Schönheit

Vom Überfluss zum Abfall: Wie Lebensmittel im Alltag verloren gehen

Wien (OTS) – Lebensmittelverschwendung wird nicht nur, aber zu einem
erheblichen
Teil von Privathaushalten verursacht. Oft ist es ein schleichender
Prozess, in Summe kommen in Österreich dennoch gewaltige Mengen
zusammen. Pro Person und Jahr sind es hierzulande rund 75 Kilogramm.
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Lebensmittelverschwendung
am 29. September, der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen
wurde, zeigt Land schafft Leben , in welche Fallen viele von uns im
Alltag tappen und wie wir Lebensmitteln die Wertschätzung geben
können, die sie verdienen.

Über eine Million Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle fallen
in Österreich jedes Jahr an. Das zeigt eine Hochrechnung zum Thema
Lebensmittelverluste und -abfallaufkommen in Österreich aus dem Jahr
2024. Die landwirtschaftliche Produktion wurde in dieser Berechnung
nicht berücksichtigt. Wenn man diese Menge in Lkw lädt und die
Fahrzeuge aneinanderreiht, würde das eine Kolonne verursachen, die
ungefähr von Wien bis nach Mailand reicht. Besonders bemerkenswert:
Der Hochrechnung zufolge entstehen über die Hälfte der vermeidbaren
Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. Auf die österreichische
Bevölkerung umgerechnet sind das rund 75 Kilogramm pro Person und
Jahr. Weitere zehn Prozent entfallen auf Supermarkt und Großhandel,
elf Prozent auf die Verarbeitung und 16 Prozent auf Gastronomie und
Außer-Haus-Verzehr. Restmüllanalysen zeigen zudem, was zu Hause
besonders häufig in der Tonne landet: Brot, Süß- und Backwaren sowie
Obst und Gemüse. Gemeinsam machen diese Produktgruppen mehr als die
Hälfte der vermeidbaren Lebensmittelabfälle im Restmüll
österreichischer Haushalte aus.

Zwtl.: Bewusster Griff ins Regal spart nicht nur Geld

Die Verschwendung macht sich auch finanziell bemerkbar: Dem
Letztstand einer BOKU-Berechnung zufolge schmeißt ein
Durchschnittshaushalt jährlich Lebensmittel im Wert von bis zu 800
Euro weg – das entspricht ungefähr zwei Monatseinkäufen. Der Betrag
kann aufgrund der aktuellen Inflationslage allerdings variieren.Land-
schafft-Leben-Gründerin Maria Fanninger verdeutlicht: „ Wir
kritisieren Preissteigerungen beim Essen – gleichzeitig werfen wir
Lebensmittel in den Müll. Mit jedem Stück Gebäck, Gemüse oder Obst
entsorgen wir auch Rohstoffe und die dafür eingesetzten Ressourcen
wie Wasser, Energie und Ackerfläche sowie die Arbeit jener, die
unsere Lebensmittel herstellen. Ein bewusster Griff ins Regal hilft
uns nicht nur Geld zu sparen, sondern auch, unsere Mittel zum Leben
wertzuschätzen. “

Zwtl.: Viele kleine Fallen im Alltag

Lebensmittelverschwendung beginnt aber nicht erst zu Hause,
sondern oft schon beim Einkauf. Aktionen wie „2+2 gratis“ oder
Rabatte für größere Packungen können dazu führen, dass mehr im
Einkaufswagen landet, als daheim tatsächlich gegessen wird. Ein Blick
in den Kühlschrank und die Vorratskammer vor dem Einkauf und eine
Einkaufsliste können helfen, Doppel- und unnötige Spontankäufe zu
vermeiden. Daheim geraten Lebensmittel wiederum schnell aus dem
Blick: Reste vom Vortag, ein halbes Joghurt oder angeschnittenes
Gemüse verschwinden in der hintersten Ecke des Kühlschranks.
Lebensmittel, die bald verbraucht werden sollten, sollten gut
sichtbar nach vorne gestellt und bei der Planung der nächsten
Mahlzeiten bewusst eingebaut werden. Aus Resten lässt sich oft noch
etwas Schmackhaftes zaubern: Hartes Brot kann etwa zu Bröseln
verarbeitet werden, sehr reifes Obst eignet sich für Kompott oder
Kuchen und übrig gebliebenes Gemüse kann als Suppe oder in einem
Auflauf verwertet werden.

Zwtl.: „Mindestens haltbar bis“ heißt nicht „verdorben ab“

Auch Unsicherheit über die Haltbarkeit kann dazu führen, dass
einwandfreie Lebensmittel entsorgt werden. Ein überschrittenes
Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet bei Produkten, die noch
originalverpackt sind und richtig gelagert wurden, nicht automatisch,
dass sie ungenießbar sind. Aussehen, Geruch und Geschmack können bei
der Einschätzung helfen. Anders ist es beim Verbrauchsdatum „zu
verbrauchen bis“: Dieses wird bei leicht verderblichen Lebensmitteln
wie Fleisch verwendet und sollte eingehalten werden. Die richtige
Lagerung kann die Haltbarkeit vieler Lebensmittel verlängern.
Gekühlte Produkte sollten etwa möglichst schnell ihren Weg in das
richtige Kühlschrankfach finden. Brot sollte hingegen in einem
Brotkasten oder einem Tontopf aufbewahrt werden.

Mit dem Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung, der
jedes Jahr am 29. September stattfindet, wollen die Vereinten
Nationen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam
machen. Laut UN-Ziel sollen die Lebensmittelabfälle pro Kopf bis zum
Jahr 2030 halbiert werden. Jeder und jede Einzelne kann einen Teil
dazu beitragen und dabei helfen zu verhindern, dass aus vielen
kleinen Wegwerf-Momenten am Ende Millionen von Tonnen werden.

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