Wien (OTS) – Das umfangreiche Angebot an speziellen Kindertees, die
teilweise auch
für Säuglinge geeignet sein sollen, wächst stetig. Damit Kinder über
den Tag verteilt ausreichend trinken, können ungesüßte Tees für
geschmackliche Abwechslung sorgen, auch wenn Wasser weiterhin die
beste Wahl bleibt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in
Kooperation mit dem EU-Projekt ToxFreeLIFEforAll 13 Tees für Babys
und Kinder auf Schadstoffe und Zusammensetzung untersucht. Die
Mehrheit der Produkte erhielt eine „sehr gute“ oder „gute“ Bewertung.
Vier Produkte wurden mit „durchschnittlich“ bewertet, ein Produkt
erhielt die Note „nicht zufriedenstellend“. Vorsicht ist bei
Produkten mit Fenchelanteil geboten, da diese Estragol enthalten
können. Details zum Test gibt es ab heute auf www.vki.at/kindertee-
2026 sowie ab morgen in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.
Konkret untersucht wurden Kräutermischtees mit oder ohne Früchte
beziehungsweise mit oder ohne Aromen. Der Fokus der Untersuchung lag
auf Pestiziden sowie Verunreinigungen durch Wildpflanzen, den
sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Bei der maschinellen Ernte
können PA-haltige Pflanzen leicht zwischen die Kräuter gelangen. PA
gelten als leberschädigend und stehen im Verdacht krebserregend und
erbgutschädigend zu sein. In einem Drittel der Produkte wurden keine
PA nachgewiesen. In fünf Tees wurden erhöhte PA-Gehalte festgestellt,
diese lagen jedoch innerhalb der gesetzlich zulässigen Höchstwerte.
Laut Laboruntersuchung enthielten drei Produkte keine dieser
Schadstoffe und wurden daher mit „sehr gut“ bewertet. Sechs Tees
wurden mit „gut“, vier mit „durchschnittlich“ bewertet. Der „Homedi-
kind Kindertee“ fiel als einziges Produkt durch: Darin wurden sowohl
hohe PA-Werte festgestellt als auch der Rückstandshochwert für das
Insektizid Chlorpyrifos überschritten, das in der EU seit Anfang 2020
verboten ist. Laut Stellungnahme des Herstellers wurde die
Teemischung letztmalig im August 2025 abgefüllt. Die Einstellung des
Produktes war seit längerem geplant und es befinden sich nur noch
Restmengen der Kräutermischung im Umlauf.
Fenchel: Unzureichende Datenlage
Sieben der 13 Tees enthalten laut Zutatenliste Fenchel. Drei
davon sind laut Auslobung speziell für Babys gedacht. „Die
Europäische Arzneimittelagentur rät jedoch von Fencheltee für Kinder
unter vier Jahren ab“, informiert VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Angela
Tichy. „Denn Fenchel enthält Estragol, das als krebserregend und
erbgutschädigend gilt.“ Aufgrund der unzureichenden Datenlage wurden
bislang keine als unbedenklich geltenden Höchstmengen für Fenchel in
teeähnlichen Getränken festgelegt. Auch die deutsche
Verbraucherzentrale empfiehlt, dass Säuglinge, Kleinkinder sowie
schwangere und stillende Personen vorsichtshalber auf Fencheltee
verzichten.
Tipps der Expertin
–
Ab wann Tee für Babys und Kinder? Ab Beginn der Beikost können
Babys auch teeähnliche Getränke zu sich nehmen.
–
Kleine Mengen. Kinder bis vier Jahren sollten maximal eine Tasse
Kräutertee pro Tag trinken.
–
Fencheltee eingeschränkt verwenden. Kinder unter vier Jahren
sollten laut der Europäischen Arzneimittelagentur keinen
fenchelhaltigen Tee trinken, ältere Kinder nur in Maßen.
Fenchelhaltiger Tee sollte maximal fünf bis acht Minuten ziehen und
der Teebeutel anschließend nicht ausgedrückt werden, da dadurch mehr
Estragol in das Getränk gelangen kann.
SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse sowie den vollständigen
Wortlaut der Stellungnahme von Homedi-kind gibt es ab heute auf
www.vki.at/kindertee-2026 .