Wien (PK) – Der Budgetvoranschlag für den Bereich Sport ist im
Budgetkapitel
Wohnen, Medien, Telekommunikation und Sport enthalten. Die
Auszahlungen für die gesamte Rubrik sind für 2027 mit 608,6 Mio. Ꞓ
und für 2028 mit 609,3 Mio. Ꞓ veranschlagt. Der Bereich Sport stand
heute in einem eigenen Teil der Beratungen über das Doppelbudget 2027
und 2028 ( 494 d.B. , 495 d.B. ) im Budgetausschuss zur Debatte. Für
die allgemeine und besondere Sportförderung zusammen sind 2027 198,3
Mio. Ꞓ, für 2028 194,2 Mio. Ꞓ vorgesehen (2026: 195 Mio Ꞓ). Zudem
wird eine jährliche Förderung von 6,5 Mio. Ꞓ für die
Bundessporteinrichtungen GmbH bis 2028 fortgeschrieben.
Konkret soll die allgemeine Sportförderung 2027 vom Voranschlag
2026 um 6,7 Mio. Ꞓ auf 78,3 Mio. Ꞓ und 2028 nochmals um 4,1 Mio. Ꞓ
auf 74,2 Mio. Ꞓ sinken. Laut Budgetbericht hängt die Abweichung
insbesondere mit Kürzungen bei diversen Sportförderungen wie
beispielsweise bei Sportstätten zusammen. Die Mittel für die tägliche
Bewegungseinheit in Bildungseinrichtungen soll demgegenüber
aufgestockt werden. Sie sollen laut Budgetdienst von veranschlagten
14 Mio. Ꞓ im Jahr 2026 in den Jahren 2027 und 2028 auf 20,6 Mio. Ꞓ
steigen. Eine Aufstockung der Mittel um 10 Mio. Ꞓ auf 120 Mio. Ꞓ
jeweils für 2027 und für 2028 ist außerdem bei der besonderen
Sportförderung vorgesehen. Die Mittel dieser besonderen
Sportförderung sind im Glücksspielgesetz verankert und werden in den
Budgetdetailunterlagen mit Abgaben aus dem „Sporttoto“ erläutert. Dem
Budgetdienst zufolge war der Betrag für die besondere Sportförderung
aus Konsolidierungsgründen für die Jahre 2025 und 2026 jeweils auf
110 Mio. Ꞓ reduziert worden.
Aufstockung der Mittel für tägliche Bewegungseinheit
Auch in Zeiten der Konsolidierung bleibe das Sportbudget stabil,
hielt Staatssekretärin Michaela Schmidt fest. Damit werde der Sport
nachhaltig abgesichert, zumal auch die Mittel für den Sport in den
letzten zehn Jahren wesentlich stärker gestiegen seien als die
Gesamtinflation. Sie werde sich aber weiterhin für Mittel im Sport
einsetzen, so die Staatssekretärin. Die Schwerpunkte im Sport liegen
neben dem Ausbau der täglichen Bewegungseinheit etwa in den Bereichen
Nachwuchsförderung, Ehrenamt, Sportinfrastruktur sowie Gleichstellung
und Inklusion, erörterte Schmidt gegenüber Maximilian Köllner (SPÖ).
In den kommenden Jahren soll das Angebot der täglichen
Bewegungseinheit konsequent weiter ausgebaut werden, damit
langfristig alle Kinder und Jugendlichen in Österreich Zugang zu
regelmäßiger Aktivität erhalten. Durch die geplante Aufstockung
sollen 75.000 zusätzliche Bewegungseinheiten zur Verfügung stehen,
hielt Schmidt zu Fragen von Markus Leinfellner (FPÖ), Christoph
Zarits (ÖVP) und Agnes Sirkka Prammer (Grüne) fest. Die Aufstockungen
dafür seitens des Sportbudgets stellen ihr zufolge allerdings nur das
Minimum dar. So sei man für zusätzliche Mittel in fortgeschrittenen
Gesprächen mit dem Gesundheits- und dem Bildungsministerium, auch
Mittel der Bundesländer wären Schmidt zufolge zusätzliche. Darüber
hinaus sei es ein Ziel, auch Kinder und Jugendliche mit Behinderungen
in die tägliche Bewegungseinheit einzubinden.
Debatte über Pläne für Sportförderung
Weniger Mittel in der Sportförderung sind laut der
Staatssekretärin in den Bereichen Infrastruktur und etwa bei privaten
Veranstaltungen vorgesehen. Es müssten keine Infrastrukturprojekte
verschoben werden, neue seien aber schwer möglich, erörterte die
Staatssekretärin. Nicht mehr vorgesehen seien außerdem die
Fördercalls Sport und Gesellschaft sowie Sport und Entwicklung.
Gegenüber den internationalen Verbänden halte man sich an die
vertraglichen Verpflichtungen, neue würden aber kaum möglich sein.
Die Förderung für den Betriebssportverband laufe bis Ende 2026.
Danach gehe man davon aus, dass Betriebssportförderungen wie in der
Vergangenheit ohne das Ministerium durchgeführt werden können.
Gegenüber Veit Dengler (NEOS) nannte Schmidt einige
Veranstaltungen, die von Kürzungen betroffen seien, wie etwa ein
großes Damen-Tennisturnier, ein Golfturnier und ein
Beachvolleyballturnier. Grundsätzlich werde man in Zukunft private,
gewinnorientierte Veranstaltungen mit teils hohen Preisgeldern nicht
mit Förderungen unterstützen, so Schmidt.
An Frauenförderungen im Sport würden etwa ein Gender Trainee
Programm oder das Paket für Frauenligen weitergeführt, erörterte die
Staatssekretärin. Was die Genderfrage betreffe, soll aus ihrer Sicht
der Breitensport für alle zugänglich sein. Im Spitzensport würden die
internationalen Verbände in Richtung verpflichtender Gentest gehen.
Duale Karriere im Nachwuchssport
Ziel im Nachwuchssport sei die duale Karriere, führte Schmidt
außerdem aus. Geplant sei unter anderem, dass die ÖBB und die Post in
dieser Richtung Athletinnen und Athleten einstellen.
In einem partizipativen Prozess mit den Sportverbänden werde
derzeit außerdem ein Ethik-Kodex erarbeitet, so die Staatssekretärin.
Der Plan sei, dass dieser ein wesentlicher Bestandteil der
Bundessportförderung sein soll. Was eine Sportstrategie betrifft,
gebe es einerseits im Hinblick auf Großveranstaltungen Gespräche mit
der Tourismusstaatssekretärin. Weiteres sei eine Inklusionsstrategie
bzw. eine Teilstrategie für den Behindertensport geplant. Die
Gesamtstrategie werde sich aus Teilstrategien zusammensetzen, so
Schmidt. Was die geplante Sportstätten-Datenbank betrifft, sei der
Weg mit den Bundesländern geebnet. Derzeit sei man in der
Ausschreibungsphase, die Länder hätten dann die Verpflichtung, die
Daten der Sportstätten einzumelden.
Von neuen Technologien sei der Spitzensport zunehmend geprägt, so
die Staatsekretärin. Man habe hier schon vor Jahren Projekte
gefördert. 2027 und 2028 seien im Bereich Sporttechnologie je 4 Mio.
Ꞓ budgetiert. Im Hinblick auf Vereine habe man unter anderem bereits
umgesetzt, dass digitale Belege ausreichen und generell mehr auf dem
elektronischen Weg und weniger auf Papier ablaufe, wie etwa
Förderanträge.
Mitverhandelt wurden der Bundesfinanzrahmen 2027 bis 2030 und der
Bundesfinanzrahmen 2028 bis 2031 ( 496 d.B. ). (Fortsetzung
Budgetausschuss) mbu
HINWEIS: Der Budgetdienst des Parlaments bietet ökonomische
Analysen zur Budgetpolitik und zu Vorlagen des Bundesministeriums für
Finanzen.
Details zu den Budgets 2027 und 2028, den Änderungen gegenüber
den Vorjahren sowie der Entwicklung des laufenden Budgetvollzugs
bietet das interaktive Visualisierungstool des Budgetdiensts. Dort
erhalten Sie einen raschen und transparenten Überblick über relevante
Budgetdaten. Eine Lesehilfe zu den Budgetunterlagen 2027 und 2028
dient der Orientierung und dem besseren Verständnis der umfangreichen
Unterlagen. Sie enthält auch den Zeitplan für die Verhandlungen der
einzelnen Kapitel.
Alle aktuellen Daten zum Budgetvollzug (Monatsberichte) finden
Sie auf der Website des Finanzministeriums .