Wien (PK) – Die Gesamtanzahl der durchgeführten Dopingkontrollen der
„Nationalen
Anti-Doping Agentur“ (NADA Austria) konnte 2025 im Vergleich zu 2024
um 4,5 % gesteigert werden. Das geht aus ihrem Jahresbericht für 2025
( III-337 d.B. ) hervor, der heute gemeinsam mit dem Bericht für 2024
( III-231 d.B. ) im Sportausschuss mit Sportstaatssekretärin Michaela
Schmidt und NADA-Austria-Geschäftsführer Michael Cepic diskutiert
wurde. Während es im Vorjahr einen leichten Rückgang beim geplanten
Kontrollprogramm gab, wurden deutlich mehr bestellte Dopingkontrollen
durchgeführt. Das Jahr 2025 sei von hoher operativer Intensität,
strategischer Weiterentwicklung und verstärkter internationaler
Zusammenarbeit geprägt gewesen, heißt es seitens der NADA.
Beide Berichte wurden von den Abgeordneten fraktionsübergreifend
einstimmig zur Kenntnis genommen.
Ski-, Rad- und Pferdesport sowie Fußball im Fokus
Die NADA Austria führt sowohl Kontrollen im Rahmen des nationalen
Programms als auch von Sportorganisationen oder Sportveranstaltern in
Auftrag gegebene Dopingkontrollen durch. 2025 wurden 2.350 Proben im
Rahmen des nationalen Programms gezogen. Der moderate Rückgang
gegenüber 2024 lasse sich durch die überdurchschnittlich hohe
Kontrollanzahl im Olympiajahr 2024 erklären. Neben dem Skisport,
Radsport und Fußball zählt der Pferdesport zu den Sportarten mit den
meisten Testungen in Österreich.
Bestellte Dopingkontrollen gab es 681 (2024: 481), hauptsächlich
aus dem Skisport. Die NADA wertet den deutlichen Anstieg der
bestellten Kontrollen von Partnerorganisationen als Zeichen des
Vertrauens und der Professionalität. Insgesamt ergibt sich für das
Jahr 2025 somit eine Gesamtzahl von 3.031 Proben (2024: 2.901). Wegen
auffälliger Dopingproben wurden 2025 in acht Sportarten Anti-Doping-
Verfahren durchgeführt und sieben analytische Beweisverfahren wegen
Anti-Doping-Verstößen abgeschlossen.
Neben der Kontrollarbeit ist die Prävention zentraler
Tätigkeitsschwerpunkt der NADA. Um Sportlerinnen und Sportler
frühzeitig für Risiken, Folgen und ethische Fragen rund ums Doping zu
sensibilisieren, werden etwa digitale Lernangebote zur
niederschwelligen Wissensvermittlung angeboten. Laut Bericht seien
diese 2025 gut angenommen worden. Die App zur Medikamentenabfrage sei
inzwischen auf über 3.000 Geräten installiert worden.
Schmidt: Kontrollen, Prävention und internationale Kooperation
zentral für Anti-Doping-Kampf
Österreich bekenne sich zu einem sauberen, ethischen und
gerechten Sport, wobei Kontrollen, Präventionsarbeit sowie die
internationale Kooperation wichtige Faktoren im Anti-Doping-Kampf
darstellen würden, betonte Sportstaatssekretärin Schmidt im
Ausschuss. Die NADA leiste dazu sowohl national als auch
international im Rahmen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) eine
„hervorragende Arbeit“. Aufgrund der gerade in den USA
stattgefundenen „Enhanced Games“ – bei denen bewusst
leistungssteigernde Mittel eingesetzt werden – sehe man, wie wichtig
der Einsatz gegen Doping im Sport sei, so die Staatssekretärin.
Auch die Abgeordneten Heike Eder (ÖVP), Markus Leinfellner (FPÖ)
sowie Maximilian Köllner (SPÖ) sprachen die „Enhanced Games“ an.
Diese sind laut Eder „das absolut falsche Signal“, da der menschliche
Körper bewusst für Experimente herangezogen werde. Leinfellner
bezeichnete sie als „absoluten Wahnsinn“. Es dürfe niemand gewinnen,
nur weil er oder sie den besten Arzt oder die beste Ärztin habe.
Köllner befürchtete negative Auswirkungen auf die Gesundheit der
Athletinnen und Athleten. Die „Enhanced Games“ hätten aus NADA-Sicht
nichts mit Sport zu tun, es handle sich um ein „Showevent“, hielt
NADA-Austria-Geschäftsführer Michael Cepic fest. Der Sport sei an
Regeln gebunden, bei der Veranstaltung in den USA würden diese aber
ausgesetzt. Man habe sich aber seitens der NADA mit Kritik
zurückgehalten, um nicht selbst Werbung dafür zu betreiben, so Cepic.
Heike Eder (ÖVP) interessierte sich zudem für den Stand der
Umsetzung des neuen Welt-Anti-Doping-Codes der WADA. Ihr Ressort sei
gerade in Zusammenarbeit mit der NADA dabei, die neuen WADA-Vorgaben
zur Anti-Doping-Arbeit umzusetzen, wobei sie mit der Vorlage einer
Gesetzesnovelle im kommenden Herbst rechne, antwortete Schmidt. Laut
Michael Cepic handelt es sich um einen komplexen Prozess, da die WADA
als ausländische Organisation miteingebunden werden müsse. Cepic sah
aufgrund der Umsetzung des neuen WADA-Codes keine zusätzlichen
finanziellen Belastungen auf Österreich zukommen.
Was den von Markus Leinfellner (FPÖ) nachgefragten Grund für die
jährlichen Schwankungen zwischen den Wettbewerbs- und
Trainingskontrollen betrifft, sind diese laut Cepic von der NADA
gewollt. Es gehe dabei um die Aufrechterhaltung der Unberechenbarkeit
von Kontrollen. Zudem sprach Leinfellner den Ablauf von Kontrollen
nach Wettbewerben an. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass dadurch
teilweise Siegerehrungen verzögert worden seien. Im Regelfall würden
Sportlerinnen und Sportler nach dem Zieleinlauf von den
Dopingkontrollen informiert werden und diese könnten auch vorab an
Siegerehrungen teilnehmen, antwortete der NADA-Geschäftsführer.
Zum Doping im Breitensport hielt Michael Cepic gegenüber Nicole
Sunitsch (FPÖ) fest, dass dieses weniger auf die Leistungssteigerung,
sondern vielmehr auf das Körperbild abziele. So habe man etwa vom
österreichischen Zoll eine Liste mit Namen von 800 Abnehmerinnen und
Abnehmern von Sendungen mit diversen Dopingmitteln erhalten. Es sei
aber schwierig herauszufinden, wer diese für Sportbewerbe einsetze.
Lisa Aldali (NEOS) fragte nach den größten Herausforderungen im
Anti-Doping-Bereich. Heutzutage gehe es um althergebrachte
Substanzen, die aktuell mittels Mikrodosierung eingenommen würden, um
die Nachweisbarkeit bei Kontrollen zu verhindern, informierte der
NADA-Geschäftsführer. (Fortsetzung Sportausschuss) med