Wien (OTS) – Millionen gebrauchter Akkus landen in Österreich im
Restmüll – mit
gefährlichen Folgen. „Das ist pure Vergeudung wertvoller Rohstoffe
und zugleich brandgefährlich“, warnt die VÖA – Vereinigung der
öffentlichen Abfallwirtschaftsbetriebe. Die Organisation, von deren
Dienstleistungen österreichweit rund sechs Millionen Bürgerinnen und
Bürger profitieren, verzeichnet eine Verdoppelung der entsorgten
Lithium-Ionen-Akkus in den vergangenen zehn Jahren. Die Folgen sind
teils dramatisch: Die Zahl der Brände in heimischen Abfallbetrieben
hat sich im selben Zeitraum mehr als verfünffacht. www.voea.at
Jedes Jahr wandern rund drei Millionen Lithium-Ionen-Akkus in den
Restmüll statt in die Sammelstelle. Bereits ein oder zwei beschädigte
Exemplare reichen aus, um mitten im Abfallberg ein Feuer zu
entfachen. Für Feuerwehren sind solche Brände besonders schwer zu
bekämpfen, weil buchstäblich Tonnen von Material darüber lagern. Auch
die Brandschadensstatistik der österreichischen
Brandverhütungsstellen zeichnet ein klares Bild: Fast jeder sechste
Brand im Land wird inzwischen durch elektrische Energie verursacht,
wobei immer öfter Lithium-Ionen-Akkus die Ursache sind.
Zwtl.: Millionenschäden treiben Abfallgebühren in die Höhe
Besonders betroffen sind die kommunalen Behandlungsanlagen für
Restmüll. VÖA-Geschäftsführer Dr. Ferdinand Koch macht auf die
wirtschaftlichen Konsequenzen aufmerksam: „Die durch achtlos
entsorgte Batterien verursachten Schäden belaufen sich oft in
Millionenhöhe – Kosten, die letztendlich unsere Abfallgebühren in die
Höhe treiben. Außerdem wird es durch die häufigen Brände immer
schwieriger, überhaupt eine Versicherung für Abfallbehandlungsanlagen
zu bekommen.“
Zwtl.: Appell an Bevölkerung: Richtig entsorgen statt achtlos
wegwerfen
Batterien aller Art gehören in die getrennte Sammlung – bei
Lithium-Ionen-Akkus ist dabei besondere Vorsicht geboten. Diese
lassen sich leicht von herkömmlichen Haushaltsbatterien
unterscheiden: Sie tragen den Aufdruck „Li-Ion-Akku“ sowie einen
Hinweis auf Recycling oder den Ladevorgang. Einwegbatterien hingegen
sind mit „Alkaline“ oder „Alkali“ beschriftet, deutlich schwerer und
je nach Größe mit „AAA“ oder „AA“ bezeichnet – ein Hinweis auf
Wiederaufladbarkeit fehlt bei ihnen.
Zwtl.: Wiederverwertung ist Gebot der Stunde
Rund 70 Prozent aller gesammelten Akkus werden über die kommunale
Abfallwirtschaft entsorgt. Neben Lithium-Ionen-Akkus werden in den
Altstoffsammelzentren auch Autobatterien gesammelt und verwertet –
insgesamt rund 16.200 Tonnen KFZ-Batterien pro Jahr. Hinzu kommen PV-
Batterien, ein Segment, das künftig stark wachsen wird. VÖA-
Präsidentin Dr. Alexandra Loidl betont den Wert dieser Bemühungen:
„Mit der sachgerechten Entsorgung können wertvolle Rohstoffe im Sinne
der Kreislaufwirtschaft wiederverwertet werden.“
„Um die Problematik nachhaltig in den Griff zu bekommen, reicht
bewusstes Konsumentenverhalten allein nicht aus. Was es braucht, ist
ein nationaler Kraftakt, bei dem Abfallwirtschaft, Handel und Politik
gemeinsam strukturelle Lösungen schaffen“, ist Ferdinand Koch
überzeugt.