Wien (OTS) – Der heute veröffentlichte Hate-Crime-Lagebericht 2025
zeigt:
Hasskriminalität bleibt in Österreich weiter auf alarmierend hohem
Niveau. Nur zwei Tage nach dem vereitelten Anschlag auf den CSD in
Berlin wird einmal mehr deutlich, wie gefährlich dieser Hass für
unsere Gesellschaft ist.
„Der Anschlag auf den CSD macht uns fassungslos. Gleichzeitig
zeigt der Hate-Crime-Lagebericht, dass Hasskriminalität auch in
Österreich auf erschreckend hohem Niveau bleibt. Hass gegen queere
Menschen, aber auch gegen andere Minderheiten, bedroht den
Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Diesem Hass und jeder Form von
Extremismus gilt es entschlossen entgegenzutreten“, sagt David
Stögmüller, Sprecher der Grünen für LGBTIQ+.
„Hass beginnt oft im Netz und endet immer häufiger in realer
Gewalt. Nach den rechtsextremen Angriffen auf bi- und homosexuelle
Männer im vergangenen Jahr hat das Parlament die Bundesregierung
aufgefordert, endlich einen Nationalen Aktionsplan gegen
Hasskriminalität vorzulegen. Seit über einem Jahr ist die Regierung
nun säumig. Das ist angesichts der aktuellen Entwicklungen
unverantwortlich. Nach dem Anschlag rund um den CSD gibt es keine
Ausreden mehr – Betroffene verdienen wirksamen Schutz statt weiterer
Verzögerungen“, kritisiert Stögmüller.
Neben einer konsequenten Strafverfolgung brauche es einen klaren
Schwerpunkt auf Prävention. „Wenn ein Drittel der Tatverdächtigen
jünger als 21 Jahre ist, zeigt das, wie entscheidend
Präventionsarbeit an Schulen, digitale Medienkompetenz und die
Auseinandersetzung mit Extremismus sind. Hass wird erlernt – und
genau dort gilt es anzusetzen“, so Stögmüller.
Abschließend betont Stögmüller: „Die LGBTIQ+-Community braucht
wirksamen Schutz vor queerfeindlicher und rechtsextremer Gewalt.
Jeder Mensch soll in Österreich sicher leben können – unabhängig
davon, wen er liebt oder wie er lebt. Hassverbrechen sind Angriffe
auf unsere offene und demokratische Gesellschaft. Es ist Aufgabe des
Staates, Betroffene zu schützen, Täter konsequent zur Verantwortung
zu ziehen und Hass sowie Extremismus entschlossen entgegenzutreten.“