Städtebund: Digitale Verwaltung ist Investition in Wettbewerbsfähigkeit der Städte

Wien (OTS) – Digitalisierte Abläufe, Online-Behördenwege und
Künstliche
Intelligenz – städtische Verwaltungen befinden sich in
Transformation. Der Städtebund-Fachausschuss für
Verwaltungsorganisation setzt sich daher in seiner aktuellen Tagung
in Wiener Neustadt mit diesen Entwicklungen auseinander.

Dazu Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger: „Klar ist, dass
Bürger*innen nach weniger Bürokratie und mehr Effizienz verlangen.
Unsere Services müssen daher benutzer*innenfreundlich, barrierefrei,
sicher und datenschutzkonform gestaltet sein und dem ‚digitalen
Alltag‘ jeder Bevölkerungsgruppe entsprechen. Unsere Tagung bietet
die Möglichkeit, Best Practices und zukunftsweisende Lösungen
auszutauschen.“

Weninger verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass es
gute rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen und vor allem Know-
how braucht, um Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung
voranzutreiben. Und letztendlich geht es laut Weninger bei
Investitionen in Digitalisierung „um die Wettbewerbsfähigkeit der
Städte und Gemeinden und um eine verbesserte Lebensqualität.“

Über Praxisbeispiele aus Städten berichtet Wolfgang Oberascher
vom KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung in seinem Vortrag über
„Digitales Arbeiten und KI“: „Künstliche Intelligenz ist gekommen, um
zu bleiben und wird die Arbeit in Städten und Gemeinden verändern.
Sie ermöglicht der Verwaltung, sich intensiver auf ihre Kernaufgaben
sowie auf die Bedarfe der Bürger*innen zu fokussieren – wie jetzt
schon Praxisbeispiele zeigen. Entscheidend sind jedoch der überlegte
Aufbau dieser KI-Systeme unter Berücksichtigung der Datenqualität,
des Datenschutzes sowie der Mut, KI als unterstützenden Partner zu
begreifen.“

Wie Künstliche Intelligenz zum Beispiel im Bürgerservice der
Stadt Linz genützt wird, berichtete Lisanne Alaameri: „Unser Chatbot
„ELLI“ unterstützt unser Service-Team und bietet Bürger*innen rund um
die Uhr schnelle Antworten. Parallel investieren wir in unsere
internen Kompetenzen, um allen Mitarbeiter*innen vielseitiges und
verantwortungsvolles Arbeiten mit KI zu ermöglichen.“

Welche Rolle Ethik und Recht in Zusammenhang mit Künstlicher
Intelligenz spielen, betont Heidi Scheichenbauer vom Research
Institute-Digital Human Rights Center: „Die Anforderungen an die
öffentliche Verwaltung steigen stetig. Gleichzeitig spielt der Ruf
nach Einsparungen eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Diskurs
über den öffentlichen Dienst. Dementsprechend findet sich hier ein
Betätigungsfeld für die Anwendung von digitalen Lösungen und
insbesondere KI mit dem Ziel der Steigerung von Effizienz und der
Entlastung von Mitarbeiter*innen bei möglichst gleichzeitigen
Verbesserungen im Servicebereich. Die öffentliche Verwaltung trägt
allerdings gleichzeitig eine besondere Verantwortung, Themenbereiche
wie das Legalitätsprinzip, Datenschutz, der AI-Act und Ethik sind von
besonderer Bedeutung. Der Leitfaden Digitale Verwaltung: KI, Ethik
und Recht bietet ein praxisnahes Werkzeug, das Orientierung beim
Einsatz von KI im öffentlichen Bereich bietet.“

Zwtl.: Neuer Städtebund-Ausschuss-Vorsitzender Georg Wuzella aus
Villach

Auf seiner Tagung in Wiener Neustadt wählte der Österreichische
Städtebund auch einen neuen Vorsitzenden des Fachausschusses für
Verwaltungsorganisation. Es ist der Villacher Magistratsdirektor
Georg Wuzella. Der langjährige Vorsitzende, der Grazer
Magistratsdirektor Martin Haidvogl, wird als Stellvertreter die
Arbeit des Fachausschusses weiter unterstützen.

Dazu Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger: „Ich möchte mich
bei Martin Haidvogl ausdrücklich bedanken. Er hat den Vorsitz mit
Herzblut und viel Elan geführt und die Verwaltung der Städte mit
seinen Ideen nach vorne gebracht. Georg Wuzella habe ich als
innovativen und umtriebigen Magistratsdirektor kennengelernt. In
diesem Sinne wünsche ich ihm alles Gute – möge er viele weitere Ideen
für die Verwaltung der Städte verfolgen.“