„Thema“: Missbrauch im Kinderdorf – wenn das Schweigen System hat

Wien (OTS) – Christoph Feurstein präsentiert in „Thema“ am Montag,
dem 22.
September 2025, um 21.10 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON folgende
Beiträge:

Missbrauch im Kinderdorf – wenn das Schweigen System hat

„Ich wurde geschlagen, eingesperrt und erniedrigt“, sagt Natascha
S. Ihren Nachnamen möchte sie nicht veröffentlichen. Die 35-Jährige
hat ihre Kindheit im S.O.S Kinderdorf in Moosburg in Kärnten
verbracht. Eine Kinderdorfmutter schlägt sie damals so brutal ins
Gesicht, dass sie auf einem Auge erblindet, erzählt sie. In ihrer
Zeit im Kinderdorf hatte sie fünf verschiedene Dorfmütter. Eine von
ihnen sagt im „Thema“-Interview: „Wenn ich der Leitung von der Gewalt
meiner Kolleginnen erzählt habe, wollte man mir nicht zuhören.“ Eine
Studie belegt, welche Gräueltaten sich in Moosburg von 2008 bis 2020
abgespielt haben. Doch Gewalt dürfte schon Jahrzehnte zuvor für
manche Kinder im Kinderdorf bitterer Alltag gewesen sein. Leon
Hoffmann-Ostenhof und Savanka Schwarz mit einer
Investigativrecherche.

Leben nach dem Amoklauf – Schulbeginn im BORG Dreierschützengasse

„Warum darf ich weiterleben? Und warum sind die anderen tot?“ –
das fragt sich Sam Askari jeden Tag. Zwei Kugeln trafen den 16-
Jährigen beim Amoklauf in Graz. Wochenlang lag er im Krankenhaus,
mehrmals musste er operiert werden. Zehn Menschen wurden am 10. Juni
2025 im BORG Dreierschützengasse getötet. Ihre Stühle bleiben am
ersten Schultag leer. „Es ist ein komischer Schulstart. Viele von uns
reden nicht über das, was passiert ist“, sagt Selin Ceylan. Wie war
der Schulbeginn für die Schülerinnen und Schüler? Leon Hoffmann-
Ostenhof hat einige von ihnen zum Gespräch getroffen.

Muttersprache Gebärdensprache – 20 Jahre Anerkennung

Die 31-jährige Anja Burghardt ist seit ihrer Geburt schwerhörig.
Sie trägt ein Cochlea-Implantat und arbeitet als Hörgeräteakustikerin
in Linz. Dennoch ist für die Tochter hörender Eltern die
Gebärdensprache ihre Muttersprache. Es ist die Sprache, in der sie
träumt und dichtet. Beim ORF-Casting „Mach dich sichtbar“ trat sie
mit ihrer Gebärden-Poetry auf. Der hörende Wiener Branislav
Zdravkovic ist im Alltag der Übersetzer für seine schwerhörige Mutter
Olgica Gruber. Sei es bei Behördengängen oder wenn eine neue Küche
gekauft wird. Immer ist der Sohn mit dabei. Erst seit 1. September
2005 ist die Österreichische Gebärdensprache als eigenständige
Sprache einer nicht-ethnischen Minderheit anerkannt. Für 8.000 bis
10.000 Menschen ist sie die Erstsprache. Sie hat eine eigene
Grammatik und eine eigene Poesie. Immer noch gibt es zu wenig
Dolmetscher:innen und Bildungsangebote. Eine Reportage von Andrea
Poschmaier und Pia Bichara.