher Information, gestärkter Eigenvorsorge und
enger Zusammenarbeit mit den Kommunen.
» Die 3D-Visualisierung des HydroZwillings RLP ermöglicht eine
Gefahrensensibilisierung. Durch die einfache Verständlichkeit der
Simulation wird Bürgerinnen und Bürgern die eigene Betroffenheit
deutlicher und ein anderes Gefahrenbewusstsein für das eigene Hab und
Gut ersichtlich. So ist der Impuls zur Eigenvorsorge stärker «, sagt
die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin
Eder. Der HydroZwilling RLP sei damit das modernste System zur
Hochwasservorsorge in Deutschland.
Zwtl.: Über VRVis
VRVis ist Österreichs führende Forschungseinrichtung auf dem
Gebiet des Visual Computing mit Standorten in Wien und Graz. Als
COMET-Kompetenzzentrum agiert das VRVis mit rund 80 Forschenden an
der Schnittstelle von Wissenschaft und Industrie und stärkt dabei
durch technologische Innovation und menschzentrierte Lösungen aus den
Bereichen Künstliche Intelligenz, Visual Data Analytics, Extended
Reality (XR) und Simulation Unternehmen verschiedener Branchen.
www.vrvis.at
Mit der Hochwassersimulationssoftware scenarify® entwickelt VRVis
seit über 15 Jahren eine Technologie, die hydrodynamische
Modellierung, Analyse und 3D-Visualisierung in einem Werkzeug
vereint. scenarify kommt in nationalen und internationalen Projekten
der Hochwasservorsorge und Klimawandelanpassung zum Einsatz, unter
anderem als technologische Grundlage für HORA3D auf hora.gv.at .
Die VRVis GmbH wird im Rahmen von COMET – Competence Centers for
Excellent Technologies (911654) durch BMIMI, BMWET, Land Tirol, Land
Vorarlberg und Wirtschaftsagentur Wien – ein Fonds der Stadt Wien –
gefördert. Das Programm COMET wird durch die FFG abgewickelt.