Wien (OTS) – Die uniko ist bei der Protestaktion am 13. Oktober 2026
auf der
Wiener Ringstraße keine offizielle Mitveranstalterin. Dennoch
erklären die Rektorinnen und Rektoren ihre Unterstützung für die
Proteste der Studierenden. „Die Signale aus dem Umfeld der Regierung
sind einfach zu alarmierend, als dass wir stillhalten und mögliche
Regierungsbeschlüsse am kommenden Wochenende einfach abwarten
könnten“, sagt uniko-Präsidentin Brigitte Hütter. „Wir hatten am
Montag eine Plenarversammlung der Rektorinnen und Rektoren, und es
herrscht bei allen der Eindruck, dass den politisch Verantwortlichen
die dramatischen Folgen eines budgetären Einschnitts bei den
Universitäten nicht ausreichend bewusst sind.“
Zwtl.: Hohe Personaltangente, wenig Spielraum bei Sachaufwand
Die Universitäten warnen die Regierung vor massiven Auswirkungen
auf das Personal. „Wir haben eine äußerst hohe Personaltangente. Der
Sachaufwand ist deutlich geringer und weniger disponibel, denn man
kann nicht einfach die Stromrechnung oder die Miete nicht bezahlen“,
sagt Hütter. „Wenn wir zehn Prozent einsparen müssen, bedeutet das
also annähernd zehn Prozent Personalkürzung. Bei 68.000
Mitarbeitenden wäre dies umgerechnet in Stellen ein Minus von 6800.
Das kann man mit Nicht-Nachbesetzen von Pensionierungen nicht
schaffen. Das führt unvermeidbar zu Kündigungen.“
Zwtl.: “Null-Lohnrunden bei steigender Inflation undenkbar”
Die uniko erinnert daran, dass die 68.000 Universitätsangehörigen
2026 und 2027 bereits zwei magere Gehaltsrunden akzeptiert haben. „Es
ist undenkbar, bis 2030 Null-Lohnrunden zu machen, noch dazu bei
schon wieder steigender Inflation. Aber wenn es vom Bund keine
Inflationsabgeltung gibt, ziehen auch Lohnerhöhungen zwangsläufig
Kündigungen nach sich.“
Zwtl.: Die desaströsen Folgen eines überzogenen Sparkurses
Die Auswirkungen eines solchen Sparkurses wären desaströs. Die
Betreuungsverhältnisse zwischen Lehrenden und Studierenden würden
sich wieder verschlechtern. Im Forschungsbereich würden Österreichs
Universitäten an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, was auch
finanziellen Schaden verursacht, etwa, indem man im Einwerben von EU-
Forschungsförderung Chancen einbüßt. „Es sind vor allem die Jungen,
die draufzahlen, wenn es weniger Stellen und weniger
Forschungsprojekte gibt. Und fehlender Forschungsnachwuchs wirkt auf
Jahrzehnte negativ nach. Nicht nur Österreichs Universitäten würden
zurückgeworfen, sondern das ganze Land, seine Wirtschaft und seine
Gesellschaft würde darunter leiden“.
Zwtl.: Auch Regionen, Bundesländer, Universitätsstädte betroffen
Auch die Regionen, die Bundesländer, die Universitätsstädte
würden den Sparkurs der Bundesregierung zu spüren bekommen. „Die
Universitäten sind ein Bollwerk gegen die Abwanderung, unter der
viele Bundesländer leiden. Die Universitäten ziehen junge Menschen
auch aus anderen Regionen und Ländern an. Das belebt die Städte und
bringt Fachkräfte für die Wirtschaft“, sagt Hütter.
Zwtl.: Appell, an die junge Generation zu denken
Die uniko appelliert eindringlich an die Politik, von drastischen
Einschnitten abzusehen. „Wir haben immer gesagt, dass wir einen
Sparbeitrag leisten können. Im Raum stehen aber Einschnitte, wie sie
in keinem anderen Bereich vorgenommen werden. Wir fordern die
Regierung auf, Augenmaß zu bewahren, keine Entscheidungen gegen die
junge Generation zu treffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes
zu fördern.“