Wien (OTS) – Die Verlängerung einer Spritpreisbremse allein, ohne
Begleitkonzepte,
ist aus Sicht der Unabhängigen Gewerkschaftsfraktion im ÖGB (UG im
ÖGB) keine nachhaltige Antwort auf die Mobilitätsprobleme vieler
Beschäftigter.
„Arbeitnehmer:innen brauchen vor allem leistbare und verlässliche
Arbeitswege. Hohe Spritpreise belasten insbesondere Beschäftigte in
Schichtarbeit, im Gesundheitsbereich, im Handel oder in der
Industrie, die oft keine Alternative zum Auto haben. Eine pauschale
Spritpreisbremse verteilt jedoch öffentliche Gelder mit der Gießkanne
und hilft nicht gezielt jenen, die Unterstützung am dringendsten
brauchen“, erklärt UG im ÖGB-Bundesvorsitzende Marion Polaschek.
Statt fossile Mobilität dauerhaft zu subventionieren, fordert die
UG im ÖGB eine sozial und ökologisch ausgerichtete Mobilitätspolitik.
Dazu zählen gezielte Entlastungen für niedrige und mittlere
Einkommen, soziale Leasingmodelle für Elektrofahrzeuge, insbesondere
Gebrauchtfahrzeuge, sowie ein rascher Ausbau des öffentlichen
Verkehrs.
„Der beste Schutz vor hohen Spritpreisen ist eine echte
Alternative zum fossilen Verbrenner und das Ende der Überwälzung von
Arbeitswegkosten auf die Beschäftigten. Brückenlösungen wie E-
Mobilität aber letztlich gute öffentliche Erreichbarkeit, attraktive
Bus- und Bahnverbindungen schaffen mehr Unabhängigkeit und stärken
gleichzeitig die Kaufkraft der Arbeitnehmer:innen“, so Polaschek.
Besonders wichtig sei auch die Einbindung der Unternehmen. Die UG
im ÖGB fordert, staatliche Unterstützungen künftig stärker an
Mobilitätsverpflichtungen zu knüpfen.
„Unternehmen, die öffentliches Geld erhalten, sollen sich
verpflichtend an der Finanzierung nachhaltiger Erreichbarkeit ihrer
Standorte beteiligen, etwa durch Jobtickets, betriebliche
Mobilitätskonzepte für die letzte Meile oder Beiträge zum Ausbau des
öffentlichen Verkehrs. Wer von öffentlichen Geldern profitiert, muss
auch Verantwortung für die Mobilität der Beschäftigten übernehmen.“
„Die Mobilitätswende darf nicht auf dem Rücken der
Arbeitnehmer:innen stattfinden. Wir brauchen treffsichere Entlastung,
bessere Öffis und mehr Verantwortung der Unternehmen statt einer
bloßen Verlängerung der Spritpreisbremse“, betont Polaschek
abschließend.