Stellungnahme Dr. Veronika Sandbichler / KHM-Museumsverband

Wien (OTS) – Dr. Veronika Sandbichler nimmt zu den Aussagen von J.
Fine und P.
Frey (KHM-Museumsverband) in der Pressekonferenz von gestern, 25.
März 2026, wie folgt Stellung:

Zwtl.: Weiterentwicklung Schloss Ambras-Gesamterlebnis/Remastering

Die Behauptung, ich und mein Team hätten den Prozess der
Weiterentwicklung von Schloss Ambras nicht unterstützt, keine
Konzepte vorgelegt oder „Angst vor Veränderungen“ gezeigt, ist
unzutreffend. Seit März 2025 habe ich gemeinsam mit meinem Team
umfassende inhaltliche, strategische und strukturelle Konzepte sowie
konkrete Maßnahmenvorschläge erarbeitet und der Geschäftsführung in
zahlreichen Meetings präsentiert. Substantielle Rückmeldungen oder
Entscheidungen dazu blieben aus; ebenso eine ernsthafte Bereitschaft
zu einer weiterführenden konstruktiven Diskussion. Mehrfach erbetene
Besprechungstermine wurden verschoben oder fanden nicht statt. Dies
ist durch Gedächtnisprotokolle und E-Mail-Korrespondenz dokumentiert.

Zwtl.: Performance Schloss Ambras

Auch die Darstellung einer „schlechten Performance“ und eines
„starken Rückgangs“ der Besucherzahlen ist sachlich nicht korrekt.
Der Rückgang der Besucherzahlen im Jahr 2024 betrug 12 % (nicht 15 %,
wie behauptet) und ist maßgeblich auf das Ausbleiben italienischer
Gäste und Busreisender in Tirol zurückzuführen. Gleichzeitig stiegen
die Ticketerlöse im selben Zeitraum um 16 %. Die Entwicklung von
Schloss Ambras steht in direktem Zusammenhang mit den Tiroler
Tourismuszahlen und wird durch Benchmark-Vergleiche mit anderen
Institutionen in Innsbruck und Tirol bestätigt. Eine detaillierte
Geschäftsfeldanalyse wurde der Geschäftsführung am 12.12.2025
vorgelegt. Der Vergleich mit dem touristischen „Overtourism“ in Wien
ist fachlich nicht nachvollziehbar, da der Besucherzuwachs des
Haupthauses Wien primär auf die Wiener Tourismus- und
Nächtigungszahlen zurückzuführen ist, von denen auch andere Wiener
Museen profitieren.

Zwtl.: Dienstverwarnungen

Die beiden Dienstverwarnungen vom Oktober 2025 und Jänner 2026
sind sachlich unbegründet und waren aus meiner Sicht Instrumente der
Einschüchterung. In der ersten Dienstverwarnung wurde mir
vorgeworfen, die Generaldirektion nicht rechtzeitig über einen
geplanten Besuch der Bundespräsidenten Steinmeier und van der Bellen
am 23. Oktober 2025 informiert zu haben. Tatsächlich handelte es sich
zunächst um eine rein informelle Anfrage des Landes Tirol, bei der
der Besuch noch nicht fixiert war und daher kein Anlass zur
Information der Generaldirektion bestand.

Auch die zweite Dienstverwarnung vom 16. Jänner 2026 betreffend
die Auszahlung einer Jahresprämie an einen Mitarbeiter ist
unberechtigt. Die Auszahlung erfolgte im Einklang mit der
langjährigen Praxis des KHM-Museumsverbandes. Schriftliche,
transparente Vorgaben für Bonusregelungen existieren nicht; eine
Rückforderung der Prämie ist bis heute nicht erfolgt.

Zwtl.: Einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses

Aufgrund der für mich nicht mehr tragbaren Situation mit
gravierenden Auswirkungen auf meine psychische und physische
Gesundheit sah ich mich gezwungen, um eine einvernehmliche Auflösung
meines Dienstverhältnisses zu bitten. Eine Selbstkündigung kam nicht
in Betracht, da dies den Verlust der gesetzlichen Abfertigung
bedeutet hätte. Die Verhandlungen über eine freiwillige Abfertigung –
unter Berücksichtigung meiner 34 Dienstjahre und der Tatsache, dass
ich die Auflösung nicht angestrebt habe – blieben ergebnislos. Auch
meine Bitte an die Kuratoriumsvorsitzende, die Mobbing- und Bossing-
Strukturen abzustellen, blieb ohne Konsequenzen. Vor diesem
Hintergrund habe ich mich an die Öffentlichkeit gewandt.

Seitdem erfahre ich breite Unterstützung aus dem Kreis meiner
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schloss Ambras, aus dem KHM-
Museumsverband, aus anderen Kulturinstitutionen sowie von
Stakeholdern in Tirol und ganz Österreich. Ich bin überzeugt, dass
die laufende Prüfung durch Hon.-Prof. Dr. Sieglinde Gahleitner meine
Darstellung bestätigen wird, und vertraue darauf, dass der
Bundesminister und das Kuratorium als Aufsichtsorgane die notwendigen
Konsequenzen ziehen werden.

Zwtl.: Revisionsprüfung von Deloitte

Die Aussagen der Kuratoriumsvorsitzenden zur Revisionsprüfung
sind missverständlich.

Deloitte wurde nicht mit der Untersuchung der von mir
vorgebrachten Missstände beauftragt, sondern im Auftrag der
Geschäftsführung mit dem Ziel, mir ein Fehlverhalten nachzuweisen .
So schreibt der Rechtsanwalt des KHM-Museumsverbandes im Auftrag der
Geschäftsführung am 30. Jänner 2026 an meinen Rechtsanwalt Martin
Maxl:

„Weder Mobbing noch Bossing liegt vor. Die Unzufriedenheit mit
der Leistung von Frau Dr. Sandbichler ist klar und deutlich, und um
jede weitere Diskussion darüber entbehrlich zu machen, wurde ein
Revisionsauftrag eingeleitet . Die eingeleitete Revision wird
Klarheit über die Umstände in Schloss Ambras bringen.“

Die Revision ist also klar und unmissverständlich darauf
gerichtet, mir ein Fehlverhalten nachzuweisen und nicht das
Fehlverhalten der Geschäftsführung oder gar der
Kuratoriumsvorsitzenden zu untersuchen. Zudem ist darauf hinzuweisen,
dass Deloitte in den vergangenen Jahren mehrfach vom KHM-
Museumsverband beauftragt wurde, was ein Naheverhältnis zur
auftraggebenden Geschäftsführung zumindest als prüfungsrelevant
erscheinen lässt.