Wien, Schiltern (OTS) – Eine gemeinsame Charta zur Erhaltung der
heimischen Obstvielfalt –
eine solche Erklärung haben 16 Obstsammlungen aus ganz Österreich
unterzeichnet. Das gemeinsame Ziel: Bis zum Jahr 2035 sind alle
österreichischen Obstsorten vor dem Aussterben bewahrt. Der
Strukturwandel in Landwirtschaft und Gesellschaft hat in den
vergangenen Jahrzehnten zu einem dramatischen Verschwinden von
Obstbäumen und -sorten geführt. Die Folge: ein schwerer Verlust
biologischer Vielfalt. Nach aktuellen Untersuchungen ist fast die
Hälfte der nachgewiesenen Apfel-Sorten akut existenzbedroht!
In den letzten drei Jahren haben österreichische Obstsammlungen
mit genetischen und obstkundlichen (pomologischen) Analysen im
Projekt „Obst-Monitoring“ 1.487 Apfelsorten in Österreich
nachgewiesen. 685 davon existieren allerdings nur noch in einer
einzigen Sammlung. Damit ist fast die Hälfte aller nachgewiesenen
Apfel-Sorten akut existenzbedroht!
Öffentliche und private „Sammlungen obst-genetischer Ressourcen“
sammeln, beschreiben und bewahren die Obstvielfalt in Österreich und
leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Biodiversität und zur
regionalen Identität. „Österreich blickt auf eine jahrhundertelange
Obstkultur zurück. Besonders in Streuobstbeständen ist die
Sortenvielfalt sehr hoch und regional unterschiedlich“ , so die
Vertreter:innen der Sammlungen.
Vision 2035
– In Österreich sind alle Obstsorten vor dem Aussterben bewahrt.
– Jede Sorte ist an mehreren Orten in den Obstgärten der heimischen
Obstsammlungen in Form von Bäumen abgesichert.
– Alle Sorten sind genetisch analysiert, pomologisch beschrieben und
vollständig dokumentiert.
– Reiserschnittgärten stehen zur Verfügung, um für Baumschulen und
Privatpersonen jederzeit ausreichend Vermehrungsmaterial
bereitzustellen.
Gemeinsam organisieren die Sammlungen die fachkundige
Charakterisierung aller Sorten, sie sichern den Erhalt dieses
gemeinsamen Erbes, und sie pflanzen mehrere Bäume jeder Sorte an
verschiedenen Standorten. Gleichzeitig bündeln die österreichischen
Obstsammlungen ihr Wissen und stellen es der Öffentlichkeit, der
Politik und der Fachwelt zur Verfügung. Darüber hinaus setzen sie
sich dafür ein, die Rahmenbedingungen für die Erhaltung der
Obstvielfalt zu verbessern, sowohl allgemein als auch für jede
einzelne Sammlung. „Die Erhaltung jeder Obstsorte verlangt mindestens
vier Bäume, die gepflanzt und gepflegt werden müssen. Der personelle
und finanzielle Aufwand ist enorm. Von Seiten der Politik braucht es
rasch eine stärkere und langfristige Unterstützung für diese
Leistungen” , so die österreichischen Obst-Expert:innen bei der
Unterzeichnung der Charta.
Zur gemeinsamen Website : www.obstmonitoring.at
Die Charta finden Sie hier:
www.obstmonitoring.at/media/charta_der_oesterreichischen_obstsammlun-
g.pdf