Verleihung des Wiener Rupert-Riedl-Preises

Wien (OTS) – Club of Vienna vergibt den Wiener Rupert-Riedl-Preis
2025

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Ausgezeichnet wird Susanne Reier, die sich in ihrer Dissertation
mit der Frage beschäftigte, wie unterirdische Gewässer die genetische
Vielfalt von Weißfischen im Dinarischen Karst beeinflussen. An
Beispiel von Phoxinus lumaireul hat sie gezeigt, dass genetischer
Austausch auch über Wasserscheiden hinweg erfolgen kann. Dabei zeigen
sich nicht nur aktuelle hydrologische Verbindungen, sondern auch
Indizien für historische Flussverläufe und Refugien. Die Ergebnisse
machen verborgene ökologische Prozesse sichtbar, die in
konventionellen Ansätzen oft übersehen werden und liefern wichtige
Grundlagen für das Verständnis und den Schutz biologischer Vielfalt
in komplexen aquatischen Systemen.

Mit dem Preis ebenfalls bedacht wird Patrick L. Jambura-
Türtscher, der in seiner Doktorarbeit den makroevolutionären
Dynamiken in der Evolutionsgeschichte bei Haien und Rochen (
Elasmobranchii) nachgeht. Lamniforme Haie – zu denen ikonische Arten
wie der Weiße Hai gehören – standen bereits früh in ihrer Evolution
unter starkem Selektionsdruck, große Körpergrößen zu entwickeln, was
letztlich zu Riesenhaien wie Megalodon führte. Dies ergibt die
Analyse aus fossilen und molekularen Daten, mittels derer Jambura-
Türtscher einen präzisen Stammbaum über Millionen Jahre für Haie und
Rochen rekonstruiert hat. Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch,
dass Fossilien selbst im Zeitalter der Molekulargenetik unverzichtbar
sind, um die Geschichte des Lebens und die Dynamik biologischer
Merkmale besser zu verstehen.