Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien: Fiakerpferde sind hitzetolerant

Wien (OTS) – Temperaturen über 30 Grad Celsius sind in den
Sommermonaten in der
Wiener Innenstadt keine Seltenheit mehr. An Hitzetagen flammt
regelmäßig die Diskussion auf, ob Fiakerfahrten den Tieren zumutbar
sind. Dazu gab es bisher kaum wissenschaftliche Erkenntnisse, während
die Hitzebelastung bei Sportpferden gut dokumentiert ist. Ohne
externen Auftrag und aus Eigenmitteln der Universität finanziert,
untersuchte eine Beobachtungsstudie unter der fachärztlichen Leitung
von Theresia Licka nun die Gesundheitsdaten von Fiakerpferden unter
unterschiedlichen Belastungs- und Temperaturbedingungen. Die Studie
der Veterinärmedizinischen Universität Wien kommt zum Schluss, dass
die Fiakerpferde durch die physiologische Kühlung des Körpers gut an
die Hitze angepasst sind.

„Tierwohl ist kein Luxus, sondern Selbstverständlichkeit im
Umgang mit unseren vierbeinigen Partnerinnen und Partnern und
Lebensgrundlage der Wiener Fiakerinnen und Fiaker. Die Studie der
Veterinärmedizinischen Universität Wien belegt, dass die Pferde gut
mit den Arbeitsbedingungen in der Stadt leben und auch bei steigenden
Temperaturen nicht unter Belastungen leiden. Mit diesem
wissenschaftlichen Hintergrund ist eine Fiakerfahrt durch die
historische Altstadt Wiens ein attraktives Erlebnis für die Menschen
und gewohnte Arbeitsbewegung für die Tiere“ , fasst Marco Pollandt (
Fiaker Paul) die Ergebnisse zusammen.

Zwtl.: Ein Fünftel der Wiener Fiakerpferde wurde klinisch untersucht

58 Pferde, knapp 19 Prozent der Wiener Fiakerpferde, wurden über
das Gesamtjahr 2024, von Jänner bis Dezember, untersucht. Dabei
wurden die Gesundheitsdaten sowohl morgens im Stall als auch mittags
und nachmittags bei der Arbeit in der Innenstadt erhoben. Parameter
wie Atem- und Pulsfrequenz sowie die Körperoberflächentemperatur
wurden verglichen. Zusätzlich wurden in den Monaten Februar bis
Dezember 2024 Stresshormone im Kot nach der Arbeit beziehungsweise
der Ruhezeit analysiert.

Bei 746 Erhebungen konnte kein Allgemeinverhalten beobachtet
werden, das auf Hitzestress hindeutet. Typisch wären beispielsweise
reduzierte Reaktivität auf Umweltreize, geringere Bewegungsaktivität,
verminderte Futteraufnahme oder sinkende soziale Interaktion bei
hohen Umgebungstemperaturen. Ebenso zeigt sich nach der Arbeit kein
erhöhter Ausstoß von Stresshormonen. Bei steigenden Temperaturen ist
eine erhöhte Atemfrequenz festzustellen, während der Puls kaum oder
gar nicht anstieg.

Die Ergebnisse der klinischen Untersuchung fließen in
Diplomarbeiten, eine Dissertation und wissenschaftliche Fachartikel
ein.

Zwtl.: Tierwohl wird bei Fiaker Paul großgeschrieben

Gesetzlich sind Fiakerpferde auf 18 Arbeitstage pro Monat
beschränkt. Mehrmals wöchentlich stattfindende Kontrollen – jährlich
in Summe rund 2.500 – durch das Veterinäramt sorgen zudem für das
Tierwohl. Bei Fiaker Paul geht man aus Liebe zum Tier einen Schritt
weiter: Die Pferde finden im Umland von Wien weitläufige Auslauf- und
Erholungsflächen vor, „urlauben“ im Sommer auf der Koppel in
Arbesthal und verbringen dort nach ihrer aktiven Karriere den
wohlverdienten Ruhestand. Fiaker Paul ist ein tierärztlich geprüfter
Betrieb und arbeitet eng mit renommierten Fachtierärzten,
Pferdewissenschaftlern und der Veterinärmedizinischen Universität
Wien zusammen.

Fiaker Paul gehört zu den größten Fiakerbetrieben in der
Bundeshauptstadt. Aktuell gibt es 22 Fiakerunternehmen mit rund 324
Kutschen und 310 Pferden. Gemeinsam schaffen sie rund 1.200
Arbeitsplätze.

Weitere Informationen auf fiaker.info und fiaker-paul.at