Studie bestätigt Handlungsbedarf: Hattmannsdorfer fordert Nachschärfungen beim EU-Automotive-Paket

Wien (OTS) – Die heute veröffentlichte Studie des
Fraunhofer-Instituts zum EU-
Automotive Paket kommt zu einem klaren Ergebnis: Unter den
derzeitigen europäischen Rahmenbedingungen wäre Österreichs Automobil
– und Zulieferindustrie von den Auswirkungen des EU-Automotive-Pakets
besonders stark betroffen – stärker als jene jedes anderen EU-
Mitgliedstaates. Für Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer
bestätigt die Analyse den dringenden politischen Handlungsbedarf.

„Die Zahlen lassen keinen Spielraum für Beschwichtigung: Wenn
Österreichs Automobilindustrie unter den derzeitigen europäischen
Rahmenbedingungen stärker unter Druck gerät als jene in anderen
europäischen Ländern, dann ist Wegschauen keine Option. Wer
Arbeitsplätze sichern will, muss jetzt für echte Technologieoffenheit
und für den Industriestandort Europa einstehen. Klimaziele dürfen
nicht mit dem Verlust von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen bezahlt
werden“, betont Hattmannsdorfer.

Bereits vergangene Woche hat der Wirtschaftsminister
Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Automobil- und
Zulieferindustrie zu einem Round Table eingeladen. Ziel war es, die
Auswirkungen des derzeit in Brüssel verhandelten EU-Automotive-Pakets
zu analysieren und eine gemeinsame österreichische Position zu
erarbeiten.

„Die Zahlen belegen klar, dass Handlungsbedarf besteht. Deshalb
habe ich die heimische Automobil- und Zulieferindustrie an einen
Tisch geholt und vier klare Forderungen auf den Tisch gelegt: echte
Technologieoffenheit, Schutz vor unfairer Konkurrenz, mehr Made in
Europe und eine starke europäische Technologie- und Innovationsbasis.
Die Probleme sind analysiert, die Lösungen liegen vor. Jetzt geht es
darum, sie politisch durchzusetzen“, so Hattmannsdorfer.

Zwtl.: Vier zentrale Forderungen

1.

Echte Technologieoffenheit statt neuer Verbote
Die vorgesehene 90+10-Regelung ist aus Sicht des Wirtschaftsministers
ein Schritt, reicht aber nicht aus. Emissionsarmer Stahl, grünes
Aluminium und erneuerbare Kraftstoffe müssen bereits innerhalb der 90
Prozent voll angerechnet werden können. Ein mit erneuerbaren
Kraftstoffen betriebener Verbrenner darf gegenüber anderen
emissionsarmen Technologien nicht benachteiligt werden. Die übrigen
10 Prozent müssen kompensationsfrei bleiben.

„Die 90-Prozent-Regelung darf nicht zu einer Scheinlösung werden.
Emissionsarmer Stahl, grünes Aluminium und erneuerbare Kraftstoffe
müssen bereits innerhalb dieser 90 Prozent voll angerechnet werden.
Nur so entsteht echte Technologieoffenheit und nur so werden
Investitionen in klimafreundliche europäische Wertschöpfung belohnt.
Ein mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebener Verbrenner darf nicht
schlechtergestellt werden als andere emissionsarme Technologien.“

2.

Schutz vor unfairer Konkurrenz aus Drittstaaten, insbesondere
China:
Anti-Dumping- und Anti-Subventionsinstrumente nachschärfen und
bestehende Schlupflöcher schließen, damit europäische Unternehmen
nicht benachteiligt werden.

3.

Mehr Made in Europe
Europa dürfe bei Batterien und Schlüsseltechnologien keine neuen
Abhängigkeiten schaffen. Deshalb brauche es klare Made-in-Europe-
Vorgaben bei Batteriekomponenten sowie bessere Finanzierungs- und
Investitionsbedingungen für europäische Produktion.

4.

Innovation und Halbleiter stärken
Die Zukunft der Automobilindustrie entscheide sich nicht nur beim
Antrieb, sondern auch bei Software, Digitalisierung und Halbleitern.
Europa müsse gezielt in diese Schlüsseltechnologien investieren, um
langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
„Machen wir die Zukunft der Automobilindustrie nicht zu einer
ideologischen Frage – denn hier geht es um Arbeitsplätze,
Wertschöpfung und die industrielle Zukunft unseres Landes. Ich habe
klare Vorschläge vorgelegt und die Branche an einen Tisch geholt.
Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen und die
notwendigen Nachschärfungen auf europäischer Ebene entschlossen
umzusetzen.“