Schönheit

Städtebund: Wohnen muss leistbar sein

Wien (OTS) – Wohnen ist essenzieller Bestandteil unseres Lebens.
Deshalb hat das
KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung, im Auftrag des Österreichischen
Städtebundes einen Fokusbericht Wohnen im Rahmen von „Österreichs
Städte in Zahlen“ erstellt.

Dazu Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger: „Wohnen muss für
alle leistbar sein. Leistbares Wohnen wirkt als soziale Hilfe, dient
der Lebensqualität und ist wichtig für die Demokratie. Darüber hinaus
ist Wohnbau auch wesentlicher Bestandteil von Sozial-, Klima- und
Standortpolitik.“ Was es dazu braucht, sind gute rechtliche und
finanzielle Rahmenbedingungen und eine dementsprechende
Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, gemeinnützigen Wohnbauträgern
sowie Städten und Gemeinden.

Zuletzt wurde Wohnen immer teurer. Zurückzuführen ist dies laut
dem neuen Fokusbericht auf höhere Mieten, steigende Energie- und
Betriebskosten (35 Prozent der rund vier Millionen Hauptwohnsitze
wurden 2021/22 mit Erdgas oder Erdöl beheizt) sowie höhere Boden- und
Immobilienpreise – besonders in den Städten. Städte und Stadtregionen
haben mit teureren Mieten, weniger Flächen und einer höheren
Nachfrage zu kämpfen. Die Situation ist vor allem für Menschen mit
niedrigem Einkommen, Alleinerziehende, Familien, aber auch für junge
und ältere Menschen schwierig. Zu erwähnen ist dabei, dass Österreich
mit 45 Prozent hinter Deutschland die zweithöchste Mietquote der
Europäischen Union hat. Der EU-Schnitt beträgt 32 Prozent. Dabei sind
die durchschnittlichen Mieten pro m 2 in urbanen Großzentren mehr als
20 Prozent über jenen in ländlichen Regionen. Ganze 40 Prozent der
Wohnungen waren im Jahr 2024 Ein-Personen-Haushalte. In Städten gibt
es pro Person auch weniger Fläche, die zur Verfügung steht. Im
urbanen Bereich sind es 37,5 m 2 , im ländlichen Bereich 49 bis 50 m
2 .

Der Wohnungsbestand ist zwar laut dem Fokusbericht insgesamt
größer geworden, aber nicht überall gleich hoch und nicht automatisch
dort, wo es Bedarf gibt. Zusätzlich sind Gemeindewohnungen weniger
geworden, private und gemeinnützige Wohnungen allerdings mehr (
Vergleich zwischen 2011 und 2024: Privateigentum + 10 Prozent,
gemeinnützige Wohnungen +32,8 Prozent). Kostendämpfend ist der
soziale Wohnbau. Er ist dabei für leistbares Wohnen in den Städten
ein wesentlicher Faktor. So betrug 2024 die private Hauptmiete 11,6
Euro pro m 2 ; die von Gemeindewohnungen 8,0 Euro und von
Genossenschafts- bzw. GBV-Wohnungen 8,5 Euro pro m 2 . Zudem betragen
die durchschnittlichen Mietpreise in Wien deutlich weniger als in
Tirol, Vorarlberg oder Salzburg. Außerdem haben Städte und Gemeinden
mit 5.000 Einwohner:innen und darüber deutlich mehr Wohnungen von
Gemeinden und gemeinnützigen Bauvereinigungen – vor allem in urbanen
Zentren.

Wichtig ist, was Städte tun: Sie sanieren bestehende Wohnungen (
etwa thermische Sanierung), kooperieren mit gemeinnützigen
Bauvereinigungen, machen Nachverdichtungen, eine aktive Bodenpolitik
und etwa Wohnberatung. An Bedeutung gewinnt auch die soziale Frage
von Wohnen. Dabei geht es um betreutes Wohnen, Integrationsangebote,
Angebote gegen soziale Isolation oder Energiekostenzuschüsse und
Wohnbeihilfen.

Ein Punkt des Berichts ist auch, dass die Spielräume für Städte
und Gemeinden eingeschränkt sind. Kosten für Bau und Sanierung
steigen, knappe Budgets und hohe Bodenpreise wirken leistbarem
Wohnbau entgegen.

Der gesamte Bericht:
https://www.staedtebund.gv.at/fileadmin/USERDATA/Service/Dokumente/F-
okusbericht1_Wohnen_Endbericht_20.10.2026.pdf

Zwtl.: Über den Österreichischen Städtebund

Der Österreichische Städtebund ist die in der Verfassung
verankerte Interessenvertretung und eine starke Stimme für Städte und
größere Gemeinden in Österreich. Aktuell sind es 266
Mitgliedsgemeinden. Zwei Drittel der Menschen in Österreich leben in
Städten und Stadtregionen. Auch 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden
sich in Städten.