Wien (OTS) – Am Donnerstag, 16.07.2026, traf Verteidigungsministerin
Klaudia
Tanner ihren Amtskollegen, Dragan Krapović, in der montenegrinische
Hauptstadt Podgorica zu bilateralen Gesprächen.
Österreich und Montenegro verbindet insbesondere eine enge
Zusammenarbeit in den Bereichen alpine Ausbildung („Gebirgskampf“)
sowie der Waffen- und Munitionslogistik. Beide Länder können
insgesamt 28 gemeinsame Ausbildungsaktivitäten vorweisen. Seit 2007
besteht zwischen den Streitkräften eine Ausbildungskooperation im
alpinen Bereich und im Gebirgskampf. Österreich verfügt neben den
topografischen Gegebenheiten, auch langjährige internationale
Ausbildungserfahrung mit besonderer Expertise beim Aufbau von
Gebirgskampffähigkeiten. Auch im Bereich der Waffen- und
Munitionslogistik arbeiten Österreich und Montenegro seit 2018 im
Rahmen der OSZE eng zusammen. Regelmäßig sind österreichische Berater
– und Trainerteams in Montenegro im Einsatz.
Zudem haben Österreich und Montenegro im Rahmen der „Regionalen
Initiative Westbalkan“ auf Ebene der Politischen Direktoren – für
Österreich Dr. Arnold Kammel, für Montenegro Radmila Perović – eine
Absichtserklärung unterzeichnet und damit eine weitere Zusammenarbeit
im Bereich der Offiziersausbildung vereinbart.
Ziel ist es, künftig die höhere Offiziersausbildung
montenegrinischer Soldaten an der Theresianischen Militärakademie zu
ermöglichen und die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Bisher
konnten 24 Soldatinnen und Soldaten aus Bosnien und Herzegowina ihre
Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie absolvieren. Aus
Montenegro haben bereits drei Kadetten die Ausbildung abgeschlossen
bzw. werden ihre Basisausbildung noch in diesem Jahr abschließen. Mit
dem Absichtsabkommen soll dies nun intensiviert werden.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Für Österreich als
Nachbar der Westbalkan-Staaten ist es besonders wichtig, die
Westbalkan-Region und ihre Sicherheitslage nicht aus den Augen zu
verlieren. Ein stabiler Westbalkan bedeutet auch ein stabiles Europa
und ist für Österreich eine Sicherheitsgarantie. Daher freue ich
mich, dass wir mit Montenegro einen verlässlichen Partner haben –
nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der
sicherheitspolitischen Zusammenarbeit. Montenegro unternimmt zudem
mit großem Engagement Anstrengungen für einen Beitritt zur
Europäischen Union. Und ein EU-Beitritt ist eine Investition in
Sicherheit, Stabilität und Frieden. Er stärkt Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit unserer Staaten und eröffnet zudem
wirtschaftliche Chancen.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war das von Österreich
initiierte „Western Balkans Security and Defence College“ (WBSDC)
sein. Österreich engagiert sich seit mehreren Jahren für den Aufbau
einer spezialisierten Akademie für militärisches, ziviles und
diplomatisches Personal aus den Westbalkan-Staaten. Damit sollen
nicht nur die Kapazitäten der teilnehmenden Partnerstaaten gestärkt,
sondern zugleich historische Konflikte überwunden und so ein
wesentlicher Beitrag zur Sicherheit auf dem Westbalkan geleistet
werden. „Österreich unterstützt als langjähriger Partner den
Integrationsprozess der Westbalkan-Staaten, wie durch den Aufbau der
Akademie. Durch regionale Zusammenarbeit und durch gemeinsame
Ausbildungen leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilität
auf dem Westbalkan und das hat Auswirkungen für die Sicherheit
Österreichs.“
Neben Österreich haben bereits die Tschechische Republik, Ungarn,
die Slowakei, Slowenien sowie Griechenland, Italien und zuletzt auch
Spanien ihre Unterstützung zugesagt. Montenegro soll als mögliches
Gastgeberland für dieses Projekt zur Verfügung stehen.
Im nächsten Schritt soll das Arbeitspapier der Europäischen Union
zur weiteren Bearbeitung und Umsetzung vorlegen.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at