Wien (OTS) – Die heute veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria
zur
Inflation, sowie die aktuelle Welle der Erhebung “So geht’s uns
heute” zur sozialen Lage der Menschen in Österreich, sind
alarmierend. Besonders für Menschen mit geringem Einkommen ist die
Lage dramatisch.
Rücklagen bilden ist für viele nicht möglich
Hochgerechnet gab bei der Befragung der Statistik Austria im
dritten Quartal 2025 mehr als ein Drittel (34 %) der Bevölkerung
zwischen 18 und 74 Jahren an, dass sie aufgrund ihrer knappen
Einkommenssituation keine Ersparnisse bilden können. Vor allem aber
Personen mit geringem Einkommen (<1200Ꞓ/Monat) sowie Personen in
Haushalten, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, können häufig
keinen einzigen Euro ansparen (59 % bzw. 57 %). Fehlende Rücklagen
bedeuten, dass Menschen vulnerabler werden, wenn es um Teuerungen
oder Kürzungen im Bereich der sozialen Infrastruktur geht.
Inflation bleibt hoch und trifft Ärmere stärker
Wie die Statistik Austria weiters heute bekannt gab, lag die
Inflation im November mit 4 % erneut weit über dem 2 %-Ziel.
“Inflation trifft nicht alle gleich. Menschen mit geringem Einkommen
sind besonders stark von ihr betroffen”, erklärt Volkshilfe-Direktor
Erich Fenninger. Dies gilt insbesondere dann, wenn Treiber der
Inflation jene Bereiche sind, bei denen man kaum einsparen kann. Dazu
gehört die Haushaltsenergie, die sich im Jahresvergleich um 17 %
verteuerte. Auch die Lebensmittelpreise zogen erneut an – und stiegen
ausgehend von einem ohnehin hohen Niveau um durchschnittlich 3,6 %.
Soziale Lage wird sich 2026 verschlechtern
Jedes dritte Kind lebt in einem Haushalt, der aus finanziellen
Gründen größere unerwartete Zahlungen nicht stemmen kann (33,9 %).
“Wir gehen derzeit davon aus, dass sich die soziale Lage der Menschen
in Österreich 2026 verschlechtern wird. Die von der Statistik Austria
heute veröffentlichten Zahlen machen deutlich, dass Menschen mit
niedrigem Einkommen kaum noch Rücklagen bilden können, die Preise
steigen weiter und im Sozialbereich wird gekürzt. All das bereitet
uns große Sorgen”, zeigt sich Fenninger angesichts der dramatischen
Mischung aus niedrigen Lohnabschlüssen, steigender Arbeitslosigkeit
und Streichungen bei sozialen Unterstützungsleistungen alarmiert.
Reichensteuer als Beitrag zur Budgetsanierung
Die Volkshilfe schließt sich daher der Forderung des Österreichischen
Gewerkschaftsbundes nach Reichensteuern an. “Wir brauchen dringend
Mittel für eine solidarische Budgetsanierung und eine effektive
Inflationsbekämpfung. Vermögensbezogene Steuern schaffen finanzielle
Handlungsspielräume für Investitionen in den Sozialstaat und für eine
effektive Armutsbekämpfung, wie die Kindergrundsicherung.”, so
Fenninger abschließend.