Klagenfurt (OTS) – Die Universität Klagenfurt baut den Bereich der
Sportwissenschaften
gezielt aus und setzt damit ein starkes Zeichen für die
Weiterentwicklung des Wissenschafts- und Bildungsstandorts Kärnten.
Im Rahmen dieser strategischen Initiative werden zwei Professuren neu
besetzt, eine davon über fünf Jahre finanziert durch die 100 Jahre
Kelag Gemeinnützige Privatstiftung, die andere durch die Stadt
Klagenfurt. Ziel ist es, Forschung, Lehre und Innovation in einem für
Gesellschaft, Gesundheit und Wirtschaft zentralen Zukunftsfeld
nachhaltig zu stärken.
Zwtl.: Aufbauend auf bestehender Stärke in der Lehrer:innenbildung
Die Weiterentwicklung der Sportwissenschaften knüpft an
bestehende Stärken der Universität Klagenfurt an. Das Unterrichtsfach
Bewegung und Sport ist bereits seit Jahren ein fester Bestandteil des
Lehramtsstudiums an der AAU und bildet angehende Sportlehrerinnen und
Sportlehrer für Schulen in Kärnten und darüber hinaus aus.
Der nun geplante Ausbau eröffnet neue Möglichkeiten,
Lehrer:innenbildung, sportwissenschaftliche Forschung und
Gesundheitsfragen noch stärker miteinander zu verbinden. Studierende
profitieren künftig von einer erweiterten wissenschaftlichen Basis,
neuen Forschungsschwerpunkten und zusätzlichen internationalen
Kooperationen.
Mit der Neubesetzung zweier Professuren am Institut für
Sportwissenschaften –
Prof. Dr. Robert Csapo (Trainingswissenschaften) und
Prof. Dr. Julian Rudisch (Bewegungswissenschaften) – werden wichtige
wissenschaftliche Kompetenzen in diesem Bereich aufgebaut.
Zwtl.: Robert Csapo: Forschung zu gesundem Altern,
Stoffwechselerkrankungen und Fitness junger Menschen
In seiner zukünftigen Arbeit an der Universität Klagenfurt will
sich Robert Csapo vor allem drei zentralen Themenfeldern widmen. Ein
Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Rolle körperliches Training
für gesundes Altern spielt – insbesondere darauf, wie Muskelkraft,
Mobilität und funktionelle Leistungsfähigkeit auch im höheren
Lebensalter möglichst lange erhalten werden können.
Ein zweites wichtiges Forschungsfeld betrifft Bewegung und
Training bei weit verbreiteten Stoffwechselerkrankungen wie
Adipositas und Typ-2-Diabetes sowie die Wechselwirkungen zwischen
moderner medikamentöser Therapie und körperlicher Aktivität.
Darüber hinaus beschäftigt sich seine Forschung mit der
körperlichen Fitness von Kindern und Jugendlichen. Hier sieht er
großes Potenzial für ein wissenschaftlich fundiertes
Fitnessmonitoring, das wichtige Grundlagen für Gesundheitsförderung,
Prävention und Sportpolitik liefern kann.
Zwtl.: Julian Rudisch: Forschung zu Bewegung, Lernen und Mobilität
über die Lebensspanne
In seiner Forschung beschäftigt sich Julian Rudisch mit der
Frage, wie das Zentralnervensystem menschliche Bewegungen steuert und
wie Bewegungen effizient gelernt werden können.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf neuromotorischen und
kognitiven Störungen über die gesamte Lebensspanne – von der frühen
Kindheit bis ins hohe Alter. Zu den untersuchten Zielgruppen zählen
etwa Kinder mit frühkindlicher Zerebralparese, ältere Erwachsene mit
kognitiven Einschränkungen oder Menschen mit Parkinson-Erkrankung.
Gemeinsam mit seinem Klagenfurter Kollegen Robert Csapo sowie dem
weiterhin mit der Universität Klagenfurt verbundenen
Bewegungswissenschaftler Jan Wilke möchte Rudisch untersuchen, wie
Mobilität und funktionelle Leistungsfähigkeit möglichst lange
erhalten werden können – mit besonderem Fokus auf neuromotorische
Mechanismen der Bewegungskontrolle.
Zugleich ist es ihm wichtig, Erkenntnisse aus der
Grundlagenforschung in die Praxis zu übertragen. Ziel ist es,
Konzepte der Bewegungsforschung so weiterzuentwickeln, dass sie etwa
beim Neulernen von Bewegungen in der Kindheit oder beim
Wiedererlernen von Bewegungen in der neurologischen Rehabilitation
eingesetzt werden können. Dazu strebt er eine enge Zusammenarbeit mit
regionalen Partnern aus dem Schul- und Leistungssport sowie aus der
neurologischen Rehabilitation an.
Zwtl.: Neue Kooperationen und internationale Perspektiven
Auch international entstehen neue Perspektiven für Forschung und
Lehre. Eine wichtige Rolle spielt dabei Prof. Dr. Dr. Jan Wilke, der
seit dem Sommersemester 2024 den Lehrstuhl für Neuromotorik und
Bewegung an der Universität Bayreuth innehat. Wilke war zuvor
Professor für Bewegungswissenschaft und Leiter des Instituts für
Sportwissenschaft an der Universität Klagenfurt und bleibt der AAU
weiterhin in einem kleineren Ausmaß verbunden.
Durch sein Engagement werden die wissenschaftlichen Beziehungen
zwischen Klagenfurt und Bayreuth weiter intensiviert. Beide Standorte
arbeiten bereits in Forschungsfragen der Trainings-, Bewegungs- und
Gesundheitswissenschaften zusammen. Aufbauend darauf ist unter
anderem ein Double-Degree-Programm geplant, das Studierenden neue
internationale Ausbildungswege eröffnet und die Kooperation zwischen
beiden Universitäten langfristig vertiefen soll.
Zwtl.: Unterstützung durch die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige
Privatstiftung
Die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung hat es sich zum
Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Entwicklung in den Bereichen
Soziales, Bildung und Kultur in Kärnten zu unterstützen. Gefördert
werden Projekte, die den Zugang zu Bildung verbessern,
Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems stärken und
kontinuierliche Weiterbildung ermöglichen. Besonderes Augenmerk liegt
auf Initiativen, die Vielfalt und Partizipation fördern sowie
Bildungswege schaffen, die Menschen unabhängig von Alter, Herkunft
oder Vorbildung offenstehen. Die neue Stiftungsprofessur
‚Sportwissenschaften‘, der darauf aufbauende Lehrstuhl und das daraus
entstehende Studienangebot an der Universität Klagenfurt erfüllen
diese Kriterien in hohem Maß: Damit werden wissenschaftliche
Grundlagen rund um das Themenfeld gesundheitsorientierte
Bewegungsforschung, Präventionswissenschaft und Longevity künftig
stärker in Forschung und Lehre verankert. Damit entstehen neue
akademische Qualifikationswege, die angesichts des demografischen
Wandels und des steigenden Bedarfs an Gesundheitskompetenz zunehmend
an Bedeutung gewinnen. Durch ihre regionale Ausrichtung und den Fokus
auf anwendungsorientierte Forschung leistet die Professur einen
nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bildungsstandorts
Kärnten und einer modernen, inklusiven Wissensgesellschaft.
Andreas Grießer, Mitglied des Vorstands der 100 Jahre Kelag
Gemeinnützige Privatstiftung: „Die 100 Jahre Kelag Gemeinnützige
Privatstiftung wurde ins Leben gerufen, um Projekte mit nachhaltiger
Wirkung in Kärnten zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf,
Bildung für alle zugänglich zu machen, Zukunftskompetenzen zu stärken
und Partizipation sowie Vielfalt im Bildungsbereich zu ermöglichen.
Die neue Stiftungsprofessur ‚Sportwissenschaften‘ an der Universität
Klagenfurt schafft die Grundlage dafür, dass künftig innovative
Lehrangebote und qualifizierte Ausbildungsmöglichkeiten in Kärnten
entstehen. Sie schafft wichtige strukturelle Voraussetzungen für
moderne, technologisch unterstützte Bildungswege und eröffnet
langfristig neue Perspektiven für junge wie berufserfahrene Menschen.
Es freut uns daher besonders, dass der Lehrstuhl im Forschungsbereich
Trainingswissenschaften mit Herrn Prof. Dr. Robert Csapo kompetent
besetzt werden konnte. Seine ausgewiesene Expertise ermöglicht die
erfolgreiche Weiterentwicklung des Bereichs Sportwissenschaften hin
zu gesundheitsorientierter Bewegungsforschung,
Präventionswissenschaft und Longevity an der Universität Klagenfurt.“
Zwtl.: Unterstützung durch die Stadt Klagenfurt
Die Stadt Klagenfurt ist seit Jahren eine feste und zuverlässige
Partnerin beim Ausbau der Sportwissenschaften. Bürgermeister
Christian Scheider dazu: „ Mit der Unterstützung des Bereichs
Bewegungswissenschaften will die Landeshauptstadt Klagenfurt die
wissenschaftliche Berufsausbildung im Rahmen des Lehramtsstudiums
weiter stärken. Unsere Stadt weist nicht nur ideale Bedingungen für
die Ausübung einer Vielzahl von Sportarten auf, auch von
wissenschaftlicher Seite wird dem Thema begegnet und somit Praxis und
Theorie optimal miteinander verknüpft. Es ist uns daher ein Anliegen,
diesen wichtigen Bereich zu fördern und dadurch auch die
Zusammenarbeit mit der Universität Klagenfurt weiter zu vertiefen.“
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch freut sich über die
Entwicklung: „Die Ansiedlung der neuen Professuren ist ein
Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Klagenfurt. Mit der
Finanzierung des Lehrstuhls für Bewegungswissenschaften bekennt sich
die Stadt klar zur Förderung von Forschung und Lehre. Ich heiße Prof.
Dr. Julian Rudisch und Prof. Dr. Robert Csapo herzlich willkommen.
Gemeinsam stärken wir die sportwissenschaftliche Kompetenz unserer
Universität und schaffen nachhaltige Impulse für unsere Region und
den akademischen Nachwuchs.“
Auch Stadträtin Constanze Mochar begrüßt den neuen Impuls: „Für
die Sportstadt Klagenfurt ist die Stärkung der Sportwissenschaften
ein entscheidender Schritt in die Zukunft. Die neuen Professuren
setzen wichtige Impulse für Forschung, Ausbildung und
Nachwuchsförderung. Ich freue mich, dass wir diesen Weg aktiv
unterstützen und damit den Standort nachhaltig stärken.“
Stadtrat Franz Petritz unterstützt ebenso den Ausbau: „Die neue
Professur ist ein großer Gewinn für unsere Sportstadt und eine
wichtige Investition in die Zukunft. Bewegung begleitet uns von klein
auf und bildet ein wichtiges Fundament für ein gesundes Leben. Egal
ob in der Klasse oder draußen, Bewegung ist essenziell für unsere
körperliche und mentale Gesundheit, da sie Konzentration und soziale
Kompetenzen stärkt.“
Zwtl.: Zukunftsfeld für Kärnten
Die Weiterentwicklung der Sportwissenschaften steht auch im engen
Zusammenhang mit den strategischen Schwerpunkten der Universität
Klagenfurt. Insbesondere in den Bereichen Digital Health, Prävention
und Tourismus eröffnen sich neue Möglichkeiten für interdisziplinäre
Forschung und Innovation.
Gerade für Kärnten, das als Tourismus- und Gesundheitsregion
international wahrgenommen wird, besitzt die Verbindung von
Sportwissenschaft, Gesundheit und Digitalisierung großes
Zukunftspotenzial. Der Ausbau an der Universität Klagenfurt soll dazu
beitragen, dieses Potenzial wissenschaftlich zu erschließen und
nachhaltige Impulse für die Region zu setzen.
Landeshauptmann Peter Kaiser begrüßt deshalb die Initiative
ausdrücklich:
„Der Ausbau der Sportwissenschaften an der Universität Klagenfurt ist
ein starkes und zukunftsweisendes Signal für den Bildungs- und
Wissenschaftsstandort Kärnten. Mit den neuen Stiftungsprofessuren und
der Unterstützung durch starke Partner schaffen wir hervorragende
Rahmenbedingungen, um Forschung, Lehre und Innovation in einem
gesellschaftlich hochrelevanten Bereich in Kärnten gezielt
weiterzuentwickeln.
Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch
um konkrete Beiträge zu zentralen Herausforderungen unserer Zeit –
etwa in den Bereichen Prävention, gesundes Altern und die Förderung
von Bewegung und Leistungsfähigkeit über alle Lebensphasen hinweg.
Besonders hervorzuheben ist auch die enge Verzahnung von Forschung
und Lehre, die neue Perspektiven für Studierende eröffnet und den
Transfer von Erkenntnissen in die Praxis stärkt.
Diese Initiative zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial im
gemeinsamen Handeln von Land, Universität und engagierten Partnern
liegt. Sie stärkt Kärnten nachhaltig als modernen Wissens- und
Bildungsraum mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung.“