Wien (OTS) – „Die Idee der Wirtschaftskammer, das kleine Glücksspiel
in Vorarlberg
wieder einzuführen, ist die dümmste und zugleich gefährlichste
Budgetkonsolidierungsmaßnahme, die ich seit Langem gehört habe“,
kritisiert Nina Tomaselli, Finanzsprecherin der Grünen, den Vorstoß
der Vorarlberger Wirtschaftskammer scharf. „Das Geschäft mit dem
Glücksspiel wird auf dem Rücken von Süchtigen und deren leidenden
Familien ausgetragen. Da sieht man wieder, dass vielen
Wirtschaftskammerfunktionären der Profit wichtiger ist als die
Menschen“, ist Tomaselli entsetzt.
Die Abschaffung des kleinen Glücksspiels war ein Meilenstein in
Vorarlberg. Politiker wie ÖVP-Landesrat Erich Schwärzler haben
jahrelang mit Nachdruck das illegale Glücksspiel bekämpft. „Das will
die Wirtschaftskammer jetzt alles über den Haufen werfen“, schüttelt
Tomaselli den Kopf.
Glücksspiel sei eines der suchtgefährlichsten Angebote überhaupt.
Studien zeigen klar, dass die Verfügbarkeit von Automaten und Casinos
die Zahl der Spielsüchtigen massiv erhöhe. „Jeder neue Automat
bedeutet neue Schicksale: Menschen, die ihre Existenz verspielen,
Familien, die in Armut und Verzweiflung gestürzt werden. Wer
ernsthaft Spielerschutz will, darf keine neuen Spielfallen in die
Dörfer und Städte stellen“, meint die Abgeordnete und hält fest:
„Ich hoffe sehr, dass die Forderung nach Wiedereinführung des
kleinen Glücksspiels in Vorarlberg ein Hirngespinst einzelner WKO-
Funktionäre bleibt und nicht mit der Landesregierung abgestimmt war.
Ich erwarte mir hier eine klare Abgrenzung von Landeshauptmann
Wallner.“