Verleihung des Christine-Nöstlinger-Preises an Elisabeth Steinkellner

Wien (OTS) – Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Festsaal
des Christine-
Nöstlinger-Campus in Wien wurde am 8. April 2026 der Christine-
Nöstlinger-Preis für Kinder- und Jugendliteratur an die Autorin
Elisabeth Steinkellner verliehen.

Überreicht wurde die Auszeichnung von Kulturstadträtin Veronica
Kaup-Hasler sowie dem Vorsitzenden des Österreichischen
Verlegerverbandes, Alexander Potyka. Die Laudatio hielt Jurymitglied
Stefanie Schlögl, Leiterin des Instituts für Jugendliteratur.
Schülerinnen und Schüler des Christine-Nöstlinger-Campus bereicherten
die Preisverleihung mit eigenen kreativen Beiträgen.

Der Preis wurde vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
in Kooperation mit der Stadt Wien Kultur und Christine Nöstlingers
Buchstabenfabrik ins Leben gerufen und ist mit 10.000 Euro dotiert.
2026 wurde er zum sechsten Mal vergeben.

Christiana Nöstlinger, Tochter von Christine Nöstlinger, und
Volksschul-Direktorin Barbara Vollmer hießen die zahlreich
erschienenen Festgäste und die anwesenden Kinder herzlich willkommen.

In ihrer Rede betonte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler die
Bedeutung der Auszeichnung : „Dieser Preis würdigt Christine
Nöstlinger und ihr Werk, das Leser:innen über Generationen hinweg
begleitete und beim Vorlesen Familien weltweit verband. Mit dieser
Auszeichnung bewahren wir ihr Andenken und schaffen zugleich
Sichtbarkeit für neue Autor:innen und ihre Arbeiten. Literatur öffnet
Denkhorizonte und Möglichkeitsräume, fördert Urteilsfähigkeit und
stärkt demokratische Werte. Gerade jetzt, wenn Aufklärung und
Vielfalt unter Druck stehen, geben Figuren und Geschichten klare
Orientierung. Nöstlingers Bücher zeigen uns, welche Kraft und
Ermutigung in Literatur liegen kann.“

Die Laudatio, die Jurymitglied Stefanie Schlögl im Namen der
gesamten Jury hielt, zeichnete den Werdegang von Elisabeth
Steinkellner nach und würdigte ihr vielfältiges Werk: „Mit ihrem
großen Talent, eine sensible Figurenentwicklung, sprachliche
Präzision und spielerische Offenheit miteinander zu verbinden, steht
Elisabeth Steinkellner in einer Tradition, die sich ganz im Sinne von
Christine Nöstlinger durch Respekt gegenüber ihren Figuren und ihren
Leserinnen und Lesern auszeichnet, ohne dabei in Klischees zu
verfallen oder Trends folgen zu wollen.“

Der Vorsitzende des Österreichischen Verlegerverbandes, Alexander
Potyka , unterstrich die besondere Wirkungskraft ihrer Literatur:
„Die Werke von Elisabeth Steinkellner zeichnen sich durch großen
Sprachwitz und poetische Kraft aus. Sie eröffnen neue Perspektiven
und laden dazu ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Im Zentrum
steht dabei stets das Thema Emanzipation: Insbesondere Kinder werden
darin bestärkt, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen und ihr
Schicksal aktiv zu gestalten. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
werden dabei nicht ausgeblendet, sondern vielschichtig reflektiert.
Zugleich sind ihre Werke mit bemerkenswerter Leichtigkeit erzählt –
freundlich, fröhlich und inspirierend – genau darin liegt ihre
besondere Kunst.“

In ihren Dankesworten hob Preisträgerin Elisabeth Steinkellner
die Bedeutung von Christine Nöstlinger für ihre eigene Biografie,
aber auch für die Kinderliteratur insgesamt hervor: „Die Nachricht,
als Preisträgerin für 2026 ausgewählt worden zu sein, war für mich
eine große Überraschung und eine große Freude. Denn Christine
Nöstlinger steht für mich und für sehr, sehr viele Menschen in
Österreich und weit darüber hinaus für eine Kinderliteratur, die wir
nicht nur geliebt haben, sondern die uns im positivsten Sinne geprägt
hat. Ja, das können Bücher nämlich tatsächlich: uns prägen. Und dass
sie das können, ist eigentlich ein ganz schön starkes Stück – und es
zeigt, wie wichtig und relevant das ist, was junge Menschen zwischen
zwei Buchdeckeln finden.“

Zwtl.: Volksschulklassen präsentierten kreative Projekte zu Christine
Nöstlinger

Bei der Preisverleihung wurde das Programm durch die kreativen
Beiträge dreier Volksschulklassen des Christine-Nöstlinger-Campus
Wien mitgestaltet. Die vierten Klassen setzten sich auf vielfältige
und künstlerische Weise mit dem Werk und der Welt der Autorin
auseinander, die selbst Gebrauchsgrafik studiert hatte.

Unter Anleitung ihrer Lehrerinnen entwickelten die Kinder
eigenständige Projekte: Die 4a präsentierte zwei Kurzfilme mit Szenen
aus Christine Nöstlingers Jugend. Die 4b zeigte ausdrucksstarke
Monotypien zum Buch „Die feuerrote Friederike“, die in einem Workshop
mit dem ersten Christine-Nöstlinger-Preisträger Michael Roher
entstanden sind. Die 4d brachte einen fantasievollen Stop-Motion-Film
mit Figuren aus Nöstlingers Büchern auf die Leinwand.

Für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre spürbare
Begeisterung für Literatur wurden alle drei Klassen mit Urkunden
ausgezeichnet und bekamen begeisterten Applaus. Jedes Kind erhielt
als Dankeschön das Buch „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ von
Christine Nöstlinger als Geschenk. Die Preisträgerin signierte für
die Schulbibliothek eine Auswahl ihrer Bücher.

Zwtl.: Die Preisträgerin Elisabeth Steinkellner

Elisabeth Steinkellner, geboren 1981, wuchs im Bezirk Neunkirchen
(NÖ) auf. In Wien besuchte sie ein Kolleg für Sozialpädagogik und
studierte Kultur- und Sozialanthropologie mit dem Schwerpunkt Gender
Studies. Seit 2010 veröffentlicht sie Lyrik und Prosa für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene. Für ihre Werke erhielt sie mehrere
Auszeichnungen, u. a. den Feldkircher Lyrikpreis, den
Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und den Outstanding
Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur. 2026 wurde sie für den
Hans Christian Andersen Award und den Astrid Lindgren Memorial Award
nominiert. Ihre Bücher sind bisher in 12 Sprachen erschienen. Sie
lebt in Baden bei Wien.

Zwtl.: Der Christine-Nöstlinger-Preis

Der Christine-Nöstlinger-Preis zeichnet Menschen aus, die Kindern
und all jenen, die sonst nicht gehört werden, eine Stimme geben, ihre
Perspektive einnehmen und so einen Beitrag leisten, deren Leben ein
Stück gerechter zu gestalten. Damit sollen auch die humanistischen
Prinzipien und Anliegen lebendig gehalten werden, die die Autorin in
ihrer Literatur vertreten hat.

Über die Auszeichnung entscheidet eine unabhängige Fachjury,
bestehend aus drei Mitgliedern, die von der Stadt Wien Kultur, dem
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und Christine
Nöstlingers Buchstabenfabrik nominiert werden. 2025 setzte sich die
Jury aus Stefanie Schlögl (Geschäftsführerin des Instituts für
Jugendliteratur), Linda Wolfsgruber (Illustratorin und Preisträgerin
des Christine-Nöstlinger-Preises 2022) und Andrea Zsutty (Direktorin
des ZOOM Kindermuseums) zusammen.

2025 wurde der Preis an die Autorin und Illustratorin Verena
Hochleitner verliehen.

Weitere Informationen zum Preis sowie die Jurybegründung finden
Sie hier .