Wien (OTS) – Zum elften Mal wird heuer der Kurt-Rothschild-Preis für
Wirtschaftspublizistik verliehen, der vom SPÖ-Parlamentsklub und dem
Karl-Renner-Institut vergeben wird. Ausgezeichnet werden
Wissenschafter:innen, deren Arbeiten sowohl in der Wissenschaft als
auch in der öffentlichen Debatte einen hohen Stellenwert erlangen. Im
Mittelpunkt der Juryentscheidung stehen innovative Zugänge zu
aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen, die dem Denken
Kurt Rothschilds verpflichtet sind. Ökonomische Fragen werden dabei
nicht auf neoklassische Lehrsätze reduziert, sondern in ihren
sozialen, politischen und institutionellen Zusammenhängen betrachtet.
Der Hauptpreis 2026 geht an Jens Südekum, Universitätsprofessor für
Internationale Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine-
Universität Düsseldorf, für seine wegweisenden Beiträge zur „Ökonomie
der Investitionsoffensive“. ****
Südekum wurde für seine wissenschaftlichen Arbeiten und seinen
Einsatz für eine stärkere Investitionsorientierung der deutschen
Wirtschafts- und Finanzpolitik ausgezeichnet. Er gilt als einer der
Vordenker der Reform der deutschen Schuldenbremse und des 500-
Milliarden-Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaschutz. Seit
Juni 2025 ist der Düsseldorfer Ökonom zudem persönlicher Beauftragter
des deutschen Bundesfinanzministers Lars Klingbeil für die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung und berät den Minister in zentralen
wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen. Jens Südekum über seine
Arbeit: „Ich freue mich, dass ich einen Beitrag zu der vollzogenen
180-Grad-Wende in der deutschen Finanzpolitik leisten konnte, hin zu
einer investitionsorientierten Finanzpolitik für Infrastruktur,
Resilienz und Klimaschutz.“
Doris Bures, Dritte Nationalratspräsidentin und Präsidentin des
Karl-Renner-Instituts, betont: „Einer der Grundsätze von Kurt
Rothschild war es, dass die Wirtschaftswissenschaften
gesellschaftliche Realitäten nicht ausklammern dürfen. Die
Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2026 zeigen
eindrucksvoll, was das heute bedeutet. Allen voran Jens Südekum
beweist mit seinen Arbeiten zur ‚Ökonomie der Investitionsoffensive‘:
Wirtschaftspolitik kann und muss zum Wohle der gesamten Gesellschaft
aktiv gestaltet werden.“
SPÖ-Klubobmann Philip Kucher unterstreicht die Bedeutung der
Arbeit Südekums: „Gerade Deutschland zeigt, dass Schulden viele
Gesichter haben. Man kann sie in Prozent des BIP oder in Euro pro
Kopf messen. Schulden sind aber auch nicht ausgebaute Schienen,
marode Straßen, langsames Internet oder schlechter Empfang.
Ökonomisch gesprochen: Investitionsrückstau. Auch dafür wird
irgendwann eine Rechnung fällig – und bezahlen müssen sie meist jene,
die diesen Rückstau nicht verursacht haben. Jens Südekum hat mit
seiner wissenschaftlichen Arbeit und seinem öffentlichen Wirken
wesentlich zu einem Umdenken in der deutschen Investitionspolitik
beigetragen. Genau dafür steht auch der Kurt-Rothschild-Preis:
ökonomische Forschung, die gesellschaftlich relevant ist und
politische Debatten verändert. Jens Südekum ist daher ein
hochverdienter Preisträger. Herzliche Gratulation!“
Zusätzlich zum Hauptpreis werden folgende weitere
Wissenschafter:innen ausgezeichnet:
– Markus Scholz (Technische Universität Dresden): „Corporate
Democratic Action: Die Rolle von Unternehmen beim Schutz der
liberalen Demokratie“
– Laura Thäter (Johannes Kepler Universität Linz): „Erosion als
institutionelle Gelegenheit: Arbeitsbeziehungen in (digitaler)
Transformation“
– Nikolaus Kowall (Fachhochschule des BFI Wien): „Raus aus der
Globalisierungsfalle: Wie wir die sozial-ökologische Transformation
schaffen“
– Özlem Onaran, Cem Oyvat (University of Greenwich): „A paradigm
shift to a needs-based approach to macroeconomic policy and public
investment for a green caring just transition“
Die Preisverleihung des Kurt-Rothschild-Preises findet am 3.
Dezember 2026 im Parlament statt.
Weiterführende Informationen zu den Preisträger:innen finden Sie
unter: https://renner-institut.at/blog/kurt-rothschild-preis-2026 (
Schluss) mf/bj