Wien (OTS) – Der mittlerweile achte Hedy-Lamarr-Preis der Stadt Wien
für
herausragende Leistungen von Frauen in Österreich im Bereich der
Informationstechnologie geht an Georgia Avarikioti von der
Technischen Universität Wien. Die Forschung der Griechin verbindet
Kryptographie, verteilte Systeme und Spieltheorie mit dem Ziel,
sichere, skalierbare und interoperable Blockchain-Infrastrukturen zu
gestalten. Georgia Avarikiotis Bestreben ist es, Blockchains als
sichere, zensurfreie und universell zugängliche Instrumente zu
etablieren, die den globalen Informations- und Werteaustausch neu
definieren können.
„Es ist mir eine große Ehre, den Hedy-Lamarr-Preis der Stadt Wien
entgegenzunehmen. Aber wenn wir Hedy Lamarr wirklich würdigen wollen,
dann darf die nächste Generation von Frauen nicht um einen Platz am
Tisch kämpfen müssen. Die Tür sollte bereits weit offenstehen. Als
junge Frau im MINT-Bereich musste ich mir meinen Platz immer wieder
selbst bestätigen – zuerst im Bauingenieurwesen in Athen, später in
der Informatik. Heute entwickle ich Blockchain-Technologien, weil ich
an eine Zukunft glaube, die offen, fair und inklusiv ist“, sagt
Georgia Avarikioti, die den mit 10.000 Euro dotierten Preis im Rahmen
der Digital Days am 15. Oktober entgegennahm.
Zwtl.: Stadträtin Novak: „Entscheidende Rolle von Frauen in der
Gestaltung der digitalen Zukunft“
„Der Hedy-Lamarr-Preis ist nicht nur eine Anerkennung von
bahnbrechenden Leistungen im Bereich der IT-Forschung, sondern
unterstreicht auch die entscheidende Rolle von Frauen in der
Gestaltung der digitalen Zukunft“, sagt dazu
Digitalisierungsstadträtin Barbara Novak, die die Preisträgerin mit
folgenden Worten würdigt: „Die Forschungserkenntnisse dienen zur
Schließung einer wesentlichen Lücke in den Sicherheitsgrundlagen von
Blockchain-Systemen. Georgia Avarikioti leistet bedeutende und
praxisrelevante Pionierarbeit. Ihr Ansatz verbindet tiefgreifende
theoretische Innovation mit konkretem Einfluss auf Industrie und Open
-Source-Ökosysteme und ist ein entscheidender Schritt für die Zukunft
dezentraler Systeme – insbesondere in Anwendungsbereichen, in denen
Sicherheit von höchster Bedeutung ist.“
Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál ergänzt:
„Gerade Mädchen und junge Frauen brauchen Vorbilder, die ihnen
zeigen, welche Möglichkeiten ihnen in Wien geboten werden und welche
Wege ihnen offen stehen. Dafür braucht es Pionierinnen, wie Hedy
Lamarr eine war. Der Hedy-Lamarr-Preis zeigt, dass Digitalisierung
und Innovation keine Geschlechtsgrenzen kennen. Im Bereich der IT
sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Dabei spielen Frauen in
der Digitalisierung eine unverzichtbare Rolle. Mit ihren
beeindruckenden Leistungen sind die Hedy-Lamarr-Preisträgerinnen Role
Models und inspirieren junge Frauen auf dem Weg in ihre berufliche
Zukunft.“
Zwtl.: Preisträgerin Avarikioti startete ihre Laufbahn im
Bauingenieurswesen
Ihre akademische Laufbahn startete Avarikioti in Athen mit dem
Studium von Bauingenieurwesen, im Anschluss folgte der Master für
Logik, Algorithmen und Informatik. Ihren PhD zu Blockchain-
Skalierungsprotokollen verfasste sie an der ETH Zürich. Nach einem
Forschungsaufenthalt in den USA forscht Avarikioti seit 2022 in Wien
am Institut für Informatik der TU Wien. Sie leitet dort den TU Wien
Blockchain Hub.
„Die Forschung von Frauen wie Georgia Avarikioti bereichert nicht
nur die Wissenschaft, sondern schafft auch neue Innovationen, die im
Sinne des Digitalen Humanismus zu einer sicheren digitalen Zukunft
beitragen. Mit ihrer Arbeit hat Georgia Avarikioti wissenschaftliche
Pionierarbeit geleistet, die eine Brücke zwischen Theorie und Praxis
schlägt. Beeindruckend ist das vielfältige Portfolio an
Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften und die
Zusammenarbeit mit weltweit führenden Institutionen“, betont
Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler .
„Georgia Avarikioti überzeugt nicht nur als herausragende
Forscherin in den Bereichen Blockchain-Skalierbarkeit,
Interoperabilität und Integrationsfähigkeit, sondern auch durch ihr
Engagement, Technologie und Forschung inklusiver zu gestalten“,
begründet Jurymitglied und Wissenschaftlerin der Universität Wien
Laura Koesten die Wahl von Avarikioti als diesjährige Siegerin. „Mit
ihren wissenschaftlichen Beiträgen sowie ihrem Einsatz für Diversität
und Mentoring verkörpert sie in besonderer Weise die Exzellenz und
Vorbildfunktion, die dieser Preis auszeichnet.“, so Laura Koesten,
die im Jahr 2024 mit dem Hedy-Lamarr-Preis ausgezeichnet wurde.
Zwtl.: Über den Hedy-Lamarr-Preis der Stadt Wien
Die Stadt Wien verleiht den Hedy-Lamarr-Preis jedes Jahr
gemeinsam mit DigitalCity.Wien und UIV Urban Innovation Vienna. Die
DigitalCity.Wien ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Wien, der
Wiener Digitalwirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft,
deren Ziel es ist, Wien zur digitalen Hauptstadt zu machen. Die
DigitalCity.Wien wird im Auftrag der Stadt Wien (Büro des CIO) von
UIV Urban Innovation Vienna, der Klima- und Innovationsagentur der
Stadt Wien, einem Unternehmen der Wien Holding, koordiniert. Eine
unabhängige Fachjury bestimmt die Preisträgerin, die dann wiederum
automatisch Mitglied der Jury wird. Die feierliche Preiszeremonie
findet traditionell im Rahmen der Digital Days statt.
Zwtl.: Alle bisherigen Hedy-Lamarr-Preisträgerinnen (Universität und
ihr Forschungsfokus bei Einreichung):
–
2018 Verena Fuchsberger-Staufer (Universität Salzburg):
Spannungsfeld Informatik und Sozialwissenschaften
–
2019 Martina Lindorfer (TU Wien): Gefahren im Internet und Schutz
der Privatsphäre
–
2020 Laura Nenzi (TU Wien): Künstliche Intelligenz –
Funktionsweise
–
2021 Johanna Pirker (TU Graz): Künstliche Intelligenz, Virtual
Reality, Games und Human-Computer Interaction
–
2022 Shpiponja Ahmetaj (TU Wien): Automatische Sicherstellung der
Datenqualität im Web
–
2023 Maria Eichlseder (TU Graz): Sicherheit und Effizienz bei
kryptographischen Algorithmen
–
2024 Laura Koesten (Universität Wien): Daten und Algorithmen für
alle verständlich machen
Zwtl.: Weitere Informationen:
Digital.City Wien: https://www.digitalcity.wien/aktivitaeten/hedy
-lamarr-preis/