Schönheit

Start der Weltnaturkonferenz: Greenpeace fordert Finanzbeteiligung Österreichs an globaler Artenvielfalt

Yerevan/Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt
vor Beginn der morgigen
UN-Weltnaturkonferenz (CBD COP17) vor dem Zusammenbruch zentraler
Ökosysteme. Die globale Bestandsaufnahme der UN-
Biodiversitätskonvention zeigt unmissverständlich: Machen wir so
weiter, verfehlt die Weltgemeinschaft ihre Naturschutzziele für 2030
meilenweit. Ein wesentlicher Grund dabei ist die gewaltige
Finanzierungslücke.Greenpeace fordert die Verhandler:innen auf, das
Ruder auf der Konferenz herumzureißen und die nötigen Milliarden für
den Schutz unserer Lebensgrundlagen bereitzustellen. Auch
Umweltminister Totschnig muss sich aufgrund der globalen
Miterantwortung Österreichs bei der Finanzierung des globalen
Biodiversitätsschutz beteiligen.

Ursula Bittner, Biodiversitäsexpertin bei Greenpeace Österreich dazu:
„Wir erleben derzeit das größte Artensterben seit dem Ende der
Dinosaurier. Mit dem einzigen Unterschied: Diesmal sind wir Menschen
selbst die Ursache. Wenn die Artenvielfalt kollabiert, verlieren wir
nicht nur faszinierende Tiere und Pflanzen. Wir zerstören die Quellen
für unser sauberes Wasser, unsere frische Luft und gesunde Nahrung.
Die Artenkrise ist keine abstrakte Umweltdebatte, wir vernichten
damit unsere eigene Lebensgrundlage.”

Milliardenloch beim Naturschutz: Mehr öffentliche Gelder und kein
Greenwashing
Um Ökosysteme weltweit wirksam zu schützen, einigten sich die Staaten
auf die Finanzierung von 700 Milliarden US-Dollar jährlich. 200
Milliarden davon sollen von den Staaten und 500 Milliarden Dollar,
durch den Abbau von naturschädlichen Subventionen kommen. Doch die
Realität ist ernüchternd: Die Geberländer verfehlen bisher selbst die
versprochenen 20 Milliarden US-Dollar bis 2025 meilenweit. Um das
Loch zu füllen, setzt die Politik auf verfehlte Markt-Mechanismen wie
den Handel mit Biodiversitäts-Zertifikaten oder freiwillige Abgaben
von Großkonzernen. Greenpeace kritisiert dieses Auslagern auf den
Markt scharf: Zertifikate und freiwillige Zahlungen erlauben Agrar-
und Industriekonzernen lediglich das Greenwashing eigener
Umweltschäden. Anstatt die Naturzerstörung mit Alibi-Aktionen zu
kaschieren, müssen die Hauptverursacher für den Schutz der
Artenvielfalt zahlen.

Mogelpackung und fehlende Kontrollen bei Schutzgebieten
Ein zentraler Prüfstein der Konferenz ist das sogenannte 30×30-Ziel:
Bis 2030 müssen mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen
weltweit geschützt werden. Reine „Papier-Parks“ nützen der Natur
jedoch nichts. Nötig sind streng kontrollierte Schutzzonen mit echten
Fangverboten in den Meeren und einem konsequenten Ende der Rodungen
in geschützten Wäldern. Auch Österreich hat hier massiven
Nachholbedarf: Während auf dem Papier rund 29 Prozent der
Bundesfläche als Schutzgebiete ausgewiesen sind, stehen unter
wirklich strengem Schutz gerade einmal 2,9 Prozent. Greenpeace
fordert Bundesminister Norbert Totschnig auf, den Naturschutz in
Österreich zu priorisieren sowie auf der Weltnaturkonferenz
voranzugehen und sich bei der internationalen Finanzierung zu
beteiligen. “Es wäre äußerst peinlich für Österreich mit leeren
Händen nach Jerewan zu reisen. Das Verfehlen der globalen
Naturschutzziele können wir uns nicht mehr leisten. Minister
Totschnig steht in der Pflicht, einen fairen finanziellen Beitrag
Österreichs zuzusichern”, so Bittner.

Hintergrundinformationen zur Weltnaturkonferenz finden Sier hier:
act.gp/CBD2026
Bildmaterial finden Sie unter: act.gp/47exKlo
Unter Verwendung der angegebenen Credits stehen die Fotos kostenfrei
zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Ursula Bittner ist für Greenpeace in Jerewan, Armenien vom 18.
Oktober bis 1. November vor Ort. Für Interviews ist sie erreichbar
unter: +43 664 960 64 29 (während der COP via Signal) sowie unter
[email protected].

Inhalte auf einen Blick:

– Thema/Anlass: Start der UN-Weltnaturkonferenz in Armenien.

– Ausgangslage: Biodiversitäts- und Finanzierungsziele der
Staatengemeinschaft werden bei aktuellem Tempo verfehlt, 30×30
Schutzgebiete enden in “Paper-Parks”.

– Hauptforderung: Beteiligung Österreich bei globaler
Biodiversitätsfinanzierung und mehr Naturschutz in Österreich.

– Adressat: Umweltminister Norbert Totschnig.

– Quelle: Greenpeace Österreich / act.gp/CBD2026