Wien (OTS) – „kreuz und quer“ erzählt die Geschichte Marias, der
Mutter Jesu, und
lässt die verschiedenen Rollen Revue passieren, die das jüdische
Mädchen im Laufe von zwei Jahrtausenden verkörperte. Fachleute
verschiedener Disziplinen erläutern das reichhaltige Bildmaterial,
und ein kenntnisreicher Kommentar führt durch die Mariengeschichte
von den Anfängen des Christentums bis heute. Berühmte und weniger
berühmte Werke bilden den roten Faden der zweiteiligen Dokumentation
von Isabelle Brocard, die die vielen Facetten der Mariengeschichte
aus religiöser, politischer, anthropologischer, moralischer, aber
auch ästhetischer Perspektive beleuchtet. Neugierig und humorvoll
hinterfragt sie das Bild der „Gottesmutter“ als weibliches Ideal in
einer patriarchalischen Gesellschaft, den Platz von Frauen unter
männlichen Heiligenfiguren und die Rolle von Individualität im
Religiösen.
Teil 2 – „Der Kult um die Superheilige“ – thematisiert am
Dienstag, dem 26. August 2025, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
die Ambivalenz einer Figur, deren Darstellung sich in der Neuzeit von
früheren Frauenbildern abkehrt, und zeigt den Ursprung mancher
Vorstellungen, die bis heute fest im westlichen Bewusstsein verankert
sind. Die Marien-Darstellungen geben zwar keine Auskunft über das
historische jüdische Mädchen aus Nazareth, sagen aber viel aus über
ihre jeweilige Entstehungszeit und ihr Frauenbild. Nicht zuletzt
öffnen sie Perspektiven darauf, welche Bedeutung Maria, die Mutter
Jesu, für unsere heutige Gesellschaft haben kann.