SPÖ-Sidl: Wo Gentechnik drinnen ist, muss auch Gentechnik draufstehen

Wien (OTS) – Das Europäische Parlament hat heute den überarbeiteten
Rechtsrahmen
für neue genomische Techniken (NGTs) beschlossen und damit die
weitreichendste Änderung der europäischen Regeln für gentechnisch
veränderte Lebens- und Futtermittel seit Jahrzehnten auf den Weg
gebracht. SPÖ-EU-Abgeordneter und Mitglied im Umweltausschuss Günther
Sidl kritisiert den Beschluss scharf: „Gentechnik darf nicht durch
die Hintertür auf unsere Teller kommen. Wer die Menschen bei neuen
Technologien mitnehmen will, darf diese Technologien nicht vor ihnen
verstecken. Wo Gentechnik drinnen ist, muss auch Gentechnik
draufstehen. Mit diesem Grundsatz wird nun aber gebrochen. Durch die
verabschiedeten Änderungen im Gentechnikbereich wird es für
Konsument:innen schon bald nicht mehr nachvollziehbar sein, ob neue
Gentechnik in Lebensmitteln steckt oder nicht. Damit nimmt man den
Menschen die Möglichkeit, eine informierte Kaufentscheidung zu
treffen. Es kann nicht sein, dass man sich nur noch dann sicher sein
kann, gentechnikfrei einzukaufen, wenn man zu meist teureren Bio-
Produkten greift. Wir stehen Innovationen in der Pflanzenzüchtung
offen gegenüber, aber sie dürfen niemals auf Kosten der
Konsument:innen gehen.” ****

Besonders problematisch ist für Sidl außerdem, dass mit dem
Gesetz die Tür für eine Ausweitung von Patenten geöffnet wird: „Neue
Technologien in der Pflanzenzüchtung müssen dazu beitragen,
Ernährungssicherheit zu stärken und Europas Landwirtschaft
unabhängiger zu machen. Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass
Saatgut, Pflanzen oder ihre Eigenschaften immer stärker privatisiert
und in die Hände weniger großer Konzerne gelegt werden. Mehr Patente
bedeuten mehr Abhängigkeiten, mehr Lizenzdruck und weniger Freiheit
für jene, die tagtäglich unsere Lebensmittel produzieren.
Wissenschaftlicher Fortschritt muss dem Gemeinwohl zugutekommen und
darf nicht zum Geschäftsmodell einiger weniger multinationaler
Saatgutkonzerne werden.“ (Schluss) bj