Wien (OTS) – Bürgermeister Michael Ludwig, Kultur- und
Wissenschaftsstadträtin
Veronica Kaup-Hasler und Vertreter*innen der beteiligten
wissenschaftlichen Einrichtungen stellten die neue Wiener
Forschungsplattform zu Strauss und Unterhaltungsmusik des 19.
Jahrhunderts vor. Mit dieser Initiative überführt die Stadt Wien die
Impulse des erfolgreichen Jubiläumsjahres Johann Strauss 2025 Wien in
eine dauerhafte wissenschaftliche Struktur. Zuvor zogen
Bürgermeister, Stadträtin und Intendant Roland Geyer Bilanz über das
Festjahr und präsentierten die Abschlusspublikation.
Zwtl.: Stadt Wien startet Wiener Forschungsplattform
Mit der neuen Forschungsplattform führt die Stadt Wien Forschung,
künstlerische Expertise und Quellenarbeit zusammen. Gemeinsam mit der
mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Musik
und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), der Universität
Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und dem
Wiener Institut für Strauss-Forschung schafft sie eine kooperative
Struktur für Forschung, Nachwuchsförderung und etabliert die Stadt
als internationalen Standort für Strauss-Forschung. Die
Wienbibliothek im Rathaus ist als Quellenpartnerin eingebunden, die
mit dem weltweit größten Strauss-Archiv eine maßgebliche Grundlage
für die Forschung bietet. Ziel ist es, Wiens einzigartiges Erbe rund
um Strauss sowie die Wiener Operetten-, Tanz- und Unterhaltungsmusik
des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich zu erschließen und dieses
Themenfeld für eine neue Generation von Wissenschaftler*innen zu
öffnen. Damit stärkt die Stadt Wien das Hochschulabkommen und ihren
Anspruch, Musik, Kultur und Wissenschaft strategisch
zusammenzuführen.
Bürgermeister Michael Ludwig
„Wien ist ein Ort, an dem Kunst, Kultur und Wissenschaft seit
jeher eng miteinander verbunden sind. Genau daran knüpfen wir an. Mit
Johann Strauss 2025 Wien hat die Stadt ihr musikalisches Erbe in die
Gegenwart geholt, mit der neuen Forschungsplattform setzen wir diesen
Weg fort. Auf das Hochschulabkommen aufbauend schaffen wir eine
Struktur, in der Musik und Wissenschaft gemeinsam Zukunft entwickeln.
So stärken wir Wien als Musikhauptstadt, Kulturstadt und
Wissenschaftsstandort.“
Stadträtin Veronica Kaup-Hasler
„Wien ist nicht nur Kulturhauptstadt, sondern auch
Musikhauptstadt – Musik gehört zur DNA Wiens. Deshalb fördert die
Stadt Wien eine vielfältige Musiklandschaft auf höchstem Niveau und
schafft zugleich Zugänge für junge Menschen. Wir arbeiten daran, die
nächste Generation für Musik zu begeistern: im eigenen Musizieren, im
Hören und in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Dass die
Stadt Wien jetzt eine interdisziplinäre Forschungsplattform startet,
die – ausgehend von der Strauss-Dynastie – die Unterhaltungsmusik des
19. Jahrhunderts weiterdenkt, ist ein wichtiger, konsequenter
Schritt.“
Zwtl.: Ein starkes Festjahr als Grundlage
Das von der Stadt Wien initiierte und ermöglichte Jubiläumsjahr
„Johann Strauss 2025 Wien“ hat den Künstler und sein Oeuvre in der
gesamten Stadt neu verankert und ein breites Publikum erreicht. Rund
400.000 Besucher*innen, 404 Aufführungen, 80 Projekte und Spielorte
in allen 23 Bezirken zeigen die Reichweite des Festjahres. Frei
zugängliche Angebote im öffentlichen Raum und hochkarätige
Produktionen in Wiener Kulturinstitutionen machten das musikalische
Erbe der Stadt als lebendige Gegenwart erfahrbar.
Zugleich war das Festjahr ein deutlicher kulturpolitischer Impuls für
die Wiener Kunst- und Kulturlandschaft: Die Stadt Wien hat damit
Produktionen, Kooperationen und neue künstlerische Vorhaben
ermöglicht und so Kulturinstitutionen, Freie Szene, Kollektive und
Künstler*innen gestärkt. So wurde das Jubiläumsjahr nicht nur zu
einem kulturellen Ereignis für das Publikum, sondern auch zu einem
Motor für künstlerische Arbeit in der Stadt.
Roland Geyer, Intendant von Johann Strauss 2025 Wien
„Die Stadt Wien hat mit diesem Festjahr den Rahmen geschaffen, in
dem Johann Strauss neu gehört, neu gespielt und neu befragt werden
konnte. Meine künstlerische Ambition war, Strauss in die Gegenwart zu
holen und vielen Menschen neue Aspekte der Wiener Musik zu eröffnen.
Das Buch gibt „EinBlick“ in den Erfolg und das große Interesse an
Wiens einzigartigem Kulturgut.“
Zwtl.: Publikationen
Mit „200 J. Johann Strauss 2025 Wien EinBlick“ wird das
Jubiläumsjahr umfassend dokumentiert. Die Publikation macht die
inhaltliche Vielfalt und die Qualität des Programms sichtbar und
ordnet die Gesamtheit der Projekte ein.
Der bereits während des Jubiläumsjahres erschienene Band „Strauss-
Topographien: Klang | Raum | Wien“ versammelt die Beiträge aus der
interdisziplinären Ringvorlesung und verbindet damit das Festjahr mit
der neuen Wiener Forschungsplattform.
Zwtl.: Schrittweiser Aufbau der Forschungsplattform ab 2026
Ab Herbst 2026 startet die Plattform zunächst mit vier
explorativen Forschungsstipendien mit einer Laufzeit von sechs bis
zwölf Monaten und einer Dotierung von jeweils 20.000 Euro. Damit
werden erste inhaltliche Schwerpunkte gesetzt und neue Perspektiven
für die wissenschaftliche Auseinandersetzung eröffnet. Zugleich
schafft die Stadt Wien damit gezielte Chancen für den
wissenschaftlichen Nachwuchs und stärkt die Zusammenarbeit der
beteiligten Einrichtungen. Ab Herbst 2027 soll eine gemeinsame
Forschungsgruppe folgen. Sie soll die Plattform dauerhaft verankern,
gemeinsame Forschungsprojekte vorantreiben und die Sichtbarkeit des
Forschungsstandorts weiter erhöhen. So entsteht schrittweise eine
dauerhafte Struktur für Strauss- und Unterhaltungsmusikforschung in
Wien.
Ulrike Sych, Rektorin der mdw – Universität für Musik und
darstellende Kunst Wien
Andreas Mailath-Pokorny, Rektor der Musik und Kunst Privatuniversität
der Stadt Wien (MUK)
Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien
Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (ÖAW)
„Als beteiligte Institutionen freuen wir uns über das kooperative
Vorhaben der Wiener Forschungsplattform zu Strauss und
Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, das unterschiedliche
institutionelle Perspektiven, künstlerische Praxis und
wissenschaftliche Expertise interdisziplinär zusammenführt. Das
Strauss-Jahr 2025 hat gezeigt, wie vielfältig und fruchtbar die
künstlerische, wissenschaftliche und performative Beschäftigung mit
Leben und Werk von Johann Strauss Sohn im Kontext aktueller
Fragestellungen, Themen und Diskurse ist.
Der Blick auf Ästhetiken, Strukturen und Medien des
Populärkulturellen an der Schwelle zur Moderne erlaubt nicht nur
wertvolle Aufschlüsse zu Wechselwirkungen zwischen Sozial- und
Musikgeschichte. Er kann auch dazu beitragen, die Rolle Wiens als
zentrale Kultur- und Musikmetropole innerhalb der vielsprachigen und
multiethnischen Habsburgermonarchie differenziert zu beleuchten.
Dabei können Fragen von Repräsentation und kulturellen
Machtverhältnissen ebenso in den Blick genommen werden wie Johann
Strauss’ exzeptionelles Talent zum Selbstmarketing und sein Image als
Medienfigur.
Wir begrüßen diese gemeinschaftlich konzipierte interuniversitäre
Kooperation (mdw, MUK, Universität Wien) in Zusammenarbeit mit
Wienbibliothek sowie mit dem Wiener Institut für Strauss-Forschung (
WISF), die die Expertisen der einzelnen Institutionen
interdisziplinär verbindet. Schon jetzt sehen wir mit Neugier den
Fragestellungen entgegen, die Forscher*innen aus den beteiligten
Institutionen an diese Thematik herantragen werden.“
Eduard Strauss, Präsident des Wiener Institut für Strauss-
Forschung
„Das Wiener Institut für Strauss-Forschung begrüßt, dass sich so
gewichtige Institutionen der Strauss- und Unterhaltungsmusik des 19.
Jahrhunderts, diesem für Wien und darüber hinaus so bedeutenden
Forschungsfeld widmen und es wissenschaftlich erschließen. Wir freuen
uns auf die künftige Zusammenarbeit mit diesen renommierten Partner*
innen sowie auf die inspirierenden und spannenden Projekte der jungen
Generation.“
Zwtl.: Schluss
Mit der neuen Forschungsplattform führt die Stadt Wien den Weg
fort, den sie mit Johann Strauss 2025 Wien eingeschlagen hat: Sie
macht ihr musikalisches Erbe nicht nur sichtbar, sondern entwickelt
es aus Kultur, Wissenschaft und institutioneller Zusammenarbeit
weiter.