Wien (OTS) – Als ein Zentrum des Aufstands gegen das Assad-Regime
zahlte die Stadt
Homs im syrischen Bürgerkrieg einen hohen Preis: Zerstörung, Tod und
Vertreibung prägten diese Zeit. Heute, nach dem Machtwechsel in
Syrien, ist Homs ein Ort zwischen Hoffnung und Angst.
Aufbruchstimmung und der Wunsch nach Versöhnung finden sich hier
neben ungelösten Konflikten. In der Dokumentation „Syrien – Hoffnung
nach dem Krieg?“ von Daham Alasaad (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann),
die „kreuz & quer“ am Dienstag, dem 3. Februar 2026, um 23.05 Uhr in
ORF 2 und auf ORF ON zeigt, kommen Menschen aus den verschiedenen
gesellschaftlichen und religiösen Gruppen zu Wort. Sie erzählen von
Verlust und gegenseitigem Misstrauen, aber auch vom Wunsch nach einem
ganz normalen Leben.
Nach mehr als zehn Jahren kehrt der syrische Filmemacher Daham
Alasaad im Dezember 2024 erstmals in seine Heimatstadt Homs zurück.
Sunniten, Alawiten und Christen lebten hier jahrzehntelang Tür an
Tür. Als 2011 die Proteste gegen das Assad-Regime begannen, wurde die
Stadt zu einem Zentrum der Revolution — mit drastischen Folgen:
Zehntausende Tote, Hunderttausende Vertriebene und Stadtviertel, die
im Bürgerkrieg heftig umkämpft waren; heute bestehen ganze
Straßenzüge aus trostlosen Ruinenlandschaften. Mit der Kamera
begleitet Alasaad in und um Homs Menschen unterschiedlicher Herkunft
und religiöser Zugehörigkeit: Familien, Angehörige von Opfern,
Vertreter des neuen Machtapparats und religiöse Autoritäten. Im
Gespräch schildern sie alle ihren Blick auf das Homs der Gegenwart
und ihre Hoffnungen für die Zukunft. „Wir sind ein Land und machen
keinen Unterschied zwischen den Konfessionen“, erklärt etwa der junge
Polizeibeamte Safouane. Was passiert sei, gehöre der Vergangenheit
an: „Wir sind das neue Syrien.“
Der katholische Geistliche Jacques Mourad, Erzbischof von Homs,
sieht die politische Situation nach dem Machtwechsel hingegen
kritisch. Echten Frieden gebe es nur für die Sunniten, meint er in
der Dokumentation. Dabei wünschen sich die meisten Bewohnerinnen und
Bewohner der Stadt wohl vor allem eine Rückkehr zur Normalität. „Die
Menschen wollen essen, trinken, ihre Kinder aufziehen. Sie wollen
Sicherheit, wollen ein ganz normales Leben. Mehr nicht.“, erzählt
Rana vor der Kamera. Die Dokumentation beobachtet, wie sich Alltag,
religiöses Leben und soziale Beziehungen neu ordnen – in einer Stadt,
deren Zukunft letztlich offenbleibt.