Wien (OTS) – Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im
Rahmen des EU-
geförderten Projektes „ToxFree LIFE for all“ gemeinsam mit
europäischen Verbraucherorganisationen UV-Shirts für Kinder getestet.
Untersucht wurden unter anderem die Einhaltung des ausgelobten UV-
Schutzes, die Verwendung unerwünschter Chemikalien sowie die
Mikrofaser-Problematik. Das Ergebnis: Rund die Hälfte der 12 in
Österreich erhältlichen Shirts bietet keinen ausreichenden UV-Schutz,
zwei Drittel der Produkte enthalten zudem Bisphenole. Insgesamt
wurden 4 „gut“, 1 „durchschnittlich“, 2 „weniger zufriedenstellend“
und 5 „nicht zufriedenstellend“ vergeben. Details zum Test gibt es in
der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.vki.at/kinder-uvshirts-2026 .
Die Hälfte versagt beim UV-Schutz
Ein UV-Shirt mit UV-Schutzfaktor (UPF) 50+ sollte vereinfacht
gesagt dieselbe Schutzwirkung bieten wie Sonnencreme mit
entsprechender Auslobung. Im Test hielten jedoch nur 6 von 12
Produkten den angegebenen UV-Schutz tatsächlich ein. Zum Vergleich
wurden auch zwei normale Baumwollshirts – ein weißes und ein
schwarzes – getestet. Das Ergebnis: Während das weiße Leibchen keinen
UV-Schutz bot, erreichte das schwarze T-Shirt einen Schutzfaktor von
50+. „Das schwarze T-Shirt bot damit in vielen Fällen besseren Schutz
als die getesteten UV-Shirts“, betont VKI-Projektleiterin Birgit
Schiller: „Als Faustregel gilt: Je dunkler die Farbe eines Shirts,
desto besser ist der Sonnenschutz – unabhängig vom Material.
Zusätzlich kommt es aber auch auf die Qualität des Stoffes und die
Verarbeitung an.“
Bisphenole gefunden
„Gerade bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass sie mit
möglichst wenig Schadstoffen in Kontakt kommen. Bisphenole zählen zu
den meistproduzierten Industriechemikalien und können die
Fruchtbarkeit beeinträchtigen sowie das Hormonsystem stören. Dennoch
werden sie in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt – so auch in 8
von 12 getesteten UV-Shirts. „Zwar konnten wir in keinem T-Shirt
Bisphenol A (BPA) in zu hohen Mengen nachweisen. Allerdings fanden
wir ,Ersatz-Bisphenole‘ wie BPS oder BPF, die jedoch nicht weniger
besorgniserregend sind“, so VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller.
In drei Shirts war die Belastung so hoch, dass sie in diesem
Prüfpunkt als „nicht zufriedenstellend“ bewertet wurden – konkret bei
Produkten von Hofer, Takko und Tchibo. „Von keinem der getesteten
Produkte geht dahingehend jedoch eine unmittelbare Gefahr aus“,
beruhigt Birgit Schiller.
Mikrofasern als Problem
Mikroskopisch kleine Plastikteilchen finden sich inzwischen
nahezu überall: im Trinkwasser, in der Luft, im Hausstaub, in
Ackerböden, in Lebensmitteln und sogar im menschlichen Körper.
„Erschwerend kommt hinzu, dass Mikrofasern Schadstoffe binden
können“, informiert Birgit Schiller. Eine Quelle für Mikroplastik ist
der Faserabrieb synthetischer Kleidung – etwa von UV-Shirts. Diese
bestehen oftmals aus Materialien wie Polyester und Elastan. Da es zur
Bewertung keine Norm gibt, hat der VKI die Produkte direkt
miteinander verglichen und bewertet: Die getesteten Shirts von
Decathlon und Tchibo erhielten bei diesem Testkriterium mit „weniger
zufriedenstellend“ die schlechteste Bewertung. Der Großteil der
Produkte wurde mit „durchschnittlich“ beurteilt.
Tipps der Expertin
–
Marke und Preis sind keine Indikatoren. Ein Zusammenhang zwischen
Marke und Produktqualität ließ sich nicht feststellen. Die getesteten
Produkte von Temu und Shein waren zwar schadstofffrei, versagten
jedoch klar beim UV-Schutz. Auch bekannte Marken können unerwünschte
Chemikalien enthalten.
–
Verfallsdatum beachten. Was viele nicht wissen: UV-Kleidung hat
ein Verfallsdatum. Ist dieses überschritten, kann der ausgelobte UV-
Schutz nicht mehr gewährleistet werden. UV-Shirts gebraucht zu kaufen
oder für Geschwisterkinder aufzubewahren, ist daher nur eingeschränkt
empfehlenswert.
–
Alternativen nutzen. Es muss nicht zwingend ein spezielles UV-
Shirt sein. Ein dicht gewebtes, dunkles oder schwarzes Baumwollshirt
kann mitunter eine vergleichbare UV-Schutzwirkung bieten.
–
Eincremen nicht vergessen. Trotz UV-Shirt sollten jene
Körperstellen des Kindes, die nicht von Kleidung bedeckt sind,
weiterhin mit Sonnencreme geschützt werden. Auch auf eine geeignete
Kopfbedeckung sollte geachtet werden.
SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab heute in der
Juni-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.vki.at/kinder-
uvshirts-2026 .