Wien (OTS) – Einen Tag vor dem Internationalen Tag gegen
Lebensmittelverschwendung
präsentiert das Landwirtschafts- und Umweltministerium neue Zahlen zu
Lebensmittelabfällen in Österreich und startet die
Bewusstseinskampagne „Mach’s wie Oma: Rette Lebensmittel!“. Im Fokus
stehen vor allem private Haushalte und junge Erwachsene. Mit
einfachen, alltagstauglichen Tipps soll gezeigt werden, wie noch
genussfähige Lebensmittel länger genutzt, Restln verwertet und damit
gleichzeitig Ressourcen und Geld gespart werden können.
Neue Zahlen: Mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle in
Haushalten
Seit 2020 melden die EU-Mitgliedstaaten ihre Lebensmittelabfalldaten
jährlich an Eurostat. In Österreich werden die Daten vom
Umweltbundesamt im Auftrag des Landwirtschafts- und
Umweltministeriums ermittelt. Die gesamte Wertschöpfungskette pro
Kopf gerechnet, lag Österreich im Jahr 2023 mit 130 kg in etwa im EU-
Schnitt von 129 kg. Nun liegen die neuesten Zahlen aus Österreich für
das Jahr 2024 vor:
Produktion: 11.297 Tonnen
Be- und Verarbeitung: 234.863 Tonnen
Handel: 71.275 Tonnen (davon vermeidbar: 59.871 Tonnen)
Außer-Haus-Konsum: 228.418 Tonnen (davon vermeidbar: 171.314 Tonnen)
Haushalte: 629.353 Tonnen (davon vermeidbar: 337.646 Tonnen)
Gesamt: 1.175.206 Tonnen (davon vermeidbar: 568.831 Tonnen)
Gegenüber 2020 ist die Gesamtmenge der Lebensmittelabfälle damit um 3
Prozent gesunken. Der Anteil der Haushalte und des Handels ist
zurückgegangen, während der Anteil von Be- und Verarbeitung sowie
Außer-Haus-Konsum zunahmen. Der Anteil der Produktion ist in etwa
gleichgeblieben.
In den österreichischen Haushalten werden pro Person jährlich rund 69
Kilogramm Lebensmittel weggeworfen, rund 37 Kilogramm davon wären
vermeidbar. Der Wert der vermeidbaren Lebensmittelverschwendung
beträgt damit rund 400 Euro pro Person und Jahr.
Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig: „Lebensmittel
gehören auf den Teller, nicht in den Mistkübel. Wer Lebensmittel
rettet, schützt Ressourcen, zeigt Wertschätzung für die Arbeit
unserer Bäuerinnen und Bauern und spart bares Geld. Oft reichen dafür
schon ein paar einfache Gewohnheiten, die unsere Großelterngeneration
noch ganz selbstverständlich gelebt hat.“
„Mach’s wie Oma“: einfache Tricks statt erhobenem Zeigefinger
Genau hier setzt die neue Kampagne „Mach’s wie Oma: Rette
Lebensmittel!“ an. Sie richtet sich vorrangig an 18- bis 30-Jährige,
bei denen, wie Studien zeigen, besonders großes Aktivierungspotenzial
besteht. Statt mit Verboten oder Moralappellen arbeitet die Kampagne
bewusst mit Humor, Nostalgie und praktischem Alltagswissen: Die „Oma“
steht dabei als sympathischer Anker für Wertschätzung, Hausverstand
und einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Im Mittelpunkt stehen
vier einfache Handlungsfelder: Einkauf planen, Lebensmittel richtig
lagern, Restln verwerten und das Mindesthaltbarkeitsdatum richtig
verstehen. Auf www.rette-lebensmittel.at finden sich einfache
Alltagstipps, spannende Infografiken sowie ein praktischer Restl-
Rezepte-Generator.
Die Kampagne läuft unter dem Dach der Initiative „Lebensmittel sind
kostbar!“ , mit der sich das Landwirtschafts- und Umweltministerium
seit 2013 gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern entlang der
gesamten Wertschöpfungskette für die Vermeidung von
Lebensmittelabfällen einsetzt. Über die Jahre waren rund 100
Kooperations- und Paktpartner in die Initiative eingebunden.
Lebensmittelhandel unterstützt neue Kampagne
Unterstützt wird die Kampagne von SPAR, der REWE Group und ihren
Handelsfirmen BILLA, PENNY, ADEG und BIPA sowie von HOFER und Lidl
Österreich. Die vier Unternehmen sind „Lebensmittel sind kostbar!“-
Kooperationspartner.
SPAR setzt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen auf ein
umfassendes Maßnahmenpaket. KI-gestützte Prognosesysteme unterstützen
eine möglichst bedarfsgerechte Warenbestellung und helfen dabei,
Überschüsse zu reduzieren. Lebensmittel mit kurzer Restlaufzeit
werden vergünstigt angeboten oder über Too Good To Go weitergegeben.
Darüber hinaus erhalten Obst und Gemüse in der „2. Chance Box“ eine
weitere Verwendung. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die
Weitergabe genießbarer Lebensmittel an Sozialorganisationen. SPAR-
Vorstandsvorsitzender Hans K. Reisch: „Lebensmittel sind wertvolle
Ressourcen. Unser Anspruch bei SPAR ist es, Verschwendung zu
vermeiden und Lebensmittel bestmöglich zu nutzen. Dazu setzen wir auf
bedarfsgerechte Warenplanung, vergünstigten Abverkauf und die
Weitergabe genießbarer Lebensmittel an Sozialorganisationen.“
Die REWE Group in Österreich setzt neben der klassischen Weitergabe
von Lebensmitteln an Sozialorganisationen zahlreiche Maßnahmen – vom
Rettersackerl über die Eigenmarke Wunderlinge bis zur
Weiterverarbeitung von unverkauftem Brot und Gebäck zu hochwertigem
Tierfutter. Marcel Haraszti, Vorstand REWE International: „Durch
zahlreiche Initiativen konnten unsere Handelsgesellschaften
österreichweit allein 2025 insgesamt mehr als 25 Millionen Mahlzeiten
spenden. Lebensmittel zu retten ist für uns eine Haltung: in der
Warenwirtschaft, in unseren Eigenmarken und im täglichen Handeln
unserer Mitarbeiter:innen.“
HOFER setzt auf ein konzentriertes Sortiment, gezielte Warenplanung
und ein ausgeklügeltes Logistikkonzept. Mit der Eigenmarke
RETTENSWERT werden Lebensmittel entlang der gesamten
Wertschöpfungskette gerettet, während über eine Kooperation mit Too
Good To Go genusstaugliche Lebensmittel bezogen werden können. Unter
dem Namen „Krumme Dinger“ wird auch Obst und Gemüse mit
Schönheitsfehlern angeboten, das Logo „Oft länger haltbar“
sensibilisiert für einen bewussten Umgang mit dem
Mindesthaltbarkeitsdatum. Zudem spenden alle HOFER Filialen
überschüssige Lebensmittel an soziale Einrichtungen. CEO Max
Hofmarksrichter: „Bei HOFER sehen wir es als unsere Verantwortung,
einen bewussten und wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln zu
fördern. Daher setzen wir zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung von
Lebensmittelverschwendung um. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir
auch die Kampagne ’Mach’s wie Oma: Rette Lebensmittel!’ des
Bundesministeriums.“
Lidl Österreich setzt auf smarte Bestellsysteme, um Warenmengen
möglichst genau an die Nachfrage anzupassen und Überschüsse zu
vermeiden. Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums
werden preisreduziert angeboten, noch genießbare Produkte an
karitative Einrichtungen weitergegeben. Mit der „Rette mich Box“ für
Obst und Gemüse sowie dem „Rette mich Sackerl“ für Gebäck bekommen
Lebensmittel, die sonst übrig bleiben würden, zusätzlich eine zweite
Chance. CEO Benny Klein: „Lebensmittel sind wertvoll. Und so
behandeln wir sie auch. Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln ist für
uns ein wichtiger Teil verantwortungsvollen Handelns. Mit unseren
Maßnahmen wollen wir Lebensmittelverschwendung so gut wie möglich
vermeiden. Deshalb unterstützen wir die Kampagne ‚Mach’s wie Oma:
Rette Lebensmittel!‘ und möchten gemeinsam noch mehr Aufmerksamkeit
für dieses wichtige Thema schaffen.“
Link: www.rette-lebensmittel.at
Kampagnensujets: Hier
Über den 29.9. als Internationalen Tag gegen
Lebensmittelverschwendung
Nicht nur in Österreich, sondern auch weltweit ist
Lebensmittelverschwendung ein drängendes Umwelt-, Klima- und
Ressourcenproblem. Laut IPCC- Bericht wird geschätzt, dass
Lebensmittelverluste und -verschwendung rund 8-10 % der weltweiten
Treibhausgasemissionen verursachen. Neben dem UN-Nachhaltigkeitsziel
(SDG) 12.3, das eine Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis
2030 vorsieht, wurden letztes Jahr auch verbindliche EU-
Reduktionsziele von 10 % in der Verarbeitungs- und Herstellungsphase
bzw. 30 % in der Konsumphase (Handel, Außer-Haus-Konsum, Haushalte)
festgelegt. Um auf das globale Problem der Lebensmittelabfälle
aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen 2020 den
internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung ins Leben
gerufen, der jährlich am 29. September stattfindet.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at