Wien (OTS) – Die Lehrer:innvertretung ÖLI-UG – also die Unabhängigen
Gewerkschafter:innen für mehr Demokratie – kritisiert den geplanten
Wegfall des Zustimmungserfordernisses für Lehrkräfte und
Personalvertretung bei der Bildung von Schulclustern scharf.
Schulcluster können kleine Standorte stärken, Ressourcen bündeln und
Ganztagsangebote erleichtern. Doch wer jene Menschen, die die Folgen
im Schulalltag tragen, künftig nur mehr anhören statt verbindlich
beteiligen will, betreibt Schulpolitik über ihre Köpfe hinweg. „Wer
den Abbau demokratischer Mitsprache als Verwaltungsreform verkauft,
hat den Kern einer guten Schulreform nicht verstanden“ , sagt
Bernhard Hofmann, Vorsitzender der ÖLI-UG.
„Die Personalvertretung ist kein Hindernis, das man aus dem Weg
räumen muss. Sie stellt sicher, dass Entscheidungen über
Schulstandorte, Wegzeiten, Arbeitsbedingungen und pädagogische
Qualität nicht am Reißbrett getroffen werden“ , betont Danny Noack,
Vorsitzender der PULL-UG, der steirischen Pflichtschullehrer:innen
innerhalb der ÖLI-UG. Der ORF berichtete, dass die
Reformpartnerschaft künftig kein Zustimmungserfordernis von
Lehrkräften und Zentralausschuss mehr vorsehen wolle, sondern
lediglich ein Anhörungsrecht; zugleich wurden in der Vergangenheit
laut Bericht Pläne für jeden dritten angedachten Cluster nicht
weiterverfolgt, weil ein Nein der Lehrkräfte absehbar war. „Das ist
kein Beleg für Blockade, sondern dafür, dass Mitsprache zu
tragfähigen Lösungen zwingt“ , so Noack.
Gerade im ländlichen Raum braucht es Entscheidungen nach dem
tatsächlichen Bedarf vor Ort statt einer Politik starrer Zielwerte.
„Mehr Cluster sind nicht automatisch bessere Schulen. Vor jeder
Entscheidung muss klar sein, was Kinder, Familien und Beschäftigte
gewinnen – und was längere Wege, zusätzliche Verwaltungsaufgaben und
der Verlust gewachsener Strukturen kosten“ , erklärt Claudia Astner,
Vorsitzende der ÖLI-UG. Die ÖLI-UG fordert daher volle und
frühzeitige Mitbestimmung der Personalvertretung: Wo Cluster Schulen
nachweislich stärken, sollen sie demokratisch gestaltet werden; wo
eigenständige Kleinstschulen besser funktionieren, müssen sie
erhalten, zeitgemäß ausgestattet und mit verlässlicher ganztägiger
Betreuung abgesichert werden.
Claudia Astner, 0650/2468105
Bernhard Hofmann, 0650/4702948
Danny Noack, 0664/8034555730